Die ersten Zusammenkünfte haben die drei Mitglieder des neu gewählten Ortsbeirates in Beyern schon hinter sich gebracht. Auch wenn alle drei Frauen eigentlich noch nicht wirklich wissen, was da von ihnen erwartet und was alles auf sie zukommen wird. Für Erika Glenz, Elke Mirke und Daniela Ganter heißt es erst einmal Fuß fassen und horchen, wo es den Einwohnern im Dorf am meisten unter den Nägeln brennt.

„Wieder was ins Rollen bringen“ — ist die Devise der drei Frauen, die nach wie vor noch nicht restlos realisiert haben, wie schnell sie in diese Positionen gewählt worden sind. „Ich bin gerade mal ein Jahr hier und habe mich mehr oder weniger nur aufstellen lassen, weil ich nicht wollte, dass Beyern in Falkenberg untergeht“, erzählt Daniela Ganter. Auch Erika Glenz und Elke Mirke haben sich auf die Liste setzen lassen, um das Dorf voranzubringen. „Ich wollte nur, das was im Ort passiert, nicht, dass ich gleich gewählt werde“, setzt Erika Glenz nach.

Drei Neulinge in Sachen Dorfbefindlichkeiten

Und nun ist sie auch gleich noch die „Chefin“ des Damentrios. Der Frauen, die sich trauen, die Geschicke des Dorfes in die Hand zu nehmen. Aber welche Geschicke eigentlich? Alle drei zucken mit den Schultern. Auch wenn Erika Glenz und Elke Mirke weitaus länger in Beyern wohnen als Neuling Daniela Ganter — arbeitsbedingt waren beide bis vor kurzem so eingespannt, dass kaum Platz für Geselligkeit und Gemeinschaft blieb.

Also heißt es jetzt, Augen und Ohren auf ganz andere Art und Weise aufzusperren und für den Heimatort da zu sein. Der Aufgabe will sich Erika Glenz gern mit aller Kraft widmen. Erst viele Jahre Gemeindeschwester, dann selbstständig in der Häuslichen Krankenpflege liegt ihr der jetzige Ruhestand nicht so richtig. Nur zu Hause sitzen, putzen und kochen, das erfülle sie nicht, begründet sie ihr junges Engagement in Sachen Kommunalpolitik. Bei Elke Mirke ist es genau so. Nach jahrelanger Arbeit in der Gastronomie will sie sich jetzt längst noch nicht restlos aufs Altenteil setzen.

„Wir sind leider komplett unwissend, wie das alles geht“, sagt sie. „Deshalb verschaffen wir uns jetzt erst einmal einen Überblick und freuen uns, dass uns dabei auch ehemalige Beiratsmitglieder aus dem Dorf zur Seite stehen“, schiebt Erika Glenz nach. „Zuerst einmal geht es darum zu erfassen, wo welcher Bedarf besteht“, beschreibt Daniela Ganter die aktuelle Arbeit.

Schnell einen Überblick verschaffen

Die muss vor allem auch deshalb schnell getan werden, weil der städtische Haushaltsplan für das kommende Jahr in Vorbereitung ist. Soll Beyern darin eine fundierte Rolle spielen, heißt es schnell die entsprechenden Vorhaben anzumelden. „Es geht letztlich immer ums Geld“, hat Elke Mirke binnen kürzester Zeit erfasst, worum es sich in erster Linie immer drehen wird. Aber auch ohne viel Geld hat Erika Glenz einen festen Vorsatz: „Es wäre schön, wenn wir wieder zu mehr Dorfgemeinschaft, zu mehr Miteinander finden“, sagt sie fest entschlossen, dabei voranzugehen.

Ein paar konkrete Punkte sind bereits notiert: Ordnung im Dorf wird immer Thema sein. Aktuell geht es um abgeladenen Sperrmüll am Metallcontainer. Der Dorfteich ist nicht ausreichend abgesichert und mehr und mehr ein Schandfleck. Das ehemalige Konsumgrundstück ist vom Unkraut massiv eingewachsen. Der Weg zur Lößfurth ist in einem schlechten Zustand. So füllt sich die Liste des Ortsbeirates.

Immer donnerstags werden aktuelle Themen besprochen

Die weitere Arbeitsplanung sieht erst einmal wie folgt aus: Die drei Frauen wollen sich jeden Donnerstagabend bei Erika Glenz treffen und aktuelle Themen besprechen. Jeden dritten Donnerstag im Monat von 17 bis 18 Uhr stehen die Türen für Einwohner offen, die sich zur Runde dazugesellen und ihre Probleme und Anregungen loswerden können.