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| 15:23 Uhr

Bundeswehr
Ministerin mit Fünf-Punkte-Programm

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihren Besuch bei der Lufttransportgruppe Hubschraubergeschwader 64 am Bundeswehrstandort Schönewalde/Holzdorf genutzt, mit Soldaten und Offizieren, wie hier der 3. Fliegerstaffel, ins Gespräch zu kommen.
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihren Besuch bei der Lufttransportgruppe Hubschraubergeschwader 64 am Bundeswehrstandort Schönewalde/Holzdorf genutzt, mit Soldaten und Offizieren, wie hier der 3. Fliegerstaffel, ins Gespräch zu kommen. FOTO: LR / Rudow
Schönewalde/Holzdorf. Ursula von der Leyen hat Bundeswehrstandort Schönewalde/Holzdorf besucht, viele Gespräche geführt und in die Zukunft geschaut. Von Birgit Rudow

Keine Wolke am Himmel störte am Dienstag gegen 10 Uhr den Anflug des Hubschraubers der Luftwaffe mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf den Bundeswehrstandort Schönewalde/Holzdorf. Doch ehe die Maschine landete, drehte sie noch eine große Runde über den Fliegerhorst, um der Ministerin einen Eindruck von dem großen Areal zu vermitteln.

Der Besuch im Rahmen ihrer diesjährigen Sommerreise galt der Lufttransportgruppe Hubschraubergeschwader 64, die für die Bereitstellung von Kräften der Luftwaffe im taktisch-operativen Lufttransport zuständig ist. Zu den Aufgaben der Einheit gehört auch die fliegertheoretische und praktische Ausbildung der Besatzungen auf dem mittleren Transporthubschrauber CH-53.

Begrüßt wurde die Ministerin von Kommandeur Oberstleutnant Knut Brantin. Aber auch Elbe-Elster Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen und Herzbergs sowie Schönewaldes Bürgermeister Karsten Eule-Prütz und Michael Stawski als Vertreter des Städtebundes Elbe-Elsteraue waren zur Begrüßung auf das Rollfeld gekommen. „Der Besuch der Ministerin ist eine weitere Aufwertung des Bundeswehrstandortes. Ich hoffe, dass sie uns unterstützen wird, um das Umfeld in den Kommunen noch attraktiver zu machen“, so Michael Stawski. Der Landrat schätzt den Standort als Arbeitgeber für zivile Beschäftigte aus dem Umland. „Die Kommunen stehen hinter der Bundeswehr. Für die Zukunft müssen noch wichtige Entscheidungen bei Investitionen getroffen werden, die sich auch für die Region auswirken“, sagte er.

Den regionalen Bezug hat auch Ursula von der Leyen am Dienstag aufgegriffen. Dieser Bundeswehrstandort habe eine ganz große Bedeutung und werde im Umfeld enorm gut angenommen, meinte die Ministerin.

Ihr Hauptaugenmerk war aber auf die Soldatinnen und Offiziere gerichtet. Sie präsentierten ihr in der Halle den CH-53, von denen 14 in Holzdorf stationiert sind (20 sollen es einmal sein) und brachten auch ihre Sorgen und Probleme an. Die Maschinen sind in unterschiedlichem Zustand und seit 30 Jahren im Dienst. Vor allem die Ersatzteilbeschaffung mache Probleme, was Auswirkungen auf die Ausbildung habe, so die Soldaten. In ihrem Statement hob die Ministerin dann auch hervor, dass man die Zeit des Sparens hinter sich gelassen habe und die Bundeswehr mit mehr Material, Personal und entsprechenden Finanzen wieder wachsen werde. Doch das brauche Zeit, so Ursula von der Leyen. Für den CH-53 am Standort Schönewalde/Holzdorf wolle man fünf Punkte angehen, sagte sie. Das sei zum einen die Verbesserung der Ersatzteilbereitstellung auch für ältere Systeme. Für die Ausbildung sollen neue innovative Modelle geschaffen werden. Ab 1. Oktober werden vor Ort Fluggerätemechaniker ausgebildet. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Planung des Einsatzes der insgesamt 70 Transporthubschrauber CH 53. Sie habe die Inspekteure der Luftwaffe und des Heeres angewiesen, ein gemeinsames Nutzungskonzept zu entwickeln. Außerdem soll die Zahl der Leichtunterstützungshubschrauber erhöht werden, auch um die Ausbildung abzusichern. Mittelfristig soll der Standort einen modernen schweren Transporthubschrauber erhalten, den die Bundeswehr für die Erfüllung ihrer Einsatzverpflichtungen brauche. Die finanziellen Mittel dafür seien aber noch nicht frei gegeben. Sie sollen in die Haushaltsberatungen 2019 eingebracht werden, so von der Leyen.

Was die Zukunft des Bundeswehrstandortes Schönewalde/Holzdorf betrifft, sprach die Ministerin davon, dass in den kommenden Jahren weitere 60 Millionen Euro investiert werden sollen, vor allem in eine neue Halle, in die Feuerwache und die Unterkünfte.

Bevor Ursula von der Leyen im Hubschrauber dann wieder in den blauen Himmel zu ihrer nächsten Station startete, hat sie hinter verschlossenen Türen noch etwa eine Stunde mit den Soldatinnen und Soldaten gesprochen.

Im „Bauch“ des CH-53. Ursula von der Leyen und der Kommandeur der Lufttransportgruppe Oberstleutnant Knut Brantin (l.) hatten viel zu bereden.
Im „Bauch“ des CH-53. Ursula von der Leyen und der Kommandeur der Lufttransportgruppe Oberstleutnant Knut Brantin (l.) hatten viel zu bereden. FOTO: LR / Rudow
Christian Heinrich-Jaschinski, Michael Stübgen und Karsten Eule-Prütz im Gespräch mit dem stellvertretenden LTG-Kommandeur Michael Hackert (2.v.l.).
Christian Heinrich-Jaschinski, Michael Stübgen und Karsten Eule-Prütz im Gespräch mit dem stellvertretenden LTG-Kommandeur Michael Hackert (2.v.l.). FOTO: LR / Rudow