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Moped fahren mit 15
Elbe-Elster-Jugend fährt vorn mit auf dem Zweirad

74 Teilnehmer aus dem Modellversuch „Moped mit 15“ kommen aus Elbe-Elster. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild
74 Teilnehmer aus dem Modellversuch „Moped mit 15“ kommen aus Elbe-Elster. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild FOTO: Jens Wolf / dpa
Elbe-Elster. Der Modellversuch „Moped mit 15“ in Brandenburg ist auf der Erfolgsspur. 74 Teilnehmer sind aus Elbe-Elster. Von Gabi Böttcher

Mobilität ist das halbe Leben. Das können wohl vor allem Menschen unterschreiben, die fern der verkehrstechnisch bestens erschlossenen Metropolen leben. Die seit dem 1. Mai 2017 bestehende Möglichkeit, auch in Brandenburg   einen Moped-Führerschein mit 15 Jahren zu erwerben, ist im Modellversuch gut angenommen worden. Darüber informiert das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung. Seit Beginn des Modellversuchs in Brandenburg haben 344 Jugendliche die Führerscheinprüfung der Fahrerlaubnisklasse AM mit 15 Jahren bestanden. Und das ist der Hammer: Im Landkreis Elbe-Elster haben bisher 74 Jugendliche an dem Modellprojekt AM 15 teilgenommen. „Dies sind im Vergleich zum gesamten Land Brandenburg immerhin 21,5 Prozent der Jugendlichen“, freut sich Stefan Wagenmann, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Elbe-Elster. Er sieht die naheliegende Begründung für den hohen Anteil in der ländlichen Struktur und dem für die Jugendlichen nicht immer optimalen Nahverkehrsangebot.

„Ich halte die Weiterführung des Modellprojektes für empfehlenswert unter der Prämisse, dass das Unfallgeschehen bei diesen jungen Fahrern besonders untersucht wird. Wichtig ist auch die Rolle der Eltern, denn sie müssen entscheiden, ob ihr Kind den Anforderungen des heutigen Straßenverkehrs gerecht werden kann. Da bisher keine Auffälligkeiten hinsichtlich verursachter Unfälle vorliegen, steht einer Weiterführung des Modellprojektes aus meiner Sicht nichts entgegen“, sagt der Elbe-Elster-Fachamtsleiter.

In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt war es bereits seit 2013  möglich, den Moped-Führerschein mit 15 zu machen.

Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Ich freue mich, dass die Jugendlichen das Angebot annehmen, denn gerade in ländlichen Regionen kann der öffentliche Personennahverkehr nicht überall die Mobilitätsbedürfnisse der jungen Leute zu allen Tageszeiten erfüllen. Sie müssen oft weite Wege zu Schulen und Ausbildungsstätten zurücklegen. Die positiven Erfahrungen in den anderen drei Bundesländern rechtfertigen es auch für Brandenburg, an dem Modellversuch teilzunehmen.“

Kleinkrafträder und Mofas stellen hier keinen Schwerpunkt in der Unfallentwicklung dar. Die 15-Jährigen erhalten eine vollwertige qualifizierte Fahrschulausbildung einschließlich regulärer theoretischer und praktischer Prüfung.

Der Modellversuch „Moped mit 15“ ist zunächst bis Ende April 2018 befristet, soll aber nach dem Willen der Verkehrsministerkonferenz bis zum April 2020 verlängert werden. Das Modell wird wissenschaftlich von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) begleitet. Es soll ermittelt werden, ob positive Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, beispielsweise ein gesteigertes Gefahrenbewusstsein bei jungen Menschen, erreicht werden können. Unter Beachtung der Ergebnisse sollte dann der Modellversuch in reguläres, bundeseinheitliches Recht überführt werden.