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| 16:00 Uhr

Herzberg
Mediathek möchte Schnittstelle im Herzberger Kulturleben werden

Die Bibliothekare Rosel Schönherr, Dr. Haidar Maarof, Sandra Richter und André Keßler (v.l.) wollen der Herzberger Stadtbibliothek neuen Schwung geben. Auch der Lesegarten mit der Skulptur „Die Lesende“ soll mehr in das Programm eingebunden werden.
Die Bibliothekare Rosel Schönherr, Dr. Haidar Maarof, Sandra Richter und André Keßler (v.l.) wollen der Herzberger Stadtbibliothek neuen Schwung geben. Auch der Lesegarten mit der Skulptur „Die Lesende“ soll mehr in das Programm eingebunden werden. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Die Stadtbibliothek wird ab 1. Juni zur Mediathek. Sie will moderner und frecher sein und noch viel mehr für sich selbst werben. Von Birgit Rudow

Alles neu macht der Mai, sagt der Volksmund. Manchmal dauert es auch etwas länger. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Herzberger Bibliothek haben sich für ihre „Erneuerung“ den Juni ausgesucht. Ab 1. Juni nennt sich die Stadtbibliothek im Bürgerzentrum dann Mediathek, es gibt  neue Öffnungszeiten, freies WLAN und einen großen Bücherflohmarkt.

„Wir wollen uns ein Stück weit neu erfinden, moderner und auch frecher werden. Vor allem möchten wir in die Öffentlichkeit tragen, dass wir mehr sind als nur eine reine Büchersammlung. Viele wissen gar nicht, was wir alles anzubieten haben. Deshalb künftig auch der Name  Mediathek“, sagt André Keßler. Der 35-Jährige leitet die Einrichtung seit März dieses Jahres. Er hat ein Bachelorstudium für Bibliotheks- und Informationswissenschaften in Leipzig abgeschlossen und sieht seine Ausbildung noch nicht als beendet an. Ihm zur Seite stehen die Bibliothekare Rosel Schönherr, Sandra Richter und Dr. Haidar  Maarof.

André Keßler ist überzeugt davon, dass Herzberg die schönste und modernste Bibliothek im gesamten Landkreis hat. Und mit diesem Pfund möchte sein Team noch besser wuchern. „Das wird viel Mühe und Zeit kosten, aber wir wollen versuchen, noch mehr mit den modernen Trends zu gehen“, sagt er.

Derzeit hat die Herzberger Bibliothek etwa 30 000 Medien im Bestand – Bücher, Zeitschriften, Spiele, CD, Bluray, DVD, Computerspiele oder Datenbanken. Nicht eingerechnet ist die E-Book-Leihe, die gemeinsam mit dem Kreis betrieben wird. „70 Prozent unseres Bestandes sind Bücher, 30 Prozent andere Medien. Wir haben alles durchgeschaut und etwa 3000 ältere Medien aussortiert. Vom 1. bis 7. Juni machen wir einen Bücherflohmarkt im Haus, bei dem jeder zum kleinen Preis, ähnlich wie beim Weihnachtsmarkt, Bücher kaufen kann“, so André Keßler. Bei Neuerwerbungen für die Mediathek setzt er künftig mehr auf Klasse statt Masse, auf gute und anspruchsvolle Medien, vor allem für Kinder und Jugendliche.

Auch bei den Öffnungszeiten wird es Veränderungen geben. „Dabei versuchen wir, den Gewohnheiten unserer Besucher entgegenzukommen, zum Beispiel freitags am Nachmittag zu öffnen und am Samstag bis 13 Uhr. Die Zeiten müssen nicht in Stein gemeißelt sein. Mal sehen, wie sie angenommen werden“, sagt Keßler. Ab Juni steht den Nutzern auch kostenfreies WLAN zur Verfügung. Dann kann man sich zum Beispiel auf der Leseterrasse mit Handy, Notebook oder Tablet bei einem guten E-Book niederlassen.

Ein Experiment wollen die Mitarbeiter am 2. Juni mit einem Bücher-Blind-Date wagen. Die Bücher sind in Packpapier eingewickelt, das nur mit wenigen Stichpunkten versehen ist. Erst zu Hause werden die Leser erkennen, was für Literatur sie sich mitgenommen haben. Hintergrund ist die Erfahrung, dass viele Bücher, die eher unscheinbar aufgemacht sind, in den Regalen stehen bleiben. „Dabei sind einige echte Perlen. Die Leser wissen es nur nicht. Wir möchten, dass sie sich  auf etwas Neues einlassen“, sagt er.

Auch bei den Veranstaltungen soll es künftig lockerer zugehen und vor allem der Lesegarten soll bei schönem Wetter mehr genutzt werden. Den Auftakt macht am 1. Juni ab 19 Uhr Bürgermeister Karsten Eule-Prütz selbst. Er lädt zum „Multimedialen Wellenreiten“ ein und stellt spannende Surflektüre vor. Am 5. Juni gibt es eine deutsch-arabische Lesung und am 8. Juni liest Ute Rietschel aus ihren Romanen über Irish-Setter. Der Eintritt ist jeweils frei. „Wir würden mit der Mediathek gern zu einer Schnittstelle im Herzberger Kulturleben werden. Aber wir wissen auch, dass das viel Zeit brauchen wird“, so André Keßler.