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| 15:18 Uhr

Pfützenärger
Mittelstraße: es muss was passieren

Ein aktueller Blick auf ein Teilstück der Mittelstraße in Herzberg. Auch der Rest sieht nicht besser aus. Die Anwohner sind verärgert über den Zustand. Die Müllabfuhr will die betroffenen Grundstücke nicht mehr anfahren. Im Rathaus sucht man nach Lösungen.
Ein aktueller Blick auf ein Teilstück der Mittelstraße in Herzberg. Auch der Rest sieht nicht besser aus. Die Anwohner sind verärgert über den Zustand. Die Müllabfuhr will die betroffenen Grundstücke nicht mehr anfahren. Im Rathaus sucht man nach Lösungen. FOTO: Dieter Müller
Herzberg. Anwohner der Herzberger Straße sind verärgert. Stadt sieht keine schnelle Verbesserung. Von Sylvia Kunze

Das nasse Wetter hat ganze Arbeit geleistet. Wer die Mittelstraße im Herzberger Ortsteil Grochwitz mit einem Fahrzeug passieren möchte, sollte keine Probleme mit dem Rücken haben. Egal ob man zwei- oder vierrädrig unterwegs ist, man wird bis aufs Mark durchgeschüttelt, denn hier reiht sich Loch an Loch, Pfütze an Pfütze. Weicht man einer aus, steht man in der nächsten drin. Vom Dreck, der rumspritzt, ist dabei noch gar nicht die Rede.

Anwohnerin Grit Regel hat ihrem Ärger am RUNDSCHAU-Telefon Luft gemacht: „Wir wollen ja keine neue Straße, aber ordentlich soll sie schon sein. So wie es jetzt hier ist, kann es nicht weitergehen“, sagte sie unter anderem. Sie meint: „Ordentlich Schotter drauf, dann wäre es bestimmt schon besser.“

Im städtischen Bauamt ist das Problem bekannt. Bereits seit Jahren. Es gab auch schon einmal Pläne für die Sanierung der Straße. Die Planung war fast fertig, der Beschluss für die Stadtverordneten vorbereitet. Aber aufgrund einer Bürgerinitiative, die sich vor Ort gebildet hatte und die gegen die Sanierung votierte, wurde vom Vorhaben Abstand genommen. Dabei sei es bis jetzt geblieben, ist aus dem Bauamt zu hören. Andere Prioritäten wurden gesetzt. Zum Beispiel geriet die in der Nähe befindliche Palombini-Straße in das Blickfeld. Knappe Finanzen ließen den Gedanken an die Mittelstraße erst einmal nicht wieder in den Vordergrund rücken.

Stattdessen habe man immer wieder mal die holprigen Sandwege glattgeschoben, wissend, dass derartiges Handeln nur eine vorübergehende Korrektur der Mängel ist und dass dieser Einsatz nicht lange nachwirken wird. Denn nicht nur der auf die Oberfläche treffende Regen weicht den Untergrund immer wieder auf, sondern auch Regenwasser, das von den Grundstücken auf die Straße geleitet wird. Weil vor Ort bisher keine Regenentwässerung im Boden liegt, verschärft dies die Situation noch zusätzlich.

Jetzt mal schnell Planieren sei derzeit keine Option, sagen die Baufachleute. Der Boden sei zu sehr durchnässt. Erst müsse es trocknen. Bei den Wetterprognosen für die nächste Zeit dürfte das  dauern.

Das damalige „Nein“ der Anwohner sitzt darüber hinaus noch bis heute in den Ohren der Stadtverantwortlichen fest. In den Vorschlägen für Investitionen im nachfolgenden Jahr, ist die Sanierung der Mittelstraße deshalb aktuell erst einmal nicht enthalten. Ob das so bleibt? Man werde darüber reden müssen, heißt es. Und man werde sehen, wie der neue Bürgermeister, der am 7. Januar sein Amt antritt, mit der Kritik der Anwohner umgehen werde.

Das Problem mit dem schlechten Zustand der Mittelstraße spitzt sich insofern aber noch zu, dass die Müllabholung infrage gestellt wird. Der Entsorger hat dieser Tage den Zustand ebenfalls bemängelt und die Stadtverwaltung wissen lassen, dass er unter aktuellen Umständen die Mittelstraße nicht mehr anfahren wolle. „Aber so geht das nicht“, ist Ordnungsamtsleiter Sven Ziehe empört. „Das Problem, das an sich ja schon seit Jahren bekannt ist, kann nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden. Klar muss es behoben werden, aber das geht doch nicht von heute auf morgen und schon gar nicht mehr so kurz vor beziehungsweise zwischen den Feiertagen“, sagt er und sucht nach einem gemeinsamen Nenner, bei dem keiner „der Buhmann ist“.

Grit Regel sieht jedoch nicht nur die Sache mit der Müllentsorgung kritisch. „Die Zufahrten zu unseren Grundstücken sind so oft zugeparkt. Überhaupt wird hier hinten geparkt, wie es jeder will. Ich weiß nicht, wie in ganz schlimmen Situationen ein Rettungsfahrzeug durchkommen soll“, benennt sie einen anderen Aspekt. Und sie denkt mit Blick auf den Kalender weiter: „Was soll denn werden, wenn es doch noch Winter wird? Wie soll hier ein Schneepflug fahren? Wie wird Winterdienst abgesichert? Hier muss ganz schnell eine Lösung her!“, fordert sie.