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| 14:22 Uhr

Zusammenarbeit
Neuer Pflegekreis hat sich gegründet

Uebigau-Wahrenbrück/Falkenberg. Zusammenschluss will ab jetzt in den Städten Uebigau-Wahrenbrück und Falkenberg agieren. Von Sylvia Kunze

Die Idee eines Pflegekreises ist nicht neu. Solche Zusammenschlüsse gibt es im Elbe-Elster-Land bereits in den Städten Schönewalde und Schlieben. Nun kommt ein dritter dieser Art dazu. In Uebigau-Wahrenbrück und Falkenberg will man sich aufgrund der ohnehin schon bestehenden Verknüpfungen von Anfang an gleich breiter aufstellen. So ist es bei der Gründungsversammlung des neuen Pflegekreises vereinbart worden.

In diesem finden sich Personen auf freiwilliger Basis zusammen, die mit älteren Menschen arbeiten, die sich in welcher Art auch immer um Pflegebedürftige bzw. von Pflegebedürftigkeit bedrohte Menschen kümmern. Mitglied, so ist zu hören, kann grundsätzlich jede/r Interessierte werden. Das Ziel ist unter anderem, bedarfsgerechte Pflege vor Ort so gut wie möglich zu gestalten, Netzwerke zu knüpfen, Dienstleistungen und Angebote zu verbessern bzw. Lebensqualität zu verbessern. Die Federführung für den neuen Pflegekreis in Uebigau-Wahrenbrück und Falkenberg haben Sandra Krüger, Sozialarbeiterin beim DRK-Kreisverband Lausitz, sowie Nicole Strebe, Sozialarbeiterin bei der AWO Südbrandenburg, übernommen. Unterstützung gibt es unter anderem vom Pflegestützpunkt Elbe-Elster.

Für Anne-Marie Gundermann, Leiterin Stabstelle Sozialplanung und Daseinsvorsorge beim Landkreis, ist die Gründung eines solchen Pflegekreises nur logische Folge der aktuell vor Ort zu leistenden Arbeit. Ihr vorliegende Zahlen dokumentieren, dass es derzeit in beiden Städten  jeweils um die 200 Pflegebedürftige gibt. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung sei deren Tendenz steigend. „Es gibt bereits viele Angebote vor Ort, aber man kann alles noch besser gestalten“, ist ihre Devise. Das Entstehen solcher Pflegekreise ist für sie deshalb der richtige Weg, „sie schaffen Verbindlichkeit bei der Arbeit vor Ort, sind Verpflichtung, den eingeschlagenen Weg fortzuführen und sollen so unbürokratisch wie möglich agieren“.

Heike Dietze, die einen Pflegedienst betreibt, findet die Idee grundsätzlich gut. „Wir müssen zusammenarbeiten und sollten nicht gegeneinander agieren“, befürwortet sie das neu manifestierte Mitein­ander in der Region. Dem stimmt Simone Friedrich vom AWO-Verbund zu: „Es ist immer gut, wenn sich Gleichgesinnte zusammentun, um sich auszutauschen und Ideen zu entwickeln.“ „Das kann nur zum Wohle der Menschen vor Ort sein“, legt sich auch Axel Schwebs vom ASB-Regionalverband Elbe-Elster für den neuen Zusammenschluss ins Zeug.

Der nach jetzigem Kenntnisstand auch nicht der letzte seiner Art bleiben soll. So zeigte sich die Mühlberger Bürgermeisterin Hannelore Brendel sehr interessiert an den Zielstellungen und möglichen Partnern der Kooperation. Und wie von Katrin Schemmel, Mitarbeiterin im Pflegestützpunkt Elbe-Elster, zu erfahren ist, laufen darüber hinaus in Finsterwalde bereits ganz konkrete Vorbereitungen, noch in diesem Monat ein solches Netzwerk ins Leben zu rufen.

Erste Mitstreiter in Uebigau-Wahrenbrück und Falkenberg sind neben Vertretern von vor Ort agierenden Pflegediensten unter anderem die Pfarrer beider Städte sowie mit Peter Kroll, Ortsvorsteher in Domsdorf und Mitglied des Seniorenbeirates in Uebigau-Wahrenbrück, auch die kommunale Ebene. „Wir müssen in der Region noch viel mehr tun“, fordert Kroll mit Blick auf seine kleine Gemeinde mit 400 Einwohnern, die aber immerhin ein stattliches Durchschnittsalter von 68 Jahren haben! Das müsse man im Blick haben.

Kroll war deshalb auch Teilnehmer des Projektes „Lange mobil und sicher zu Hause“, bei dem es darum ging, wie Menschen fortgeschrittenen Alters sich lange geistig und körperlich fit halten können. „Das war eine tolle Sache“, resümiert der Domsdorfer. So toll, dass er zum einen im Seniorenbeirat der Stadt angeregt hat, dass sich alle Beiratsmitglieder entsprechend ausbilden lassen und zum anderen demnächst einen der Fachvorträge in Domsdorf für Interessierte wiederholen lassen wird.