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| 20:37 Uhr

Nach den Supermarktbränden
Beide Märkte werden wieder aufgebaut

 Auf diese klare Aussage haben die Falkenberger und andere Kunden des abgebrannten Marktes gewartet. Der Versorgungsstandort im östlichen Teil der Eisenbahnstadt hat eine Zukunft.
Auf diese klare Aussage haben die Falkenberger und andere Kunden des abgebrannten Marktes gewartet. Der Versorgungsstandort im östlichen Teil der Eisenbahnstadt hat eine Zukunft. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Falkenberg/Uebigau. Sowohl in Falkenberg als auch in Uebigau wird die Nachricht mit großer Freude aufgenommen. Die Planungen für den Neustart der beiden Einkaufseinrichtungen laufen bereits. Von Sylvia Kunze

Man darf nicht glauben, dass die zurückliegenden Brände im Penny-Markt in Falkenberg oder im Netto-Markt in Uebigau kein Thema mehr wären und von anderen Nachrichten überdeckt würden. Sie sind und bleiben weiter Stadtgespräch. „Wir haben uns gerade erst wieder darüber unterhalten“, sagt Isolde Kretschmer, die im Uebigauer Seniorentreff das Zepter in der Hand hält. „Wir fragen uns alle: Was geht bloß in den Köpfen solcher Menschen vor?“, erzählt sie mit Blick in die Runde und dem offenkundigen Verdacht der Brandstiftung. Auch wenn die Polizei dazu bis heute noch keine Aussagen trifft. „Wir arbeiten auf Hochtouren“, versichert Polizeipressesprecher Torsten Wendt.

Die Uebigauer Senioren indessen beschäftigt ein anderer Fakt noch viel mehr: Wie erledigen sie jetzt ihre täglichen Einkäufe? Einige sind noch selbst mobil, werden von Familienangehörigen gefahren oder versorgt. Die 91-jährige Ilse Scheike ist froh, dass der Enkel für sie sorgt. Mal selbst bis zum Supermarkt laufen, das ist momentan für sie nicht mehr drin. Mit dem Rollator würde sie es nicht bis nach Falkenberg schaffen. Andere, wie zum Beispiel die 97-jährige Gertrud Glade, bekommen von Nachbarn das Notwendigste mitgebracht. Isolde Kretschmer, mit 71 Jahren eine recht junge Dame in dieser Runde, hat erst zu Wochenbeginn den extra eingesetzten „Einkaufsbus“, der zweimal täglich von Uebigau nach Falkenberg fährt, genutzt. „Ein schönes Angebot“, lobt sie. „Wenn er auch noch an der Haltestelle in der Torgauer Straße halten würde, könnte ich ihn auch nutzen“, schiebt Gertrud Glade nach.

Der Markt-Shuttle soll eine Übergangslösung darstellen, bis vor Ort in Uebigau wieder ein Netto-Angebot offeriert werden kann. An einem Einkaufsmarkt-Provisorium, in dem erst einmal ein Grundsortiment angeboten werden kann, wird nach Informationen von Andreas Claus, Bürgermeister in Uebigau-Wahrenbrück, schon gearbeitet. Dabei soll es sich um eine Zeltvariante handeln, die auf dem Parkplatz vor dem abgebrannten Supermarkt zum Stehen kommen soll. Aktueller Stand: „Montagnachmittag sollen die Aufbauarbeiten beginnen. Man rechnet, dass sie etwa drei Wochen in Anspruch nehmen werden, sodass bestenfalls schon ab Anfang September vor Ort wieder verkauft werden kann“, sagt Andreas Claus. Zu Wochenbeginn sollen außerdem im Inneren des alten Marktes Aufräumarbeiten beginnen, um der Geruchsbelästigung entgegenzuwirken, die von nicht gänzlich verbrannten Lebensmitteln ausgehen, berichtet der Bürgermeister von aktuellen Abstimmungen.

 Auch der Netto-Markt in Uebigau soll wieder aufgebaut werden. Um die Kunden zu halten, baut der Discounter auf Zwischenlösungen.
Auch der Netto-Markt in Uebigau soll wieder aufgebaut werden. Um die Kunden zu halten, baut der Discounter auf Zwischenlösungen. FOTO: LR / Sylvia Kunze

Parallel arbeite man aber auch schon am Wiederaufbau des eigentlichen Marktes. Man rechne mit etwa einem Jahr, bis der Neubau stehe und eröffnet werden könne.

Die gleiche „frohe“ Botschaft ist nun auch in Falkenberg am dort abgebrannten Penny-Markt in Form eines großen Banners sichtbar gemacht worden. „Die Filiale werden wir wieder aufbauen, die Planungen hierfür werden gerade erarbeitet. Die Errichtung erfolgt nach jetzigem Stand an etwa gleicher Stelle“, ist von Anja Schwerdtfeger, Regionsleiterassistenz Region Ost im Penny-Unternehmen, zu erfahren.

So wie Netto den Standort Uebigau nicht aufgeben will, hält Penny an dem in Falkenberg fest, denn „der Standort ist für uns sehr wichtig, da wir hier nicht nur Falkenberger, sondern auch den Einwohnern aus einem weiträumigen Umfeld die Möglichkeit bieten, bei Penny gut und günstig einkaufen zu können“, so Anja Schwerdtfeger weiter.

Übrigens: Selbst ohne Brand liefen Überlegungen hinsichtlich räumlicher Veränderungen. Just an dem Donnerstag, an dem der Markt  wenige Stunden zuvor zum Opfer der Flammen wurde, sollte es zu einem langfristig geplanten Treffen von Eigentümer und Verwalter kommen. „Bei dem Termin sollten Möglichkeiten der Modernisierung besprochen werden“, berichtet die Regionsleiterassistentin. Daraus wurde dann jedoch aufgrund der Umstände ein ganz anderes Gespräch.

Mit positivem Ausgang für die Region. Denn selbst wenn die Stadt Falkenberg an sich ganz gut mit Supermärkten bestückt ist, „auf den Standort des Penny-Marktes können wir nicht verzichten. Er versorgt den gesamten östlichen Bereich der Stadt. Wer nicht ausreichend mobil ist, kommt nicht über die Bahnhofsüberführung. Das ist ein echtes Problem“, weiß der Falkenberger Bürgermeister Herold Quick aus vielen Gesprächen der zurückliegenden Tage. „Wir haben für Bäcker und Fleischer, die mit im Markt untergebracht waren, auch schon Ausweichmöglichkeiten angeboten. Die kommen momentan jedoch erst einmal nicht infrage, wurde geantwortet“, berichtet Quick weiter.