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Ministerinnenbesuch in Uebigau offenbart neben Erfolgen auch Probleme

Abschluss des Besuches war die Begehung der Außenanlagen durch Andreas Claus, Gerald Binz, Thomas Bamberg, Verkehrsministerin Kathrin Schneider, Maria Nahrstedt, Michael Brentrup und Herold Quick (v.l).
Abschluss des Besuches war die Begehung der Außenanlagen durch Andreas Claus, Gerald Binz, Thomas Bamberg, Verkehrsministerin Kathrin Schneider, Maria Nahrstedt, Michael Brentrup und Herold Quick (v.l). FOTO: R. Meißner/rmr1
Uebigau. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) hat ihren Aufenthalt in der Stadt am Mittwoch genutzt, um sich einen Überblick über die Arbeit und die Pläne des Waggonservice Logistikzentrums BLG RailTec zu verschaffen. Gemeinsam mit dem Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück Andreas Claus und Falkenbergs Stadtoberhaupt Herold Quick bekam sie dabei auch zu hören, wo der Schuh drückt. Rico Meißner / rmr1

"Es ist schön zu sehen, was daraus geworden ist", betonte Schneider, die bereits vor drei Jahren vor Ort war, gleich zu Anfang. Mittlerweile ist nicht nur die eigentliche Halle bereits erweitert worden, sondern auch die Waschanlage, die Strahlkabine und die Lackiererei sind in Betrieb. Etwa 2600 Zugläufe werden pro Jahr abgefertigt, dazu etwa 500 Revisionen an Güterwagen. Im Herbst soll der Bau eines neuen Sozialgebäudes abgeschlossen sein, das, der Halle vorgelagert, größere Raummöglichkeiten für die Beschäftigten bieten wird.

70 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen vor Ort, und da kommt das erste Problem ins Spiel. "Wir haben einfach nicht damit gerechnet, dass es so schwer für uns wird, Fachkräfte zu finden", erklärte Gerald Binz, geschäftsführender Gesellschafter der BLG AutoRail GmbH. Obwohl man gute Löhne zahle, seien nicht genügend Arbeitskräfte zu bekommen. "Wir suchen vor allen Dingen händeringend nach Lokführern, Schweißern und Monteuren für Fahrzeuginstandhaltung", so Thomas Bamberg, Geschäftsführer der BLG RailTec GmbH. "Wir würden gern einen zweischichtigen Betrieb fahren, aber aufgrund des Personalmangels ist das gegenwärtig nicht möglich." Binz ergänzte: "Die Waggoneigentümer und Hersteller laufen uns die Bude ein. Und uns fehlen die Leute." Auch hinsichtlich der geplanten Erweiterung auf mobile Instandsetzungen direkt vor Ort in Deutschland und Osteuropa. Auf Nachfrage der Ministerin, warum die Gesellschaft nicht selber ausbilde, meinte Bamberg, dass man diesen Schritt hin zu einem Ausbildungsbetrieb demnächst gehen werde.

Ein weiteres Problem ist der Wegfall des Status Falkenbergs als so genannter Tarifpunkt im Güterverkehr durch die jetzige DB Cargo. Das heißt, dass die DB Cargo mit Einzelwagen oder Gruppen nicht mehr in Falkenberg hält. "Wir müssen die Wagen aus dem nächsten Tarifpunkt abholen, momentan aus Finsterwalde", machte Binz deutlich. "Das sind enorme Mehrkosten, die von unseren Kunden nicht getragen werden." Sowohl Binz als auch Bamberg sehen hier die Politik gefordert. Schneider meinte, sie habe zwar "leider keinen Einfluss auf den Vorstand der Bahn", wolle die Problematik aber weiter verfolgen. "Wir werden versuchen, noch einmal Gespräche zu erreichen. Dann müssen wir sehen, wie weit wir damit kommen", so die Ministerin. Dies würde sicherlich aber nicht innerhalb der nächsten Wochen machbar sein und letztlich könne hier nur die Bundespolitik genügend Einfluss ausüben.

Trotz der Hindernisse soll der Standort zukünftig weiter wachsen. "Aber das soll ein gesundes Wachstum sein", so Thomas Bamberg. "Immer Schritt für Schritt, denn sonst stolpert man."