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Mit 14 "Damen" bei Miss-Wahl

Elbe-Elster-Kreis. Seit 1999 ist René Gasch, Zuchtinspektor im Bereich Vermarktung beim Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg, in die Vorbereitungen für die jährlich stattfindende Leistungsschau "Blickpunkt Rind" einbezogen. Noch nie habe seither eine Kuh aus Elbe-Elster in der Königskategorie die Miss-Wahl gewonnen. Gabi Böttcher

"Das wäre echt toll, wenn das diesmal anders wäre", macht der Zuchtinspektor auf die am morgigen Donnerstag ins Haus stehende Entscheidung aufmerksam. Insgesamt 16 Rinder aus dem Landkreis Elbe-Elster stellen sich dem Richter, 14 von ihnen im Wettbewerb um die Miss 2017. Zwei treten im Wettbewerb der Nachzuchten an. Letztere kommen aus den Agrarbetrieben Züllsdorf und Frankena. Die 14 aus Elbe-Elster antretenden Schaukühe im Miss-Wettbewerb kommen aus Finsterwalde/Drößig, Züllsdorf, Frankena und Sonnewalde. Seit Montag sind die Tiere der Agrargenossenschaft Frankena /Schönewalde bereits auf dem Ausstellungsgelände des MAFZ Erlebnisparks in Paaren/Glien. Auch die insgesamt sieben Tiere der Landwirtschafts GmbH Finsterwalde und damit die stärkste "Abordnung" aus Elbe-Elster sind begleitet von zwei Lehrlingen des Betriebes bereits zu Wochenbeginn in Paaren eingetroffen. Geschäftsführer Frank Neczkiewicz: "Seit drei Wochen ist mit den Tieren jeden Tag trainiert worden. Antje Tietz, die Leiterin unserer Tierproduktion, brennt für die Aufgabe." Die Teilnahme bei "Blickpunkt Rind" motiviere die Mitarbeiter. Und wenn sie am Ende des Tages zunächst auch nur Geld koste, so setze man doch auf eine langfristige Ausstrahlung und darauf, sich als Betrieb einen Namen zu machen, betont der Geschäftsführer.

Gudrun Lange, Leiterin der Tierproduktion in der Agrargenossenschaft Frankena, sieht unter ihren drei Schaukühen jene als Favoritin, die bereits drei Kälber zur Welt gebracht hat. "Aber die Konkurrenz ist stark. Und wie beim Menschen kommt es in einem solchen Wettbewerb auf die Tagesform an. Die Tiere sind ja auch aufgeregt", sagt Gudrun Lange. Sie wird am Donnerstag auch selbst Milchkühe dem Preisrichter vorführen. Ihre Favoritin überlässt sie jedoch voraussichtlich Lehrling Laura Krüger. "Weil die am ruhigsten geht", so die Chefin.

Der historische Tiefstand der Milchpreise hatte im vorigen Jahr dazu geführt, dass die Miss-Wahl ausgefallen war. Der inzwischen wieder gestiegene Milchpreis veranlasste den Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg, in diesem Jahr wieder an die langjährige Tradition anzuknüpfen, nach Paaren/Glien einzuladen und den Milchrindzüchtern ein Podium für die Präsentation ihrer Leistungen zu bieten. Um 13 Uhr beginnen am Donnerstag die Schauen mit den Nachzüchtungen. Es folgen die Jungzüchter. Gegen 16.30 Uhr, so René Gasch, folgt der Höhepunkt mit der Miss-Wahl. Hier stellen sich die zuvor jeweils in unterschiedlichen Altersgruppen ermittelten besten Tiere, um schließlich das Urteil des Preisrichters über die Miss 2017 zu empfangen.