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| 15:32 Uhr

Freiwillige gesucht
Naturschutzzentrum braucht „frisches Blut“

 Mit dem Familiensonntag am letzten Septemberwochenende ist die Saison 2019 im Naturschutzzentrum Kleinrössen zu Ende gegangen. Das Zentrum besteht schon seit 25 Jahren und zieht die Besucher zu seinen Veranstaltungen immer zahlreich an.
Mit dem Familiensonntag am letzten Septemberwochenende ist die Saison 2019 im Naturschutzzentrum Kleinrössen zu Ende gegangen. Das Zentrum besteht schon seit 25 Jahren und zieht die Besucher zu seinen Veranstaltungen immer zahlreich an. FOTO: Dieter Müller
Kleinrössen. Seit 25 Jahren ist die Einrichtung in Kleinrössen eine beliebte Begegnungsstätte für den ländlichen Raum. Unterhaltung, Pflege und Veranstaltungen fordern aber sehr viel Kraft. Von Birgit Rudow

Fast unbemerkt in der Öffentlichkeit und ohne großes Trara ist das Naturschutzzentrum Kleinrössen in diesem Jahr ein Vierteljahrhundert alt geworden. Vielleicht ist der runde Geburtstag auch wegen der 600-Jahrfeier in Kleinrössen in diesem Jahr etwas in den Hintergrund geraten.

Doch sei es, wie es sei. Im Mai 1994 ist das Projekt Naturschutzzentrum gestartet und hat sich mit seinem rustikalen Charme schon bald zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Die Familiensonntage kennt in der Herzberger und Falkenberger Region fast jedes Kind. „Seit 25 Jahren sind wir eine beliebte Begegnungsstätte im ländlichen Raum“, sagt Christina Lehmann. Vom ersten Tag an leitet die 66-Jährige das Zentrum und ist Vorsitzende des Trägervereins für ökologische Bildung und Arbeit.

Herzstück der Einrichtung ist ein um 1900 erbauter Bauernhof mit einem Wohnhaus, einer Scheune und Stallungen. Dazu gehört auch ein Lehr- und Schaugarten sowie ein Naturlehrpfad. Tausende besuchen diese Kleinod jährlich vor allem an den in der Saison monatlich stattfindenden Familiensonntagen. „Wir sind und waren immer wieder erstaunt, wie viele Leute nach Kleinrössen kommen. Wir sind von Herzberg, Uebigau oder Falkenberg auch gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Deshalb ist das Motto ‚Rast mit dem Rad’ auch angebracht“, sagt Christian Lehmann.

Familiensonntag in Kleinrössen, das heißt Natur pur, neueste Tipps für den Garten oder die Kleintierhaltung und natürlich leckerer Hefekuchen von den Landfrauen. Da wird Brot im Backofen gebacken und die Kräuterfrauen geben ihr Wissen weiter. Bei schönem Wetter gibt es zu bestimmten Terminen im Zentrum auch Kaffee und Kuchen, wenn kein Familiensonntag ist. Bei denen fehlt es selbstverständlich nicht an Kultur – ob kleine Konzerte in der Fachwerkkirche, Buchlesungen oder gestalterische Kunst. „Wir geben Volkskünstlern bei uns eine Bühne, die sonst nicht sehr oft die Möglichkeit dazu haben“, so die Chefin.

Vor wenigen Tagen, am letzten Septembersonntag, ist die 25. Saison im Naturschutzzentrum zu Ende gegangen. Trotz großem Bauernmarkt in Herzberg am Tag zuvor, haben sich noch einmal viele Besucher auf den Weg nach Kleinrössen gemacht. Vielleicht auch, weil bei dem einen oder anderen durchgesickert war, dass es womöglich im kommenden Jahr nicht mehr weiter gehen würde mit dem Naturschutzzentrum.

Doch da kann Christina Lehmann Entwarnung geben. „Wir machen weiter, es hilft ja nichts“, sagt sie. Sie macht aber keinen Hehl daraus, dass sie eigentlich etwas kürzer treten wollte und dass sie nach einem anderen Verein als Träger für das Zentrum gesucht hat. Gefunden hat sie ihn nicht. Und so bleibt nichts anderes übrig, als die Kräfte, aber auch das Programm, zu bündeln.

Im nächsten Jahr finden die Familiensonntage nur noch drei Mal statt – im April, im Juni und im September. Aber auch im Mai, im Juli und im August ist das Zentrum am letzten Sonntag des Monats geöffnet, nur eben ohne das umfangreiche Programm. Dazu kommt noch das Klemmkuchenfest im Februar.

 Zum letzten Familiensonntag im Naturschutzzentrum 2019 hat Karin Köllner aus Herzberg im Bücherstübchen aus ihrem Buch „Die rabenschwarze Welt der Kiki“ vorgelesen.
Zum letzten Familiensonntag im Naturschutzzentrum 2019 hat Karin Köllner aus Herzberg im Bücherstübchen aus ihrem Buch „Die rabenschwarze Welt der Kiki“ vorgelesen. FOTO: Dieter Müller

Zehn Frauen und Männer helfen im Projekt tatkräftig mit. Der Altersdurchschnitt liegt bei 60plus, sagt Christian Lehmann. Im Rahmen der sozialen Teilhabe bekam der Verein vom Jobcenter zwei Kräfte genehmigt. „Die beiden Männer sind wirklich fleißig. Sie erledigen Pflegearbeiten auf dem Gelände und helfen bei den schweren Arbeiten zu den Familiensonntagen“, so die Leiterin. Auch die Stadt Falkenberg greift unter die Arme. Zum Beispiel bei der Pflege der großen Flächen. Christina Lehmann weiß, dass die Stadt das Zentrum auch in der Zukunft gern erhalten möchte.

Doch das komplette Gelände und die Gebäude zu unterhalten, entwickele sich mittlerweile zur Katastrophe, sagt die Leiterin. Man brauche unbedingt noch Sponsoren und weitere freiwillige Helfer. Sie spricht damit die Jüngeren ebenso an wie Ältere. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine Frauen oder Männer gibt, die zu Hause sind und die gern für ein paar Stunden in einer Gemeinschaft mitarbeiten möchten, zumal es bei uns auch richtig Spaß macht“, sagt sie. Wer sich für eine Aufgabe im Naturschutzzentrum  interessiert, der kann sich gern bei Christina Lehmann melden und informieren. Sie ist unter der Telefonnummer 03535 3543 zu erreichen.