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Neu, aber nicht anders

Der Neumarkt in Richtung Torgauer Straße. Die Bürger möchten ihn in seiner Grundgestaltung so behalten, wie er ist.
Der Neumarkt in Richtung Torgauer Straße. Die Bürger möchten ihn in seiner Grundgestaltung so behalten, wie er ist. FOTO: ru
Herzberg. Die Neumarkt-Anlieger in Herzberg möchten die Sanierung ihrer Straße, aber keine Umgestaltung. In einer Zusammenkunft haben sie ein Schreiben an die Stadt aufgesetzt. Birgit Rudow

Die Sanierung des Herzberger Neumarktes ist eines der nächsten großen innerstädtischen Vorhaben. Schon im Haushalt 2015 waren 40 000 Euro Planungskosten für den Neumarkt eingestellt. Aus finanziellen Gründen wurde das Projekt aber verschoben. Jetzt soll es angegangen werden. Wie die RUNDSCHAU berichtete, wurden den Abgeordneten und den Anliegern der etwa 125 Meter langen Straße im jüngsten Bauausschuss erste Vorstellungen zur Umgestaltung des Neumarktes erläutert. Dazu gehörten zum Beispiel die Anpflanzung neuer Bäume, die Außenraumgestaltung auf einer Ebene im hinteren Teil oder die teilweise Einengung der Straße auf eine Spur. Es waren erste Vorschläge, doch die stießen bei einigen Anwohnern nicht unbedingt auf offene Ohren.

15 Anlieger wohnen am Herzberger Neumarkt. Vertreter von zehn Familien sind am vergangenen Samstagabendabend der Einladung einiger Anlieger in die Gaststätte gefolgt, um sich zu ihren Vorstellungen und zu den Plänen der Stadt auszutauschen. Auch zwei Familien aus der angrenzenden Mauerstraße waren dabei, so Harald Donath, einer der Initiatoren des Treffens.

Klar ist, die Straße muss saniert werden und sie braucht auf jeden Fall eine funktionierende Regenentwässerung. Was neue Gestaltungsideen betrifft, so gehen die Meinungen der Anwohner auch nach diesem Treffen mit den Vorstellungen der Planer weit auseinander. "Alle anwesenden Anlieger haben sich am Samstagabend dafür ausgesprochen, den Neumarkt zu sanieren, ihn aber in seiner Gestalt so zu belassen, wie er jetzt ist", sagt Harald Donath. Das heißt, die Straße soll in Lage und Breite nicht verändert werden, die Borde sollen bleiben und die Bäume sollen nicht abgeholzt und so auch nicht durch neue ersetzt werden. Harald Donath hebt hervor, wie sich die Anlieger für ihren Neumarkt engagieren. Viele haben schon als Kinder in der Straße gewohnt, erzählt er. "Wir kümmern uns, gießen die Bäume, halten den Straßenraum sauber. Die Nachbarn achten aufeinander und auf die Straße. Bei uns hat noch keiner Grafitti an die Häuserwände geschmiert", sagt der Mann vom Neumarkt.

Wichtig sei den Bewohnern im Zuge der Straßensanierung auch, die Verkehrsprobleme im Neumarkt in den Griff zu bekommen, so Harald Donath. Die Bürger könnten sich eine verkehrsberuhigte Zone vorstellen, sagt er. Der Autoverkehr könnte eventuell über die Nordpromenade auf die Torgauer Straße geführt werden. Eine weitere Möglichkeit sei vielleicht auch, den großen Marktplatz an einer Stelle für eine Einbahnstraßenregelung zu öffnen, meinen die Neumarkt-Anlieger.

Sie haben ihre Meinungen zusammengefasst und wollen sie in einem Schreiben und mit einer Unterschriftensammlung an die Bauverwaltung der Stadt Herzberg und das Planungsbüro schicken. Beide, Verwaltung und Planer, hatten die Anlieger in der Bauausschusssitzung dazu aufgerufen, ihre Vorstellungen zur Neumarktsanierung einzubringen.