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Moienmarkt-Bilanz: Dieses Fest kann man auch im Regen feiern

Schlieben. Der Moienmarkt 2017 ist Geschichte. Eine erste große Auswertungsrunde hat stattgefunden. Angela Unger vom Vorstand des Moienmarkt- und Kulturvereins Schlieben steht Rede und Antwort.

Welche Bilanz ziehen Sie nach drei Tagen Moienmarkt? Sind Sie mit den Besucherzahlen zufrieden?
Angela Unger: Die Besucherzahlen waren aufgrund des Regenwetters am Samstagabend durchschnittlich. Ein dickes Dankeschön gilt hier wirklich den Besuchern für ihre Treue. Sie haben bewiesen: Moienmarkt kann man auch im Regen feiern. Die von den Schliebenern selbst gestalteten Veranstaltungen erweisen sich immer mehr bzw. schon seit Jahren als Zuschauermagnet, heraus ragt dabei die Maxi-Playback-Show. Dicht gedrängt verfolgten die Zuschauer bei starkem Regen das bunte Showprogramm der Akteure - und die standen den wirklichen Stars in nichts nach!

Der Sonntag zeichnet sich als Familientag immer mehr ab, zahlreiche Besucher bestätigten dies. Hier gilt es in Zukunft noch mehr Augenmerk draufzulegen. Aber auch von den Bands, die zum Moienmarkt auftraten, erhielten wir viel Lob. Alle waren zufrieden (trotz Wetter), fühlen sich in Schlieben gut betreut und möchten auf jeden Fall wiederkommen (wirklich alle).

Wo lagen aus Ihrer Sicht die Stärken des Festes?
Angela Unger: Die Stärken des Festes liegen in einem gut aufgestellten Netzwerk, welches vor, während und nach dem Fest aktiv ist. Neben den Vereinsmitgliedern des Schliebener Moienmarkt- und Kulturvereins sind das insbesondere die Stadt und das Amt Schlieben. Hand in Hand werden Probleme gelöst und in einem gegenseitigen Miteinander und auf breiter Vertrauensbasis bearbeitet. Dazu gehören weiterhin viele weitere Teams, die sich in "ihren" Moienmarkt voll reinhängen. Zu nennen sind da beispielhaft Kaffeehaus, Moienkeller, Team der Einlassdienste u.a. Allen gilt unser Dank, genauso wie den zahlreichen Spendern und Sponsoren, ohne die so ein Fest nicht zu stemmen wäre.

Weitere Stärken des Festes sind die verschiedenen Programmhighlights. Gekennzeichnet durch Vielfalt ist für jeden Geschmack etwas dabei. Herausheben möchten wir dabei die Historische Ratssitzung. Der neue Ort der Aufführung erwies sich als goldrichtig. Unter Leitung von Pfarrer Philipp Schuppan liefen auch hier die Laiendarsteller zur Hochform auf und stellten ein tolles, qualitativ hochwertiges Schauspiel dar. Der absolute Höhepunkt für das heimische Publikum ist natürlich, wie schon erwähnt, die Maxi-Playback-Show. Die Integration der Benefizkonzerte in das Binnenmarktprogramm sorgte für weitere kulturelle Höhepunkte und zur Bestätigung der Idee, den Sonntag als Familientag auszubauen.

Auch das Versorgungsangebot konnte in diesem Jahr erweitert werden, und das seit mehreren Jahren eigens von Freiwilligen betreute Kaffeehaus erwies sich einmal mehr als Geheimtipp. An beiden Tagen war der Kuchen ausverkauft, obwohl für Sonntag noch mehrmals nachgebacken wurde. Aber das Flair ist eben besonders. Toll geschmückt, ergänzt mit einer Kunstausstellung Schliebener Schüler, findet dort so manch einer eine Ruheoase vom Festtrubel.

Was gilt es in den kommenden Jahren noch zu verbessern?
Angela Unger: Es gibt noch einiges zu verbessern. Wir haben bereits neue Ideen geschmiedet. Die Kellerstraße nimmt dabei in unseren Überlegungen einen großen Raum ein. So überlegen wir, einerseits die Eintrittspunkte vielleicht zu verlagern. Ganz weglassen können wir sie nicht, die Eintrittsgelder stellen bei der Finanzierung des gesamten Moienmarktes eine Haupteinnahmequelle dar. Andererseits wollen wir das besondere Flair der Weinkeller wieder mehr in den Fokus rücken. So gehen erste Überlegungen in die Richtung, regionalen Wein anbietern und Winzern eine Plattform für ihr Angebot zu geben, verbunden vielleicht mit einer Repräsentation weiterer regionaler Produkte. Aber diese Ideen müssen noch ausgebaut werden. Denkbar wäre außerdem, den langen Weg vom Stadtbereich zur Kellerstraße und Freilichtbühne ebenfalls mit Highlights zu bestücken. Auch da gibt es erste Ideen. Auf jeden Fall steht im nächsten Jahr wieder die Moienwahl an. Hier gilt es natürlich neben den Bewerberinnen den Ausrichter zu finden. Alle Vereine und Ortsteile sind aufgefordert, die Ausrichtung zu übernehmen.

Ist denn das Bier alle geworden? Wenn nicht, was passiert jetzt mit dem Rest? Wird es auch 2018, 2019 und darüber hinaus wieder "Schliebener Stier" geben?
Angela Unger: Die Idee mit dem Bier war hervorragend. Beim Flaschenbier gab es einen ungebrochenen Run, der Absatz war richtig gut. Beim Fassbier war der Absatz, trotz Fassbieranstich, nicht wie gewünscht. Dies hatte verschiedene Ursachen, die intern noch analysiert werden müssen. Aber Organisatoren anderer Veranstaltungen im Stadtgebiet haben bereits den "Schliebener Stier" im Fass geordert. Auch das Flaschenbier wird es zu besonderen Veranstaltungen weiterhin geben.

Welche Programmpunkte sind denn schon für den Moienmarkt 2018 festgezurrt?
Angela Unger: Als festgezurrt gelten die stadteigenen Veranstaltungen wie Moienwahl, Maxi-Playback-Show, Schliebener Stars und Sternchen (echt Klasse, was die Kids so darbieten). Aber auch einige Partybands sind schon vorgebucht. Da es aber Überlegungen gibt, auf den Bühnen verschiedene Schwerpunkte zu setzen sowie neue Wege im Bereich Kellerstraße zu gehen, muss vor einer endgültigen Entscheidung das Gesamtkonzept stehen. Daran wird bereits intensiv gearbeitet.

Es fragte Sylvia Kunze.