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| 14:07 Uhr

Tag der offenen Tür
Neuer Stall mit Platz für 2400 Schweine

Horst Bielack, Chef der Agrargenossenschaft Beyern, zeigt die Holzhackschnitzel-Lüftung des neuen Stalls, die dafür sorgen soll, dass sich die Geruchsbelastung minimiert. Das neue Lüftungsverfahren basiert auf einem einfachen Prinzip, ist  erst seit kurzem in Deutschland zugelassen und hat die Investoren sofort überzeugt.
Horst Bielack, Chef der Agrargenossenschaft Beyern, zeigt die Holzhackschnitzel-Lüftung des neuen Stalls, die dafür sorgen soll, dass sich die Geruchsbelastung minimiert. Das neue Lüftungsverfahren basiert auf einem einfachen Prinzip, ist erst seit kurzem in Deutschland zugelassen und hat die Investoren sofort überzeugt. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Beyern. Agrargenossenschaft Beyern hat nach modernsten Kriterien gebaut. Drei alte Gebäude werden im Gegenzug abgerissen. Von Sylvia Kunze

Noch sieht es ganz schön nach Baustelle aus. Aber es wird zum Endspurt angesetzt. Schließlich sollen sich schon am Donnerstag alle Interessierten selbst ein Bild von dem neuen Schweinemaststall machen können, der in Beyern entstanden ist. „2400 Plätze bietet er. Wir haben nach modernsten Kriterien gebaut“, sagt Horst Bielagk, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Beyern, die die Investition angeschoben hat.

70 mal 30 Meter misst der neue Stall. Er wird sechs Abteile haben, die jeweils 400 Tieren Platz bieten. Baubeginn war im vergangenen Jahr im September. Im Gespräch war er aber schon seit 2010. Da wurde bereits der Antrag zur Baugenehmigung gestellt. Was folgte, war aufgrund der Größe des Stalls ein langwieriges, äußerst gründliches Genehmigungsverfahren, das mit dem Erteilen der Baugenehmigung im Jahr 2015 endete.

Eine Zeit, in der die Bauherren in spe so manches Detail ihrer Planung aufgrund aktueller Entwicklungen, zum Beispiel in Sachen Tierwohl oder auch Geruchsemmission, noch einmal hinterfragt haben. „Wir entschieden uns letztlich für eine ganz andere Filteranlage“, benennt Bielagk ein Beispiel und ergänzt, dass man dabei immer an das den Einwohnern des Dorfes gegebene Versprechen gedacht habe, dass mit dem Neubau des Stalls trotz Erweiterung der Mastkapazität dennoch weniger Geruchsbelastung einhergehen solle.

„Die moderne Hackschnitzelab­luftfilteranlage ist erst seit einem Jahr in Deutschland zugelassen. Aber sie hat uns sofort überzeugt“, meint der Genossenschaftschef. Unter anderem auch deshalb, weil sie ohne Chemie auskomme und die später gesättigten Holzhackschnitzel auf den Äckern ausgebracht werden können und dort zum zweiten Mal von Nutzen sind.

1,5 Millionen Euro sind in dieses Bauvorhaben geflossen. Auf Fördermittel, 40 Prozent der Gesamtsumme standen immerhin im Raum, haben die Landwirte aus Beyern mit Blick auf das Tierwohl dabei bewusst verzichtet. Horst Bielagk erläutert: „Laut Brandenburger Fördermittelvorgaben hätte die Liegeflächen der Schweine dann entweder aus einer Festfläche aus Beton bestehen müssen, das ist aus unserer Sicht für Mensch und Tier gleichermaßen die größte Schweinerei, die es gibt. Variante zwei wäre Stroheinstreu gewesen, was sehr arbeitsintensiv ist. Und Variante drei wären Gummimatten. Die sind aus unserer Sicht nicht praxistauglich“, berichtet Bielagk. Stattdessen habe man sich für einen Vollspaltenboden entschieden, „denn der hat sich bewährt. In Sachsen wäre der auch gefördert worden, aber in Brandenburg eben nicht“, ärgert sich der Landwirt über die Sichtweise Brandenburger Behörden.

0,9 Quadratmeter Platz pro Schwein (0,75 Quadratmeter sind die aktuelle Norm) bietet sich im neuen Stall. Eine Sprinkleranlage wird an heißen Tagen die Lufttemperatur herunterkühlen. Tägliches Wiegen der Tiere in einer Sortierschleuse sichert, dass das vom Schlachthof geforderte Gewicht weder über- noch unterschritten wird und es damit beim Fleischpreis keine qualitätsbedingten Abzüge gibt. Bielagk könnte noch viele weitere Vorzüge des neuen Stalls benennen und lädt alle Interessierten ein, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen.

An einem zweiten Versprechen will er ebenfalls nicht rütteln: Die drei der Wohnbebauung am nächstgelegenen alten Ställe werden in einem nächsten Schritt abgerissen.

Ein Blick in den neu gebauten Schweinestall in Beyern. Am 12. Juli können sich hier alle Interessierten umsehen, bevor wenig später eingestallt wird.
Ein Blick in den neu gebauten Schweinestall in Beyern. Am 12. Juli können sich hier alle Interessierten umsehen, bevor wenig später eingestallt wird. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Die Schweinemast in Beyern aus der Vogelperspektive: Vorn im Bild ist der neue Stall zu sehen.
Die Schweinemast in Beyern aus der Vogelperspektive: Vorn im Bild ist der neue Stall zu sehen. FOTO: Agrargenossenschaft Beyern