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Miteinander reden zahlt sich aus

Bei dem Termin vor Ort in Schlieben wurde aufgezeigt, wie der Gewässerunterhaltungsverband arbeitet.
Bei dem Termin vor Ort in Schlieben wurde aufgezeigt, wie der Gewässerunterhaltungsverband arbeitet. FOTO: sk
Schlieben. Der Gewässerunterhaltungsverband "Kremitz-Neugraben" steht in den Startlöchern. Am 1. Juli beginnt für ihn die Saison. Sie dauert bis Ende Februar im nächsten Jahr. Sylvia Kunze

"Die Gewässerunterhaltung funktioniert", sagt Siegfried Scheibe, Geschäftsführer des Gewässerunterhaltungsverbandes "Kremitz-Neugraben". Sein Verantwortungsgebiet reicht von Mühlberg bis in den niederen Fläming, von Lebusa bis Feldheim. Vier Kreise sind involviert: Elbe-Elster, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Potsdam Mittelmark.

Scheibe will den Satz so allein aber nicht stehenlassen, sondern schiebt hinterher: "Sie funktioniert aufgrund der Zusammenarbeit und Absprachen mit der Landwirtschaft." Denn mehr als 1500 Kilometer Grabensystem systematisch zu bewirtschaften, klappe nur, wenn man nach einem straffen Plan agieren kann. "50 Hauptgräben genießen dabei Priorität. Die stehen im Unterhaltungsplan, der nach dem letzten Hochwasser angefertigt wurde und seitdem als Basis für unsere Arbeit gilt, ganz oben. Erst wenn sie geschafft sind, geht es an die Gräben niederer Ordnung", beschreibt Scheibe das Vorgehen.

Das unterliegt einer klaren Technologie, wie er bei einem Termin in Schlieben interessierten Bürgern unterbreitet. Zuerst würden die Oberkante und die Böschung der Gräben gemäht, damit der darauffolgende Baggerfahrer sehen könne, wo er beim Krauten langfahren könne. Anschließend folge das Mulchen. Dieses Verfahren habe sich in den zurückliegenden Jahren bewährt.

Die Saison der Gewässerunterhaltung dauert vom 1. Juli bis Ende Februar des darauffolgenden Jahres. Die Maschinen arbeiten sich dabei flussaufwärts vor, von der Mündung zur Quelle - bestenfalls in einem Rutsch. "Es gibt noch immer Probleme, dass wir das manchmal doch nicht so umsetzen können, weil wir auf verschiedene Flächen nicht raufkommen. Aber punktuell mal hier und mal dort arbeiten, das macht keinen Sinn", sagt Scheibe.

Er freue sich deshalb, dass "die Vernunft zugenommen hat". Mit vielen Flächeneigentümern komme man bei den Absprachen zur Erreichbarkeit von Gräben inzwischen gut überein. Und sei dann doch die Fläche bestellt, erachtet der Verbandsgeschäftsführer die Spur, die beim Durchfahren entstehen, als möglicherweise kleineren Schaden als den, der im Fall eines Hochwassers entstehen könne. "Wir können kein Hochwasser verhindern, aber wir können die damit einhergehende Vernässung der Böden minimieren", ist Scheibe überzeugt.

In Sachen Zugänglichkeit der Grabenränder hat der Verband in den zurückliegenden Monaten auch selbst viel getan. "Bei der einseitigen Freistellung der Gewässer haben wird schon einiges geschafft", bilanziert der Chef und ist froh, einen "guten Draht mit der unteren Naturschutzbehörde" als genehmigenden Behörde gefunden zu haben.

Den Standort Schlieben hatte Scheibe für diesen Vor-Ort-Termin nicht ohne Grund gewählt. Dass sich letztlich nur wenige Interessierte einfanden, lässt ihn schlussfolgern, dass es keine Fragen gibt bzw. man keine Probleme an den Verband herantragen wolle. Vielleicht ist das aber auch darauf zurückzuführen, dass die Krautung in Schlieben mit Ausnahmegenehmigung immer schon im Juni starte und man das im Moienmarkt-Städtchen wohlwollend quittiere. Im Bereich des Kniebuschweges sind die Maschinen schon in dieser Woche im Einsatz gewesen, um die Stadtentwässerung zu sichern. Damit wolle man einem innerstädtischen Chaoszustand, wie er vor einigen Jahren nach einem Starkregen Mitte Juni eingetreten war und bei dem viele Gebiete der Innenstadt unter Wasser standen, vorbeugen, begründet Siegfried Scheibe das vorzeitige Handeln.