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| 15:54 Uhr

Holzdorf
Neuer Kommandeur auf dem Fliegerhorst in Holzdorf

Kommodore Oberstleutnant Christian Meyer (M) besiegelt die Übergabe des Kommandos der Lufttransportgruppe von Oberstleutnant Nicolas Bulitz (l.) auf Oberstleutnant Knut Brantin.
Kommodore Oberstleutnant Christian Meyer (M) besiegelt die Übergabe des Kommandos der Lufttransportgruppe von Oberstleutnant Nicolas Bulitz (l.) auf Oberstleutnant Knut Brantin. FOTO: Sven Gückel
Holzdorf. Der Fliegerhorst Holzdorf erhält mit Oberstleutnant Knut Brantin einen neuen Kommandeur. Er führt jetzt die etwa 1000 Mann starke Lufttransportgruppe 64 Holzdorf, die dem Hubschraubergeschwader (HSG) 64 unterstellt ist. Das ist der größte fliegende Verband der Bundeswehr. Von Sven Gückel

Dem Fliegerhorst Holzdorf stehen spannende Zeiten bevor. Das zumindest ist eine der Kernaussagen, die jüngst im Verlaufe des Kommandowechsels der Lufttransportgruppe zu vernehmen waren. Für die Realisierung meldet sich am Standort ein alter Bekannter zurück.

Die drei Männer sind sich nicht fremd, begleiten sich direkt und indirekt auf ihrem beruflichen Werdegang schon seit zwanzig Jahren. Was sie eint, ist, dass der Fliegerhorst Holzdorf für sie zu einer zentralen Stelle ihres Wirkens wurde. Sowohl Oberstleutnant Christian Meyer, Kommodore des Hubschraubergeschwader 64, als auch die Oberstleutnante Nikolas Bulitz und Knut Brantin haben hier Jahre ihre Dienstzeit verbracht, zuletzt in leitender Funktion.

Vor wenigen Tagen übergab Christian Meyer das Kommando der etwa 1000 Mann starken Lufttransportgruppe 64 Holzdorf, die dem HSG 64 unterstellt ist, von Nikolas Bulitz an Knut Brantin. „Das HSG 64 ist etwas Besonderes, das kann ich aus eigenem Erleben bestätigen”, betonte Christian Meyer. Und fügte an, dass der größte fliegende Verband der Bundeswehr sich durch die Qualität und Quantität seiner Arbeit auszeichnet, wobei Holzdorf diesbezüglich eine Sonderrolle zufällt. Denn der Platz liegt nicht nur strategisch günstig, er trägt auch maßgeblich zur Ausbildung junger Piloten bei, bildet in seinen Ausbildungswerkstätten Jugendliche aus und ist ein tragender Wirtschaftstruppenteil für umliegende Standorte bis Berlin.

Jeder Stabsoffizier müsse sich irgendwann entscheiden, ob er etwas bewegen oder bewegt werden will. Sowohl Bulitz als auch Brantin bescheinigte Meyer ersteres. Zudem hätten sich beide Offiziere mehrfach im Einsatz als Pilot bewiesen, vor allem Knut Brantin, der unter anderem in Mozambique, im Kosovo sowie mehrfach in Afghanistan tätig war. Herz, Hirn, Humor und Härte sind laut Christian Meyer Eigenschaften, die einen guten Soldaten ausmachten. „Lebe, atme, gestalte und genieße es“, fügte er vor der versammelten Truppe an.

Diese Eigenschaften werden die Soldaten und zivilen Mitarbeiter des Standorts in Zukunft verstärkt brauchen. „Unser Kernauftrag lautet, einsatzbereite Kräfte zu stellen. Das Handwerk beherrschen wir gut, aber auf uns wartet mehr“, hob Brantin in seiner ersten Ansprache hervor. Damit zielte der Oberstleutnant auf die avisierte Zuführung neuer Hubschraubermodelle am Standort, die nach derzeitigem Stand ab 2024 beginnen soll. Holzdorf wird der erste Fliegerhorst sein, der diese Maschinen erhält.

Am Standort Holzdorf herrsche ein „bejahender und gelebter Zusammenhalt“, und solche Leute brauche die Bundeswehr, so der gebürtige Ascherslebener, der bereits von 2005 bis 2012 und 2016 in Holzdorf Dienst leistete. Gern vernahm die Truppe auch seine Aussage: „Wir müssen mehr fliegen!“ Das umzusetzen, werde nicht einfach, da die Entscheidung darüber nicht allein bei den Holzdorfern liege. Aber, setzte er nach, er sei „weder optimistisch, noch pessimistisch, jedoch zur Tat entschlossen“.
Der weitere Weg von Nikolas Bulitz wird ins Ministerium der Verteidigung führen, wo der Generalstäbler vor seiner Versetzung 2014 nach Holzdorf schon einmal war. Hier obliegt ihm die Aufgabe, als Referent an der Steuerung der Einsätze von Spezialkräften der Bundeswehr mitzuwirken. Laut Meyer eine „Paradebesetzung“.

In Holzdorf und Umgebung hat man Bulitz während seiner Kommandeurszeit allerdings nur bedingt bis gar nicht wahrgenommen. Dementsprechend groß sind die Erwartungen des zivilen Umfeldes, aber auch der Bundeswehrangehörigen, dass sich das unter Oberstleutnant Knut Brantin fortan wieder ändern wird.