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| 02:42 Uhr

Menschen vor der Flut gerettet

Jens Kauder engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz.
Jens Kauder engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz. FOTO: sk
Doberlug-Kirchhain. Am heutigen Freitag wird in Potsdam die Hochwasser-Medaille 2013 verliehen – auch an Verdienstvolle aus dem Brandenburger Süden. Einer von ihnen ist Jens Kauder aus Doberlug-Kirchhain. Sylvia Kunze

. Der Hochwassereinsatz 2013 war für Jens Kauder nicht der erste. Auch 2002, 2006 und 2010 hat er schon an der Hochwasser"front" gestanden. Dennoch wird der Einsatz in Mühlberg in besonderer Erinnerung bleiben. "Wir waren von Doberlug-Kirchhain nach Weinberge geschickt worden, um mit unserem Krankentransportwagen bettlägerige und gehbehinderte Menschen zu evakuieren", blickt er zurück. "Wir waren die ersten vor Ort, und ich wurde deshalb vom Krisenstab beauftragt, die gesamte Evakuierung zu koordinieren."

Wie er sich in dem Moment gefühlt habe? "Überrumpelt." Auch überfordert? "Nein, durch meine Tätigkeit beim Rettungsdienst und meine Ausbildung als Organisatorischer Leiter fühlte ich mich der Aufgabe gewachsen."

Dem Bereitschaftsleiter des Doberlug-Kirchhainer Ortsverbandes des Deutschen Roten Kreuzes blieb außerdem gar nicht viel Zeit zum Nachdenken. Er hat einfach nur das getan, was in dieser Situation nötig war.

"Die Zusammenarbeit mit allen Rettungskräften vor Ort hat super geklappt", erinnert er sich. "Ich bin jetzt schon so lange dabei, da kennt man Hinz und Kunz, redet sich mit Du und Vornamen an. Man weiß, wie man miteinander reden kann, damit es für beide Seiten funktioniert."

Kauder ist seit 21 beim DRK. Angefangen hat er beim Jugend-Rot-Kreuz. Später wechselte er zum Katastrophenschutz. Inzwischen ist der 33-Jährige Bereitschaftsleiter der Ortsgruppe und seit diesem Jahr auch Leiter der Schnellen Einsatzeinheit Sanität des Landkreises. Alles ehrenamtlich. "Im Jahr kommen allein für die Ortsgruppe zwischen 700 und 1000 Stunden zusammen", hat er mal zusammengerechnet. Für den Katastrophenfall wie das Vorjahreshochwasser in Mühlberg ebenso wie für das Vereinsleben, zu dem Ausbildungsstunden ebenso gehören wie zum Beispiel medizinische Absicherungen bei verschiedenen Gelegenheiten und gesellige Stunden im Kreis der Helfer.

Wie viel Einsatz die noch neue Aufgabe auf Kreisebene abverlangen wird, bleibt abzuwarten. Jens Kauder muss in erster Linie Ausbildungen organisieren und koordinieren. Das wird sicher nicht mal schnell nebenbei zu leisten sein.

Dass er heute in Potsdam mit der Hochwasser-Medaille geehrt wird, hat ihn "überrascht", denn schließlich seien in dieser Zeit so viele Freiwillige aktiv gewesen. "Es macht mich stolz, dass meine Arbeit und damit ja auch irgendwie die aller anderen Helfer diese politische Anerkennung findet", sagt der Ehrenamtler. Was ihn in seiner Arbeit aber noch mehr beflügelt, "ist ein aufrichtig gemeintes Danke von Menschen, denen man geholfen hat. Das bestärkt jeden Helfer in seinem Tun, und man kann es nicht mit Geld aufwiegen."