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| 17:48 Uhr

Auf dem Weg in die Zukunft
Mit der E-Gitarre in den Hörsaal

Felix Fränkel und seine E-Gitarre sind unzertrennlich. Nach dem Studium möchte er Kindern und Jugendlichen das Instrument gern näher bringen.
Felix Fränkel und seine E-Gitarre sind unzertrennlich. Nach dem Studium möchte er Kindern und Jugendlichen das Instrument gern näher bringen. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Felix Fränkel studiert in Cottbus Instrumentalpädagogik. Geholfen hat ihm die Studienvorbereitung an der Musikschule. Von Birgit Rudow

Für Felix Fränkel aus Alt Herzberg geht ab Oktober ein Traum in Erfüllung. Er beginnt an der BTU Cottbus ein Studium für Instrumental- und Gesangspädagogik in der Studienrichtung Popularmusik und kann sein Hobby zum Beruf machen. Die Aufnahmeprüfung in der letzten Woche hat er bestanden. Der 19-Jährige ist überglücklich. Doch bis zum Studium war es ein langer und arbeitsreicher Weg.

Felix’ Instrument ist seit sieben Jahren die E-Gitarre. Nicht das Klavier, die Geige oder das Saxophon, was die meisten Kinder wählen, wenn der Musikschulbesuch in Betracht gezogen wird, sondern die E-Gitarre. „Bei meiner älteren Schwester stand eine E-Gitarre ungenutzt rum. Und als ich etwa zwölf war, hab ich sie mir geschnappt und Gefallen dran gefunden“, erzählt er. Das mit der Musikschule war mit den Eltern schnell geregelt, und seitdem nimmt Felix Fränkel regelmäßig Gitarrenunterricht. Erst bei Gunnar Reichmann, dann kurz bei David Sick und in den letzten fünf Jahren bei Lutz Neumann.

Kaum, dass er der Gitarre einen vernünftigen Ton entlocken konnte, hat er mit Freunden die erste Band gegründet und einfach drauf los gespielt. „So hat es damals auch geklungen“, lacht er. Das Musikmachen ließ Felix nicht mehr los. Mit Lucas Fabian (Schlagzeug) Martin Wagner (Gesang und Bass) sowie Benedict Weinert (E-Gitarre) gründete er die Gruppe „Manteia“, die breit gefächerten Alternativ-Rock spielt und im Februar 2017 auch ein Album rausgebracht hat. Dabei konnte Felix seiner zweiten Leidenschaft nachgehen, der eines Tonmeisters. Erst vor einigen Wochen hat er auch eine CD der Gruppe „Down Ahead“ mit jungen Musikern der Region produziert.  „Ich hatte mal ernsthaft in Erwägung gezogen, Tonmeister zu werden. Auch am Gymnasium habe ich mich bei Auftritten des Schulorchesters um den Ton gekümmert. Das hat mir Spaß gemacht“, erzählt er. Letztlich hat er sich aber doch für die Musik entschieden.

Wer ein Musikstudium ins Auge fasst, für den ist ein zweites Instrument im Nebenfach Pflicht. Und so begann Felix 2016 an der Musikschule bei Sebastian Pöschl mit dem Klavierunterricht. „Ich habe mich mit dem Klavier schnell angefreundet. Das ist eine andere Perspektive und im Allgemeinen für Kompositionen sehr hilfreich“, sagt er. Doch noch immer befand er sich erst auf halber Strecke zum Musikstudium.

Im vergangenen Jahr hat Felix  sein Abitur abgelegt und gemeinsam mit den Eltern beschlossen, das Jahr danach zur gründlichen Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung für ein Studium zu nutzen. Er hat sich an der Musikschule „Gebrüder Graun“ um eine studienvorbereitende Ausbildung beworben. Nur maximal acht Schüler der Musikschule Elbe-Elster werden jährlich dafür zugelassen. „Das ist ein bundesweit einheitliches Programm und stellt hohe Anforderungen. Das schafft nicht jeder“, sagt Musikschulleiter Thomas Prager.

Felix Fränkel hat es geschafft. Vier Stunden Einzelunterricht in der Woche – zwei Stunden Gitarre bei Lutz Neumann, eine Stunde Klavier bei Sebastian Pöschl und eine Stunde Musiktheorie bei Reiner Frieß. Dazu hat er an der Deutschen Pop-Akademie in Leipzig, eine private Hochschule für den gesamten Kreativbereich, Gitarren- und Ensembleunterricht genommen. „Zeitlich hat das super hingehauen“, sagt Felix. Und er schätzt ein, dass ihm das alles unheimlich viel gebracht hat. „Ich habe das Jahr, in dem ich mich voll auf die Musik konzentrieren konnte, gebraucht und qualitativ einen großen Sprung gemacht“, sagt er. Thomas Prager sieht das ebenso. „Felix hat gearbeitet, was das Zeug hält. Er musste schließlich auch noch ein neues Instrument lernen und sich mit Musiktheorie beschäftigen. Die studienvorbereitende Ausbildung war für ihn eine optimale Förderung“, sagt er. Die Aufnahmeprüfung mit Vorspiel sowie Theorie- und Gehörbildungsklausur hat der 19-Jährige mit Bravour gemeistert. Jetzt liegen vier Studienjahre vor ihm.

Die Musik hat für Felix einen ganz besonderen Stellenwert. „Das ist eine Sache für sich selbst. An der Gitarre oder am Klavier ist man mit sich allein. Man kann seine Gedanken niederspielen. Darauf möchte ich nicht verzichten“, sagt er. Felix könnte sich gut vorstellen, nach dem Studium wieder in den Elbe-Elster-Kreis zurückzukehren und an der Musikschule zu arbeiten. Vielleicht sogar schon während des Studiums im Praktikum. Thomas Prager hört das gern. Doch erst einmal führt der Weg des jungen Musikers nach Cottbus, um sein Hobby zum Beruf zu machen.