Wer etwas Geduld mitbringt, der kann jetzt im Herzberger Tierpark den jüngsten Tiernachwuchs beobachten. Drei kleine Nerze trauen sich jetzt nach draußen. Geboren wurden sie wahrscheinlich Mitte Mai. „Genau können wir das nicht sagen. Die Fähe – also die Nerzmutter – versteckt sich zur Geburt im Baumstamm. Man kann nur immer horchen, ob schon ein leises Quieken der Jungen zu hören ist“, sagt Tierparkleiterin Diana Enigk. Deshalb haben sich die Tierparkleute sehr gefreut, dass die Jungen jetzt putzmunter ins Freie kommen. Begutachten kann man sie neben dem Pavillon gegenüber vom Großgehege.

Nerze sind nur zu Gast im Herzberger Tierpark

Die Nerze sind nur zeitweise Gäste im Herzberger Tierpark, und das auch nur das weibliche Tier und die Jungtiere. Herzberg ist Mitglied im Verein Euronerz e.V. Der Verein kümmert sich um den Erhalt des Europäischen Nerzes. „Wir geben die Fähe und die Jungen im September oder Oktober an den Verein zurück. Die Jungen werden ausgewildert und die Weibchen zum Paaren mit Männchen zusammengebracht. Im April bringt der Verein ein hoffentlich tragendes Weibchen wieder zu uns“, erklärt Diana Enigk.

Herzberg

Nur noch kleine Nerz-Bestände in Deutschland

Wie der Verein informiert, gehört der Europäische Nerz zur Familie der Marder. Sein dichtes Fell ist gleichmäßig schokoladenbraun gefärbt, nur Schnauze und Kinn sind weiß. Diese Zeichnung unterscheidet ihn von dem äußerlich sehr ähnlichen Amerikanischen Mink. Heute ist der Europäische Nerz fast nahezu vergessen. Es existieren nur noch kleine isolierte Bestände.
Zu den Mitgliedern des Vereins gehören unter anderem auch der Tierpark Eilenburg, der Heimattiergarten Riesa oder der Tierpark Wittenberg.
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