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| 18:17 Uhr

Aufräumarbeiten nach Sturm „Friederike“
Elbe-Elster fliegt durch die Luft

Die Grund- und Oberschule in Elsterwerda blieb aufgrund dieser schweren Sturmschäden am Freitag geschlossen.
Die Grund- und Oberschule in Elsterwerda blieb aufgrund dieser schweren Sturmschäden am Freitag geschlossen. FOTO: Berger / LR
Elbe-Elster. Abgedeckte Dächer und unzählige umgestürzte Bäume: Die Schäden durch den Sturm „Friederike“ werden seit Donnerstagabend im gesamten Elbe-Elster-Land aufgearbeitet. Schulen bleiben geschlossen, Haushalte sind zeitweise ohne Strom. Ein Überblick. Von Frank Claus, Birgit Rudow und Gabi Böttcher

Insgesamt 29 Einsätze gab es durch die Freiwillige Feuerwehr Elsterwerda. „In der Mehrzahl handelte es sich um Bäume, die Verkehrswege blockierten oder zu blockieren drohten“, berichtet der stellvertretende Bürgermeister Ansgar Große. Schwerpunkte seien der Bereich der Bundesstraße 101 in Richtung Bad Liebenwerda und die Kreisstraße in Richtung Kraupa gewesen. Die Grund- und Oberschule in Elsterwerda, wo das Sturmtief Teile des Wärmedämm-Daches heruntergerissen hat, ist am Freitag geschlossen geblieben. Auch das Dach des Bahnhofsgebäudes wurde beschädigt. Auf dem Friedhof Krauschütz hielten zwölf Bäume dem Sturm nicht stand und stürzten teils auf Gräber. Von umgefallen Bäumen war auch der Schlosspark Elsterwerda betroffen.

Die Straße zwischen Döbrichau und Rehfeld war vor lauter umgestürzten Bäumen kaum noch zu erkennen. Sie war auch am Freitag für Fahrzeuge noch nicht passierbar.
Die Straße zwischen Döbrichau und Rehfeld war vor lauter umgestürzten Bäumen kaum noch zu erkennen. Sie war auch am Freitag für Fahrzeuge noch nicht passierbar. FOTO: Dieter Müller

Im Stadtgebiet von Bad Liebenwerda kam die Feuerwehr insgesamt 57 Mal sturmbedingt zum Einsatz. Haupteinsatzorte waren nach Angaben der Stadtverwaltung Kröbeln, Prieschka, Zeischa, Dobra und Theisa. Über 100 Bäume lagen auf den Straßen. Ein größerer Schaden ist am Dach des Grundschulzentrums entstanden.

Mitarbeiter der Deutschen Bahn haben am Freitag die Strecke zwischen Herzberg und Jüterbog von  Bäumen befreit. Hier hatte der Sturm richtig reingeschlagen. Reisende mussten den Ersatzverkehr nutzen.
Mitarbeiter der Deutschen Bahn haben am Freitag die Strecke zwischen Herzberg und Jüterbog von  Bäumen befreit. Hier hatte der Sturm richtig reingeschlagen. Reisende mussten den Ersatzverkehr nutzen. FOTO: Dieter Müller

„Friederike“ hat auch im Stadtgebiet Uebigau-Wahrenbrück ganze Arbeit geleistet. Erst am Freitag gegen 11 Uhr konnte die Bundesstraße 101 wieder für den Verkehr freigegeben werden. Wegen zahlreicher umgestürzter Bäume musste sie zwischen Winkel und Beutersitz gesperrt werden. Auf das Bootslager im Erholungsgebiet Kleiner Spreewald in Wahrenbrück ist ein Baum gestürzt, Feuerwehrgerätehäuser in Kauxdorf und Beutersitz wurden beschädigt. Erhebliche Schäden hat der Sturm am kürzlich neu aufgebauten Wärmedämm-Dach der Kindertagesstätte „Zwergenland“ in Wildgrube (Stadt Uebigau-Wahrenbrück) angerichtet. Dieses hat der Sturm komplett abgedeckt. Die Kita musste geschlossen bleiben.

Das Dach der Kita "Zwergenland" in Wildgrube wurde durch das Sturmtief komplett abgedeckt – elf Jahre auf den Tag genau nach Orkan „Kyrill“. Das Dach ist erst im vergangenen Jahr neu aufgebracht worden.
Das Dach der Kita "Zwergenland" in Wildgrube wurde durch das Sturmtief komplett abgedeckt – elf Jahre auf den Tag genau nach Orkan „Kyrill“. Das Dach ist erst im vergangenen Jahr neu aufgebracht worden. FOTO: Andreas Claus

Zu insgesamt 51 Einsätzen sind 61 Kameraden der Herzberger Feuerwehr am Donnerstag zwischen 15 und 21 Uhr ausgerückt. Zumeist handelte es sich um Bäume, die auf der Fahrbahn lagen. Schwere Gebäudeschäden gab es im Herzberger Stadtgebiet nicht. Prekär ist die Lage hingegen in den Wäldern. „Hatten wir einen Baum von der Straße beseitigt, ist der nächste daneben umgefallen“, so Björn Horn von der Herzberger Feuerwehr. Mitunter war es während des Sturms so gefährlich, dass die Kameraden den Wald nicht mehr betreten konnten. So mussten einige Straßen wegen umliegender Bäume länger gesperrt werden. Die Feuerwehrleute mussten Prioritäten setzen, wodurch auch ein Notarztwagen auf der B 87 wegen eines umgestürzten Baumes zunächst nicht weiter kam. „51 Einsätze – das waren mehr als zu ‚Kyrill‘ vor elf Jahren“, resümiert Björn Horn. An einem Windrad in Rehfeld sollen derweil Geschwindigkeiten von 159 km/h gemessen worden sein.

Die Straßen wieder befahrbar machen: So lautete schwerpunktmäßig die Aufgabe im Amt Schradenland am Freitag. Tagsüber gab es Probleme auf der Straße zwischen Hirschfeld und Strauch in Richtung Sachsen, wobei auf der sächsischen Seite noch erheblich mehr beräumt werden musste, informiert Amtsdirektor Thilo Richter.

Insgesamt hat die Feuerwehr 17 Einsätze fahren müssen. Beschädigt wurde des Weiteren ein Schuppen auf dem Schulgelände in Gröden und in Hirschfeld hat das Einkaufszentrum des NP-Marktes erhebliche Löcher. Dort hat es auch den Einkaufswagen-Unterstellstand aus den Halterungen gerissen. Der Weihnachtsstern, der im Turm der Kirche Gröden hing, hat den Sturm ebenfalls nicht überstanden.

Die Gemeinde Röderland ist am Freitag noch mitten in der Schadensaufnahme gewesen. Schäden seien nach Angaben eines Verwaltungsmitarbeiters unter anderem am Feuerwehrgerätehaus Stolzenhain zu verzeichnen gewesen. Dort fiel ein Baum auf das Dach.

Am Freitagvormittag waren in Elbe-Elster noch etwa 170 Haushalte ohne Strom. Es handelt sich um einige Häuser und Straßen in Hohenleipisch, Elsterwerda, Prösen, Oppelhain, Schönborn, Großrössen, Beyern und Klingmühl. Zu Spitzenzeiten des Sturms seien im Landkreis 2300 Haushalte ohne Strom gewesen, so eine enviaM-Sprecherin. Wann alle Haushalte wieder versorgt sind, konnte sie noch nicht sagen, da es sich zumeist um Niederspannungsstörungen handelt, die vor Ort begutachtet und behoben werden müssen.

Der Bahnverkehr auf der Strecke Leipzig – Cottbus rollte am Morgen mit einiger Verspätung langsam wieder an. Ersatzverkehr gab es bis Redaktionsschluss am Freitag noch zwischen Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain sowie zwischen Jüterbog und Falkenberg/Elster.