In welchem Ausmaß die Müllgebühren klettern werden, erklärte der amtierende AEV-Chef Dr. Peter Thiem im RUNDSCHAU-Gespräch zum großen Geheimnis. Vermutlich am 30. November werden die Vertreter beider Kreise über den neuen Wirtschaftsplan und die Gebührentabelle beraten. „Im Zahlenspiel sind sowohl Preissteigerungen als auch kostendämpfende Faktoren enthalten“ , so der AEV-Interimschef.
Demnach brachte die jüngste Neuausschreibung der Sammeltouren beim Altpapier laut Thiem ein „gutes Ergebnis“ . Für ein Jahr liegt der Verwertungsauftrag weiter bei der Schwarze Elster Recycling GmbH aus Großräschen. Dies zu „abgespeckten“ Konditionen. Schlug die Abfuhr der Papiertonnen im laufenden Jahr beim AEV mit 1,2 Millionen Euro zu Buche, sackt der Verband im Jahr 2006 dafür einen „geringfügigen“ Obolus ein. Über stabile Müllgebühren bis Ende 2006 redet nach dem unfreiwilligen Abgang von Ex-Verbandschef Georg Körner jedoch niemand mehr. Ein Grund liegt nach den Worten des früheren Körner-Vize Peter Thiem in der jüngsten Preisexplosion auf dem Sperrmüllmarkt. Hatte der Abfallverband Anfang 2005 für die Sperrmüllentsorgung lediglich 211 000 Euro eingeplant, sind die Ausgabenschätzungen auf 720 000 Euro hochgeschnellt.
Ein teures Problem hat der AEV auch bei der vorgeschriebenen Verbrennung der heizwertreichen Abfälle aus der mechanisch-biologischen Sortierung an der Backe. Die EU-weite Partnersuche im Sommer schlug bekanntlich fehl. Um die fachgerechte Entsorgung dennoch zu sichern, tagt die Verbandsrunde heute in Lauchhammer hinter verschlossenen Türen. Befristet auf ein halbes Jahr wird der AEV den Verbrennungsauftrag zunächst ohne gültige Ausschreibung vergeben, sagte Verbandschef Thiem. Mit dem seit 1. Juni gültigen Ablagerungsverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle seien die Kapazitäten in den Müllöfen „unerwartet“ knapp geworden. (os)

Hintergrund Ab Montag läuft neue Sortieranlage an
  Die seit Juni vorgeschriebene mechanisch-biologische Aufbereitung des Haus- und Sperrmülls aus dem Elbe-Elster-Kreis und dem Altkreis Senftenberg will der Verband künftig im Freienhufener Industriepark „Sonne“ mit einer eigenen Anlage realisieren.
Durch der Pleite des norddeutschen Anlagenbauers farmatic biotech energy AG im vorigen Jahr verzögerte sich der 19 Millionen Euro teure Neubau um mehrere Monate.
Am Montag wird nun der erste Sperrmüll im Probelauf mechanisch sortiert. Ende Februar soll die auf 50 000 Jahrestonnen ausgelegte Anlage die volle Leistung erreichen.