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"Merci" glänzt mit 100 000 Litern Milch

Die 100 000-Liter-Kuh Merci, die Enrico Schmidt hier hält, ist das Glanzstück der Grochwitzer. Über diese Leistung freuen sich auch Simone Kretzschmar, Cornelia Böck, Sandra Szotkiewicz, Felix Gütte und Christel Hofmeister (v.l.)
Die 100 000-Liter-Kuh Merci, die Enrico Schmidt hier hält, ist das Glanzstück der Grochwitzer. Über diese Leistung freuen sich auch Simone Kretzschmar, Cornelia Böck, Sandra Szotkiewicz, Felix Gütte und Christel Hofmeister (v.l.) FOTO: ru
Herzberg. Eine Kuh, die in ihrem Leben mehr als 100 000 Liter Milch gibt, ist für einen Agrarbetrieb sozusagen der Ritterschlag. In der kleinen Agrargenossenschaft Grochwitz war man schon öfter dicht dran, nun hat es endlich geklappt. Birgit Rudow

Die Kuh "Merci" hat die 100 000-Liter-Grenze überschritten. "Darüber freuen wir uns natürlich und sind sehr stolz", sagt die Chefin der Genossenschaft Cornelia Böck.

Merci ist eine stattliche und kräftige Kuh-Erscheinung. Sie scheint gute Gene mitbekommen zu haben. Kein Wunder, hieß ihr Vater doch Mercedes. Elf Jahre ist die Kuh alt und hat bisher neun gesunde Kälbchen geboren. "Im Durchschnitt geben unsere Kühe, die zweimal am Tag gemolken werden, 8500 Liter im Jahr. Bei Merci sind es zwischen 10 000 und 11 000 Liter", berichtet Cornelia Böck.

Das schöne Ereignis mit der besonderen Milchkuh kann aber über die Milch-Probleme in der Genossenschaft nicht hinwegtäuschen. Momentan liege der Basispreis pro Liter Milch bei 31,5 Cent. Hinzu kämen ein Cent für gentechnisch freie Milch und Zuschläge für die Qualität. Das reiche immer noch nicht, um kostendeckend zu produzieren, so die Genossenschaftsvorsitzende. Dazu würden 34 Cent pro Liter benötigt. Im vergangenen Jahr lag der Preis durchschnittlich sogar nur bei 26 Cent. "Das brachte uns mehr als 110 000 Euro Verlust ein, und das konnten wir nur durch knallharte Sparsamkeit minimieren. Abdecken konnten wir diesen Verlust aber nicht", so Cornelia Böck.

In der Agrargenossenschaft Grochwitz arbeiten zehn Mitarbeiter, davon sechs in der Tierproduktion. 175 Milchkühe umfasst der Bestand, und 640 Hektar Nutzfläche werden bearbeitet. Die Arbeiten auf den Feldern haben längst wieder Fahrt aufgenommen. "Mit dem Düngerstreuen sind wir fast fertig. Die Wiesen sind abgeschleppt. Im April beginnen wir, den Maisacker vorzubereiten", sagt die Vorsitzende.