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Bundeswehr
Mit frischem Elan wieder an der alten Wirkungsstelle

Vor dem Kommodore des HSG 64, Oberstleutnant Christian Mayer,  liegen gewaltige Aufgaben.
Vor dem Kommodore des HSG 64, Oberstleutnant Christian Mayer, liegen gewaltige Aufgaben. FOTO: Sven Gückel
Holzdorf. Oberstleutnant Christian Mayer ist seit Oktober 2017 der Kommodore des HSG 64. Er hat die Chance, das Aufwachsen des Standortes Holzdorf zu begleiten. Von Sven Gückel

Es ist ein ereignisreicher und langer Weg, den Christian Mayer (49) seit 2007 zurückgelegt hat. An dessen Ende führte es den Oberstleutnant der Bundeswehr wieder nach Holzdorf. Zumindest indirekt. Als Kommodore des Hubschraubergeschwaders 64 untersteht ihm auch die zum Geschwader gehörende Lufttransportgruppe in Holzdorf.

Mehr als neun Jahre, von 1998 bis 2007, diente Christian Mayer am Fliegerhorst Holzdorf. Der Luftwaffenoffizier war Pilot einer Bell UH 1D, später Leiter der CSAR Kerngruppe (Combat Search and Rescue) und zuletzt Staffelkapitän. Eine Zeit, die ihn nach eigener Aussage prägte. Auch wenn ihn die Karriereleiter seither nach oben steigen ließ, die Verbindung nach Holzdorf ließ Mayer nie abreißen. Ob als Dezernatsleiter für Lufttransporte des Heeres, Verantwortlicher für SAR und CSAR Einsätze in Bonn, Inspektionschef für Ausbildung oder zuletzt Mitarbeiter im Bundesministerium der Verteidigung in der Abteilung Nationales Risiko und Krisenmanagement zum Schutz Staatsangehöriger im Ausland, Christian Mayer pflegte stets persönliche Kontakte zum Fliegerhorst und war immer über dessen Sein und Wachsen informiert.

Seit Oktober 2017 ist Oberstleutnant Christian Mayer nun Kommodore des HSG 64. Zu diesem gehören Dienststellen in Laupheim, Bückeburg, zukünftig eventuell Diepholz, und eben der Fliegerhorst Holzdorf. Damit kehrt Mayer nicht nur an seine alte Wirkungsstelle zurück, sondern erhält in führender Position zugleich die Chance, das Aufwachsen des Standortes zu begleiten. Die vom Standortältesten Oberst Mario Herzer in seiner Neujahrsansprache angesprochene Vergrößerung der Truppe um 18 000 Soldaten und zivile Mitarbeiter, bei gleichzeitigem Zuwachs der finanziellen Mittel, wird sich auch am Fliegerhorst Holzdorf bemerkbar machen. Das Ziel lautet: deutlicher Fähigkeitsaufwuchs der Luftwaffe. „Die dafür notwendigen Entscheidungen hat der Inspekteur der Luftwaffe noch im letzten Jahr getroffen”, verdeutlicht Mayer. Im Klartext heißt das, dass der Einsatz von spezialisierten Einheiten aufgrund der Zunahme der globalen Bedrohungslagen maßgeblich aufgewertet wird. Schon heute stehen in Laupheim 15 Maschinen des Typs LUH 145M, angedacht für den Transport von Spezialkräften der Bundeswehr.

Fest steht auch, dass die Luftwaffe ihre CH-53 absehbar in den Ruhestand schicken wird. Elf der Transporthelikopter stehen derzeit auch in Holzdorf. Aktuell debattieren Experten darüber, welches Modell der CH-53 folgen soll. Zur Auswahl stehen die Boeing CH-47, die sich durch den für sie typischen Tandemrotor charakterisiert, oder die Sikorsky CH-53K. Letztere basiert auf dem jetzigen Modell, ist jedoch weit moderner und geräumiger. Von ihr existieren im Augenblick weltweit nur vier Stück. „Erst wenn klar ist, welche Maschine wir erhalten, können wir auch die erforderliche Infrastruktur planen und umsetzen“, verdeutlicht Christian Mayer. Und die wird noch einmal gewaltige Baumaßnahmen nach sich ziehen. Nach aktueller Planung werden, je nachdem für welches Modell sich die Bundeswehr entscheidet, an den Standorten Holzdorf und Laup­heim zusammen mindestens 41 bis höchstens 60 Helikopter stationiert. „Ich hoffe, dass wir bald in die Detailplanungen einsteigen können“, sagt Mayer, der den Zulauf der ersten Maschinen auf 2023/24 datiert.

Nicht nur wegen des geplanten Aufwuchses sieht der Kommodore die Zukunft des Standortes Schönewalde-Holzdorf als langfristig gesichert an. „Strategisch liegt er optimal, diese Bedingungen kann im Osten kein anderer Bundeswehrflugplatz aufweisen“, betont er. Fragt sich nur, wann auch die Politik das erkennt und die von den Kommunen der Region und dem Bundeswehrstandort geforderten Maßnahmen in der Verkehrsinfrastruktur umsetzt.