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Neue Gedenktafel für die Luthereiche

Mit weißer Rose und Lutherpass als Anerkennung für die Helfer Regina Nauck, Klaus Mann, Achim Arnold, Helmut Hauchwitz und Klaus John (v.l.).
Mit weißer Rose und Lutherpass als Anerkennung für die Helfer Regina Nauck, Klaus Mann, Achim Arnold, Helmut Hauchwitz und Klaus John (v.l.). FOTO: rmr1
Züllsdorf. Nein, gepflanzt hat er sie nicht. So alt ist die Luthereiche nun doch noch nicht. Rico Meißner

Möglich wäre, dass sie anlässlich seines 400. Geburtstages gesetzt wurde. Im Grunde soll sie an ihrem Standort in Züllsdorf an Luthers Reisen durch die Annaburger Heide erinnern und trägt deshalb diesen Namen. Der Heimatverein, genauer der Historienverein innerhalb dessen, hat nun am Freitag mit dem Aufstellen einer hölzernen Gedenktafel dafür gesorgt, diesen Umstand gut lesbar wieder ins Bewusstsein zu bringen.

"Wir arbeiten die Historie von Züllsdorf auf", erklärte Regina Nauck bei der Enthüllung der Tafel. "Viele jüngere Leute im Ort wussten gar nichts von der Bedeutung der Eiche." Ganz früher habe sie einmal ein Zaun umgeben, der aber nach Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Allmählich verwilderte das Areal rund um den Baum und die Geschichte drohte ganz in Vergessenheit zu geraten.

Die Bedeutung Luthers für Züllsdorf geht auf den ersten evangelischen Dorfpfarrer Johann Milde zurück. Milde war Student in Wittenberg, als Martin Luther dort wirkte. Später lebte er als Mönch im Herzberger Augustinerkloster, dessen Distriksvikar Luther war. Nach dessen Auflösung übernahm er 1522 die Züllsdorfer Pfarrstelle.

All diese Fakten stehen nun gut lesbar auf der Holztafel. Pünktlich vor dem einsetzenden Platzregen schaffte es Regina Nauck noch, allen Beteiligten und Helfern ausdrücklich zu danken. Als Zeichen dafür erhielten alle eine weiße Rose, beruhend auf dem Siegel des Reformators, und einen Lutherpass. Ob Martin Luther selbst nun, wie behauptet wird, die Kreuzung der damals viel genutzten Landesstraße über Buckau nach Herzberg querte, vielleicht sogar an jener Stelle, an der jetzt die Eiche steht, Rast hielt, wird aber für immer ein Geheimnis der Geschichte bleiben.