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| 12:49 Uhr

Nach 100 Tagen im Amt
Gesprächsbedarf besteht noch weit über den einen Abend hinaus

LR vor Ort in Herzberg. An die 150 Interessierte hatten sich im Bürgerzentrum eingefunden, um zu hören, wie Bürgermeister Karsten Eule-Prütz die ersten 100 Tage im Amt „überstanden“ hat, was er verändern, was beibehalten möchte und welche Aufgaben er aufgelistet hat.
LR vor Ort in Herzberg. An die 150 Interessierte hatten sich im Bürgerzentrum eingefunden, um zu hören, wie Bürgermeister Karsten Eule-Prütz die ersten 100 Tage im Amt „überstanden“ hat, was er verändern, was beibehalten möchte und welche Aufgaben er aufgelistet hat. FOTO: Sylvia Kunze / LR
Herzberg. „LR vor Ort“ war der Auftakt dafür, dass Herzberger mit ihrem neuen Bürgermeister ins Gespräch kommen - fernab von Büro und Schreibtisch, aber um so mehr auf Augenhöhe. Von Sylvia Kunze

An die 150 interessierte Frauen und Männer hatten sich am Donnerstagabend im Herzberger Bürgerzentrum eingefunden, um bei „LR vor Ort“ zu hören, wie es ihrem neuen Bürgermeister in den ersten 100 Tagen seines Amtes ergangen ist. Zugleich nutzten sie redlich die Chance, die sich ihnen erstmalig bot, mit Karsten Eule-Prütz als Stadtoberhaupt ins Gespräch zu kommen und ihm ihre Sorgen und Vorschläge für ein schöneres Herzberg anzutragen.

Eine große Diskussion wurde zum Beispiel um anstehende (Straßen)Baumaßnahmen im Stadtgebiet und die damit verbundenen, von den Bürgern anteilig zu zahlenden Beiträge geführt. Ob Lange Straße, Mittelstraße, Kaxdorfer Weg oder Neumarkt - die Anlieger wünschen den Kontakt und sind mit dem jetzigen Stand der Informationen und getroffenen Vereinbarungen noch nicht zufrieden. Sie forderten weiterführende Gespräche, die das Stadtoberhaupt ohne Zagen sofort zusagte.

Dieter Giersch aus der Langen Straße ging noch ein Stück weiter und will wissen, wie sich Eule-Prütz zum Thema Straßenausbaubeiträge generell positioniert und ob er sich vorstellen könne, sich entsprechenden anderen kommunalen Initiativen anzuschließen, diese ganz abzuschaffen. Und auch da muss der Bürgermeister nicht lange überlegen, weil ihn das Thema schon lange beschäftige und er sich dem persönlich gern anschließen wolle. „Ich werde das mit den Stadtverordneten besprechen“, versprach er.

Überhaupt ist das Miteinanderreden für ihn das A und O, wie die Diskussion immer wieder zeigte. „Kommunikation liegt mir sehr am Herzen“, betonte Karsten Eule-Prütz mehrfach, gestand aber auch ein: „Ich merke, dass ich davon noch weit entfernt bin.“ Die vielen Termine und Vorgänge, die ihn beim Einarbeiten fast überrollt haben, ließen kaum Freiraum, für die von ihm gewünschte Kommunikation über Rathaus und Amtsstuben hinaus. „Mir fehlt der Kontakt zu den Bürgern“, bekannte das neue Stadtoberhaupt nach gut 100 Tagen im Amt. „Es stört mich nicht, wenn mich jemand irgendwo anspricht. Das passiert eigentlich noch viel zu selten“, fordert er zum Dialog auf.

Den er übrigens auch auf verschiedenen Ebenen pflegen und voranbringen möchte: zum Beispiel über die regulären Bürgersprechstunden hinaus auf telefonischer Ebene, via Internet und moderne Medien. Wie das ganz genau aussehen könnte, dafür hat Eule-Prütz aktuell noch keine Idee. Aber auf dem Schirm als eine große Aufgabe der nächsten Zeit hat er das Thema schon.

Ebenso wie z.B. Fragestellungen zum innerstädtischen Verkehr, ob mit dem Auto oder dem Fahrrad, zu baulichen Schwachstellen im Stadtgebiet, zum Zustand von Botanischem Garten und Jugendstilvilla, zum Lärmaktionsplan, zur Jugendarbeit, zu fehlenden Freizeitangeboten für Jung und Alt oder zu einem Brunnen. Das sind alles Themen, die am Donnerstagabend weiterhin diskutiert wurden und in den nächsten Ausgaben noch eine Rolle spielen werden. Und weil  Gesprächsbedarf weit über den Abend hinaus besteht, hat der Herzberger Bürgermeister Einladungen zu weiteren Diskussionsrunden signalisiert.

Bürgermeister Karsten Eule-Prütz.
Bürgermeister Karsten Eule-Prütz. FOTO: Sylvia Kunze / LR