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| 09:42 Uhr

Großer Andrang in Holzdorf
Mehr als 33 000 Besucher beim Tag der Bundeswehr

Tag der Bundeswehr in Holzdorf FOTO: Sven Gückel
Holzdorf. Zum „Tags der Bundeswehr“ haben am Samstag bundesweit 16 Bundeswehrstandorte ihre Türen geöffnet. Aus der Lausitz war der Fliegerhorst Holzdorf dabei. Das Interesse war riesig. Von Sven Gückel

„Willkommen Neugier“ lautet das Motto, unter dem sich die Bundeswehr Samstag zum vierten Mal in Folge an 16 Standorten präsentierte. Erstmals dabei war auch ihr größter Luftwaffenstandort in Schönewalde/Holzdorf. Der Einladung beider hier stationierter Einsatzverbände, des Einsatzführungsbereich 3 und der Lufttransportgruppe des Hubschraubergeschwaders 64 folgten schließlich 33 000 Besucher. Ihnen bot sich eine Show, die Einblick in viele Facetten der Streitkräfte gab.

Einen schöneren Start in der neuen Funktion hätte sich Generalleutnant Ingo Gerhartz nicht wünschen können. Gerade mal eine Woche im Amt, besuchte der Inspekteur der Luftwaffe am Samstag den Fliegerhorst Holzdorf, den größten Luftwaffenstandort der Bundeswehr. Mit ihm vor Ort waren nicht nur Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU) und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD), sondern auch mehrere Zehntausend Besucher, die sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten. Zumal die Bundeswehr nichts unversucht ließ, den Gästen eine attraktive Unterhaltungsshow zu bieten. Mehr als 80 Waffensysteme waren ausgestellt oder griffen aktiv in das Geschehen ein. Zu sehen gab es unter anderem Luftfahrzeuge wie Eurofighter und Tornado, die CH-53 und den H145M sowie den A400M. Letzterer stand sowohl am Boden, war aber auch in der Luft zu erleben. Pünktlich auf der Minute schwebte eine der Maschinen halb zwölf über den Platz, schwenkte zur Begrüßung ihr Tragwerk und dreht nach einer Platzrunde wieder ab. Der Transporter steuerte an diesem Tag insgesamt 13 Veranstaltungsstandorte an. Ihm gleich tat es sein technischer Vorgänger, die Transall C-160. Höhepunkt von zwei dargebotenen Luftshows an diesem Tag aber war neben einer Rettungsübung durch Hubschrauber die Akrobatik, die der Eurofighter am Himmel zeigte. Nahezu geschlossen drängten sich zu dieser Zeit die Besucher an den Absperrgittern hinter der Start- und Landebahn, um dem Ereignis so nah wie möglich zu sein. Ein Bild, wie man es sonst nur von der ILA in Berlin kennt.

Reichlich Staub wirbelte aber auch das Heer auf. Soldaten des Artilleriebataillon 131 aus Weiden in der Oberpfalz sowie der Panzergrenadierbrigade 37 aus Frankenberg stellten Fahrzeuge wie den Panzer Leopard 2A7 und die Panzerhaubitze 2000 aus und führten zugleich den Pionierpanzer Dachs und den Schützenpanzer Marder im nachgestellten Gefecht vor. Gleichwohl, sagte Oberst Mario Herzer, Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 3 und Standortältester, „liegt der Schwerpunkt der gezeigten Fähigkeiten heute bei der Luftwaffe, die hier zuhause ist“. Von dem, was den Zuschauern gezeigt wurde, war auch Generalleutnant Gerhartz beeindruckt. „Es ist nicht mein erster Besuch in Holzdorf, aber was ich hier zu sehen bekomme, stimmt mich optimistisch. Gerade deshalb, weil der Standort eine gesicherte Zukunft hat. Dass wir bei der Luftwaffe Probleme haben, die es anzupacken gilt, von der Ersatzteilbeschaffung bis hin zum Erhalt der Einsatzbereitschaft, zeigt, dass dringend sofortiges Handeln erforderlich ist. Auch was die Einführung einer neuen Generation Helikopter angeht, gilt es Druck zu machen“, betonte der ehemalige Jet-Pilot im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Zugleich kündigte er an, den Standort absehbar noch einmal zu besuchen.

Ausdrücklich lobte der General die zivil-militärische Zusammenarbeit am Standort. Etwas ähnliches, wie es der Stadtbund „Elbe-Elsteraue“ praktiziere, gebe es bundesweit nicht, betonte er. Dessen Mitglieder nutzten den Tag der Bundeswehr ebenso zur Präsentation wie eine Vielzahl Vereine und Institutionen der Region. Vor Ort aktiv vertreten waren zudem Partner der Bundeswehr, etwa der Bundesforstbetrieb Mittelelbe „Annaburger Heide“