Von den 200 Einwohnern der Gemeinde ließ sich daher kaum jemand das Spektakel entgehen. „Das Besondere an unserem Dorffest ist zudem, dass nicht nur einzelne Personen, sondern mit dem Chor, dem Sportverein und den Senioren wirklich viele an dessen Vorbereitung und Durchführung mitwirken“ , ergänzte sie.
Während beispielsweise am Samstag die reiferen Damen des Dorfes (Männer wurden bewusst außen vor gelassen!) zu einer nicht alltäglichen Modeschau mit reichlich Mut zum kreativen Design einluden, setzte die jüngere Generationen am Sonntag noch eins drauf. Fast sechs Monate intensiven Probens machten es möglich, Heino und seine Holzhackerbuben, Heidi und Gefolge (Andrea und Bernd Wagner), Gitte und ihren Drang nach Männern statt Schokolade (Doreen Ernst), Roy Black ganz in weiß oder Vader Abraham mit seinen Schlümpfen ins Dorf zu holen. Die Krönung der Show dürfte allerdings deren Auftakt gewesen sein. Mit zwei leibhaftigen Wüstenschiffen und einer Schar Haremsdamen im Gefolge betrat „Effendi“ Ralf Schemmel die Bühne. Unter dem Motto „Die Karawane zieht weiter“ hatte der Gesandte des Morgenlandes im Nu das Publikum auf seiner Seite, zudem stets heiß umworben von seinen fünf Haremsdamen. Den beiden Kamelen dürfte der Trubel um ihre Person so ziemlich egal gewesen sein, entscheidend war vielmehr die Futterration danach.
Doch nicht nur kulturell, auch sportlich und mit viel Ideenreichtum waren die Ma litschenkdorfer an diesem Wochenende gefordert. Neben dem standesgemäßen Kegelturnier, waren es unter anderem zahlreiche Kinderspiele und der Papierflugzeugwettbewerb, der die Teilnehmer zu Höchstleistungen trieb. Ihre Hausaufgaben besonders gut hatten dabei Henry, Irena und Ben Starick gemacht. Fast im Alleingang gewannen die drei in ihren Altersklassen den Flugzeugwettbewerb, welcher von den Firmen Oase und Gartentechnik Mönnich organisiert wurde. „Mit vierzig Teilnehmern fanden sich mehr Modellbauer an der Wettkampfstrecke ein, als wir vermutet hätten“ , freute sich Volker Mönnich. Bei nahezu idealen Wetterbedingungen glitten die Segler mehrere Meter, wobei Henry Starick mit 31 Metern die Bestmarke aufstellte und sich nun für ein Jahr der Lilienthal des Ortes nennen darf. Siegreich in ihren Altersklassen waren zudem Phillip Schmidt und Markus Schemmel. „Der Auftakt war doch schon einmal nicht schlecht“ , fügte Mönnich an. An einer Fortsetzung der Flugtage im kommenden Jahr dürfte also kaum Zweifel bestehen.