ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:33 Uhr

Namentliche Abstimmung zum Teilregionalplan Windkraft in Herzberg

Herzberg. Das Windgebiet 21 mit einem Abstand von weniger als 1000 Metern zur Wohnbebauung sorgt seit Langem in Hohenbucko für extremen Widerspruch und die Bildung einer Bürgerinitiative. Im neuen Entwurf des Teilregionalplanes Windkraft ist W 21 nun nicht mehr enthalten, und der Mindestabstand aller Windeignungsflächen zur Wohnbebauung wurde nach landesweiten Forderungen generell mit 1000 Metern festgelegt. Gabi Zahn

Statt „W 21“ ist jetzt allerdings mit „W 28“ ein mögliches neues Gebiet zwischen Proßmarke und Hillmersdorf mit sechs Anlagen eingezeichnet – im Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung. Dennoch war sich ein Großteil der Hohenbuckoer Abgeordneten in der zurückliegenden Zusammenkunft in der Vorwoche darin einig, dass man dem Entwurf nicht zustimmen werde. „Für den Ortsteil Hohenbucko kämpfen wir, dass keine Mühlen kommen, und jetzt können wir als Abgeordnete nicht dafür sein, dass im Ortsteil Proßmarke welche platziert werden“, zeigte Bodo Richter aus Proßmarke als Erster auf und forderte eine namentliche Abstimmung. Andreas Polz, Dennis Lürding und Anke Krumpholz pflichteten dem bei. Mit diesen vier Neinstimmen, den Enthaltungen von Norbert Protsch und Jörg Kramer sowie den Ja-Stimmen von Günter Schlauß und Karl-Heinz Alexander wurde der neue Entwurf des Teilregionalplanes Windkraft von der Gemeinde Hohenbucko abgelehnt.

Man verstehe das voll und ganz, gaben Schlauß und Alexander zu verstehen. Da es jedoch nicht ausschließlich um Hohenbucko und Proßmarke gehe, sondern auch darum, dass die Forderung des Mindestabstandes von 1000 Metern endlich berücksichtigt wurde, möchte man die Zustimmung nicht generell verweigern.

Allerdings verhindert die neue Entwurfsplanung, die im Frühjahr im Landesparlament diskutiert und vorgeschlagen wurde, längst noch nicht W 21 in Hohenbucko. „Wir sind die Mühlen noch nicht los“, machte Karl-Heinz Alexander deutlich, und: „Das Pendel schlug schon einmal wesentlich mehr für uns aus, doch nach den jüngsten Informationen ist alles wieder ungewiss. Wir haben schlechte Karten, weil der Landrat den Windmühlen bei Hohenbucko zugestimmt hat und auch die Bundeswehr im Gegensatz zu früheren Äußerungen nicht auf ihr Tieffluggebiet über Hohenbucko besteht“, machte der Bürgermeister deutlich.

Der Bauantrag für W 21 sei nach dem alten und noch gültigen Teilregionalplan gestellt worden, und niemand traue sich durchzusetzen, dass man nunmehr eher nach dem neuen Entwurf entscheiden müsste. „Es ist schlimm: Die früheren Abgeordneten haben nichts mehr zu sagen, und die neuen im Land sind noch nicht vereidigt“, so Karl-Heinz Alexander.

Nichtsdestotrotz, Hohenbucko gibt nicht auf: In diesen Tagen steht eine Fahrt zum Landesumweltamt nach Cottbus erneut im Kalender der Bürgerinitiative. Gabi Zahn