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Technischen Hilfswerk
Maschinen zum Anfassen in Herzberg

Die Jugendgruppe des Herzberger Ortsverbandes vom THW während des Aufbaus eines Dreibocks zu Demonstrationszwecken.
Die Jugendgruppe des Herzberger Ortsverbandes vom THW während des Aufbaus eines Dreibocks zu Demonstrationszwecken. FOTO: Rico Meißner
Herzberg. Zwanzig Jahre existiert er nun bereits, der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) in Herzberg. Das war ein willkommener Anlass, um sich am Sonnabend der Öffentlichkeit zu präsentieren - mit schwerem Gerät und mit Unterstützung aus dem Nachbarbundesland. Rico Meißner

Der Ortsverband Riesa war mit gleich zwei Booten angerückt.

"Wir möchten heute zeigen, wer wir sind und was wir alles können", beschreibt Michael Marke den Grundtenor der interessanten Vorführungen. Michael Marke ist seit 17 Jahren der Ortsbeauftragte des Verbandes. Dieser umfasst mit der Jugendgruppe 40 Mitglieder.

"Auch wenn man es kaum glauben mag, aber wir sind recht unbekannt", resümiert er. "Viele Menschen sind der Meinung, wir würden diese Tätigkeit hauptberuflich ausführen. Das stimmt aber nicht. Wir sind allesamt Ehrenamtler."

Die Hauptaufgabe des THW liegt beim Zivil- und Katastrophenschutz. "Bekannt ist unser Einsatz bei Hochwasserlagen", so Michael Marke. "Aber wir helfen beispielsweise auch, wenn ein Zug entgleist ist. Oder nach dem schweren Sturm im Juni haben wir personell und technisch geholfen, die Bahngleise freizuräumen."

Jeder Ortsverband hat einen technischen Zug, wobei nicht in jedem Fall die ganze Bandbreite bedient wird. Die eine Spezialität der Herzberger liegt in der Beleuchtung. Außerdem verfügt er im Auftrag des Landkreises über eine große Hochleistungsdrehkolbenpumpe. Diese wird hauptsächlich zum Bekämpfen von Flächenhochwasser eingesetzt und stand am Sonnabend natürlich ebenfalls auf dem Platz vor dem Bürgerzentrum. 15 000 Liter Wasser kann sie fördern. Pro Minute.

Neben dem technischen Gerät war natürlich auch für Verpflegung und Kinderunterhaltung, etwa mit der Hüpfburg und dem Entenfangen, gesorgt. Auch Mitmachaktionen wurden angeboten, wie Holzbearbeitung und Knotenknüpfen.

Wenn man schon so viele Jahre dabei ist, was bleibt besonders in Erinnerung? "Natürlich hauptsächlich die Hochwassereinsätze", sagt der Ortsbeauftragte. "Aber auch im Nachhinein die vielen schönen Dinge, zum Beispiel, wenn uns die Menschen für unsere Hilfe danken. Außerdem ist die Unterstützung der Bevölkerung während der Einsätze toll."

Jede Einsatzlage stellt sich anders dar. Deshalb ist oft auch Improvisationstalent gefragt. Hervorgehoben wird die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Stadt. Dies sei ein "schönes Miteinander".

Selbst wenn der Verband nicht unter extremen Nachwuchssorgen leidet, kann er jederzeit neue Mitglieder gebrauchen. "Gerade Menschen mittleren Alters können sich bei uns engagieren. Egal ob Handwerker oder Büroangestellter. Wir können jeden gut gebrauchen", lädt Michael Marke mit Mitarbeiten ein.

Der jüngere Nachwuchs kann mit sechs Jahren beginnen. Natürlich wurde auch dafür am Sonnabend geworben. Wer mitmachen möchte, der meldet sich einfach bei dem Ortsverband.

Auch wenn die Besucheranzahl am Sonnabendmittag überschaubar war, war zumindest das Interesse der Anwesenden groß. Über die imposante Technik staunten besonders die Kinder. Es wurde viel gefragt und seitens des THW auch viel erklärt. Es durfte auch ausprobiert werden. Das Probesitzen im Boot kam bestens an.

Der Grundtenor lautete: "Schön, dass man alles aus der Nähe sehen und auch anfassen konnte." Insofern hatte die Präsentation ihren Zweck erfüllt.