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| 02:38 Uhr

Münzsammelzeit

"Das soll Gott verhüten!" So sagte Petrus vorwurfsvoll zu Jesus, als er seinen Freunden von seinem bevorstehenden Leidensweg nach Jerusalem erzählte. Haben Sie eigentlich einmal weiter gedacht, was denn geworden wäre, hätte sich Jesus von Petrus umstimmen lassen? Dann hätten wir keinen Grund, heute am Sonntag zusammen zu kommen und unsere Erlösung zu feiern.

1-Cent, 2-Cent, 5-Cent- Stückes tummeln sich dort.

Es kostet ja heute alles irgendwie 9,99 oder 1,99 und immer bekomme ich ein paar Cent zurück. Na klar, meine Oma sagte immer: "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Tales nicht wert." Deshalb habe ich zu Hause eine Spardose, da kommt dann alles Kleingeld mal rein. Das Portemonnaie ist dann leer und die Dose schon ziemlich voll. Irgendwann werde ich die Dose ausschütten, die kleinen zusammengesparten Münzen zusammenzählen und kann mir etwas Besonderes leisten.

Und prompt fragt mich kurz nach dieser Aktion die freundliche Kassiererin: "Haben sie es nicht etwas kleiner?" Nein, habe ich nicht. Leider. Und garantiert fehlt mir dann auch die passende Münze für den Parkautomaten.

Die kleinen Geldstücke sind wichtig. Das gilt auch für meinen Glauben. Selten habe ich den als einen großen Schein in der Tasche. Aber ich sammle die kleinen Münzen: Die Augenblicke, an denen mir Gott nahe ist.

Gerade die beginnenden Ferien sind Münzsammelzeit des Glaubens: Das freundliche Gespräch ohne Zeitdruck, die Kühle nach einem hitzigen Tag, der wunderbare Sonnenuntergang, das Lachen meines Enkelkindes oder ein Frühstück nach erholsamen Schlaf in der Sonne. Dafür bin ich meinem Gott dankbar.

Irgendwann - vielleicht in trostloser Zeit- kann ich die volle Münzdose aus dem Regal nehmen und ausschütten: All meine dankbaren Momente, all die Augenblicke, in denen Gott mir nahe war. Das kann ich dann wie einen großen Schatz in den Händen halten.

Und ich weiß: Ich bin getragen.