Als studierter Verwaltungsprofi hat Karsten Eule-Prütz bis 2010 in Potsdam gelebt und hätte dort eigentlich auch bleiben können. Doch den Herzberger und seine Frau, die als Ärztin arbeitet, hat es zurück in die Heimat gezogen. "Ich möchte Teil unserer Stadt sein und sie mitgestalten", sagt er. Karsten Eule-Prütz arbeitet in leitender Stellung in der Verwaltung der Polizeidirektion Süd in Cottbus. Warum möchte jemand mit solch einem Job ins Rathaus seiner Kleinstadt wechseln? Seine Antwort bezeichnet er als simpel. "Ich denke, die Herzberger erwarten einen Bürgermeister, der unverbraucht ist. Frei von Beziehungen und Abhängigkeiten. Einen Bürgermeister aus Leidenschaft und mit viel Herz, nicht aus Berechnung", so Karsten Eule-Prütz. Seit Beginn des vergangenen Jahres beschäftigt er sich intensiv mit der Lokalpolitik in Herzberg. Dabei habe er mitbekommen, wie umfangreich und komplex Lokalpolitik ist. Da könne man viel bewegen und mitgestalten. Und außerdem fände er es gar nicht so schlecht, einmal wieder etwas Neues in Angriff zu nehmen, meint er. Aus seiner Sicht müssten viele Themen angepackt werden. "Ich habe schon viele Gespräche mit Bürgern geführt. Wir dürfen die Ortsteile nicht vergessen, und auch nicht die Senioren. Und vor allem der Umgang der Stadt mit ihren kommunalen Nachbarn und Partnern erfordert eine Reformation", sagt Karsten Eule-Prütz. Großes Potenzial sieht der Herzberger zum Beispiel in der Zusammenarbeit beim Tourismus. Und sollte Herzberg Kreisstadt bleiben, was er sehr hofft, dann müsse man sich darüber Gedanken machen, wo die Stadt eigentlich hin will, meint er. "Wir brauchen ein Leitbild. Nur Verwaltungsstadt, das kann es nicht sein", so Karsten Eule-Prütz .

Eine moderne Verwaltung hat für ihn vor allem etwas mit Service zu tun. Dabei setze er auf die fähigen Mitarbeiter im Herzberger Rathaus, die etwas von ihrem Job verstehen, und die mit ihren Ideen nicht ausgebremst werden dürfen. Die vielen engagierten Bürger und fähigen Stadtbediensteten sollten die Anerkennung und das Ohr bekommen, das sie verdienen, sagt er. Entscheidungen müssten offen diskutiert und die Bürger früh mit einbezogen werden, meint der 48-Jährige. "Dabei denke ich oft auch an meinen Vater Manfred Prinz. Seine Werkstatt in Herzberg stand für jeden offen. Man hat sich untereinander geholfen, Probleme wurden gemeinsam gelöst und ein herzlicher Umgang miteinander war an der Tagesordnung", so Karsten Eule-Prütz.

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Karsten Eule-Prütz wurde 1968 in Herzberg geboren. Er wohnt in Herzberg, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach Abitur und Berufsausbildung zum Elektromonteur ging es zur Armee. In der Nachwendezeit verdiente er sich seinen Lebensunterhalt in verschiedenen Branchen. Unter anderem studierte er über ein Jahr Sport in Potsdam, arbeitete als Eisverkäufer, schaute sich in der Produktion einer Brauerei um und war Feuerspucker auf zahlreichen Mittelaltermärkten. Eine feste Perspektive folgte mit einem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Bernau. Nach diversen Stationen unter anderem im Innenministerium des Landes Brandenburg, ein Jahr Auslandsaufenthalt im Rahmen eines EU-Projektes in Mazedonien und Station im Polizeipräsidium des Landes in Potsdam ist Karsten Eule-Prütz jetzt seit sechs Jahren Leiter des Stabsbereiches Logistik in der Polizeidirektion Süd in Cottbus. Dort obliegen ihm der Haushalt, die Liegenschaften und die Technik im südlichen Bereich der Polizei des Landes Brandenburg.