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| 17:42 Uhr

Elbe-Elster
Nachwuchssorgen bei den Senioren

Elbe-Elster. Der Kreisseniorenbeirat Elbe-Elster kümmert sich um Belange der älteren Generation.

Die Zahl der älteren Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Elbe-Elster nimmt immer mehr zu, die Fürsorge für diese Generation erfordert weitere Anstrengungen. Die „Alten“ können aber auch noch gut für sich selbst sorgen und ihr Leben selbst gestalten. So arbeiten zahlreiche Ehrenamtliche mit Engagement, Durchhaltevermögen und Freude in den Seniorenbeiräten. Wie sie agieren, darüber hat die Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates, Petra Hollstein aus Herzberg, im Ausschuss für Familie, Soziales und Gesundheit des Kreistages berichtet.

Das Gremium hat 15 Mitglieder. „Sie alle vertreten die Seniorenbeiräte der Städte und Gemeinden. Nur die Ämter Elsterland, Plessa und Schradenland sowie die Stadt Herzberg haben keine Vertreter benannt“, so Petra Hollstein.

Der Kreisseniorenbeirat und vor allem der fünfköpfige Vorstand (Petra Hollstein, Monika Löppen, Renate Rziha, Astrid Homagk und Ingrid Hentschel) sehen sich als Multiplikator für die Belange der älteren Bürger. Sie möchten die Altenpolitik im Kreis mitgestalten. „Bei der Kreisverwaltung und vor allem beim Sozialamt haben wir immer einen Rückhalt, auch bei finanziellen Dingen“, so die Vorsitzende. Denn auch Senioren brauchen Geld für ihre Aktivitäten – für Fahrkosten, die Ausgestaltung von kleineren Veranstaltungen oder für die jährliche Seniorenwoche. Regelmäßig werden „Bettelbriefe“, wie sie Petra Hollstein scherzhaft nennt, an die Sparkasse, das Klinikum oder die Albert-Schweizer-Seniorenzentrum gGmbH geschrieben. „Es gibt immer einen positiven Rücklauf“, sagt sie. Über die Verwendung der Finanzen entscheidet der Vorstand gemeinsam. Kommunen und Ämter können Anträge für die Seniorenarbeit beim Kreisseniorenbeirat einreichen.

Im Raum Finsterwalde arbeitet der Beirat eng mit der Volkssolidariät zusammen. In den anderen Regionen des Kreises mit dem ASB und und der Arbeiterwohlfahrt. Aber auch mit örtlichen Zusammenschlüssen organisiert der Beirat Aktivitäten. „Rentner haben Zeit. Sie verbringen sie oft gemeinsam“, so Petra Hollstein. Es vergeht kein Monat ohne Veranstaltungen. Eine große Hilfe ist dabei auch der Pflegestützpunkt Elbe-Elster. Besonders interessant sind für Senioren immer wieder Informationen zu altersgerechter Technik. Viele Beiräte in den Kommunen würden sich auch Referenten einladen, die über Gesetzes­änderungen informieren oder über die Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Auch das Internet würde bei den Senioren zunehmend ein Thema sein, so Petra Hollstein. Allerdings weniger bei den „hochaltrigen“ Senioren zwischen 75 und 85, sagt sie.

Ein Höhepunkt ist in jedem Jahr die Brandenburger Seniorenwoche, die immer im Juni stattfindet. In diesem Jahr wird sie zum 25. Mal begangen. Die kreisliche Veranstaltung dazu findet in Falkenberg statt. „Diese Zusammenkunft nutzen wir stets dazu, langjährige aktive Seniorinnen und Senioren auszuzeichnen und ihnen dafür zu danken, dass sie sich für die Freizeitgestaltung der älteren Bürger einsetzen“, sagt Petra Hollstein. Aber auch die Senioren haben Nachwuchssorgen. „Wir suchen immer wieder Mitstreiter, die sich vor Ort und auch auf kreislicher Ebene engagieren. Wer mitmachen möchte, der kann sich gern bei uns melden“, so die Vorsitzende.

Der Beirat kümmert sich auch immer wieder um die Probleme der Älteren im Landkreis und trägt sie an  Verwaltungen und politische Gremien ran. Das hat Petra Hollstein auch im Sozialausschuss wieder getan und zwei Punkte angesprochen. Der erste betrifft den öffentlichen Nahverkehr. Unter der Woche könnten die Senioren die Schulbusse nutzen. An den Wochenenden sei die Mobilität für diejenigen, die nicht mit dem Auto fahren können, aber sehr eingeschränkt. Sie kämen zum Beispiel nicht zu vielen schönen Veranstaltungen im Landkreis, so Petra Hollstein. Sie bat die Abgeordneten und die Kreisverwaltung, sich mit dem Problem zu beschäftigen.

Eine weitere Schwierigkeit sei für viele ein altersgerechter Umbau. „Die Menschen möchten so lange wie möglich in ihren vier Wänden wohnen bleiben. Für notwendige bauliche Veränderungen fehlt ihnen aber schlichtweg das Geld“, so die Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates.