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| 16:15 Uhr

Frauentag
„Männer voran!“ beim Weibertreff

Der „Männer-Neuner“ hat einmal mehr dafür gesorgt, dass die Frauen für ein paar Stunden dem Alltag entrücken konnten.
Der „Männer-Neuner“ hat einmal mehr dafür gesorgt, dass die Frauen für ein paar Stunden dem Alltag entrücken konnten. FOTO: Dieter Müller
Malitschkendorf. In Malitschkendorf gibt es wieder die ganz besondere Frauentagsfeier. Von Sylvia Kunze

Der Saal in der Gaststätte „Kremitzgrund“ ist wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. „Ausverkauft“ freut sich Inhaberin Christine Pietsch, die von dem feucht-fröhlichen Treiben allerdings nur wenig mitbekommt, weil sie die gesamte Zeit über fast nur in der Küche steht. Sie wird sich einmal mehr erzählen lassen müssen, was alles zu erleben war.

Und das ist beim „Litschker Weibertreff“ erfahrungsgemäß nicht wenig. Ein „Männer-Neuner“, wie sich die Truppe nennt, die seit Jahren diese ganz besondere Frauentagsfeier organisiert und im Wesentlichen auch schmeißt, sorgt dafür. Das fängt zum Beispiel bei der stilvollen Begrüßung der weiblichen Gäste mit einem Blümchen an, geht über die Bewirtung bis hin zur Unterhaltung. Es hat auch schon Jahre gegeben, da wurde selbst für An- und Abreise gesorgt. Auto und Kutsche waren bereits in Aktion, aber in diesem Jahr ist jede Frau in dieser Hinsicht auf sich selbst (oder einen netten, hilfreichen Mann an ihrer Seite) angewiesen.

Was der Stimmung keinen Abbruch bereitet. Die Männer, die inzwischen nur noch acht Aktive zählen, bei ihrem Gruppennamen aber in ehrendem Gedenken an ihren einst neunten Mitstreiter bleiben, haben wieder seit Wochen vorbereitet. Anfang November im vorigen Jahr fand das Treffen statt, bei dem erste Ideen für die unterhaltenden Einlagen besprochen wurden. Es geht dabei um Sketche, witzige Szenen, Wortklamauk rund um Mann und Frau und andere lustige Themen sowie manchmal auch um einen musikalischen Einsatz – meist Playback. Obwohl, live waren die Herren auch schon zu erleben, zum Beispiel vor ein paar Jahren, als sie das „Litschker Lied“ nach dem Rhythmus des Stimmungshits  „Moskau“ intonierten.

Im Saal beginnt die Stimmung derweil zu brodeln. Die Frauen fühlen sich bestens umsorgt, sind emsig beim Plaudern und entrücken für ein paar Stunden dem Alltag. Zwischendurch wird immer wieder getanzt. Wer will schon die ganze Zeit nur am Tisch sitzen? Christine Pietsch hat derweil in der Küche das Mittagessen bereitgestellt. Auf geht’s, die hungrigen Gäste auch ein wenig kulinarisch zu verwöhnen. Und für die acht Herren ist Halbzeit angesagt.

Alle sind aus Malitschkendorf, alle von Anfang an dabei, als es galt, einen Ersatz für die vormals von LPG, DFD und anderen Organisationen organisierten Frauentagsveranstaltungen im Dorf zu schaffen. „Wir sind als Truppe in der Gemeinde schon seit Jahren aktiv“, resümiert Harald Kutscher, der „Motor“ der Achter-Truppe. „Bei den Vorbereitungen wird genau abgesprochen, wer wofür verantwortlich ist, wer was zu besorgen hat und was wir noch benötigen. So trägt jeder zum Gelingen bei“, berichtet er.

„Knaller“ in diesem Jahr ist die Performance der Männer, bei der sie schwungvoll auf Handwerkskästen aus Blech und auf einen Blechschrank einhämmern. Das ist kurz vor dem Ende des Beisammenseins, das nach dem Kaffeetrinken langsam ausklingt. Die Veranstalter können einmal mehr ein positives Fazit ziehen. Kutscher erzählt: „In den ersten Jahren nach der Wende kamen immer so um die 30 bis 35 Damen, eigentlich alle aus Malitschkendorf. Dann ist der Ansturm Jahr um Jahr gewachsen. Inzwischen begrüßen wir auch viele Frauen aus umliegenden Orten. Und es bleibt kein Platz mehr frei.“ Ein besseres Dankeschön könnte es für die Malitschkendorfer Männer nicht geben.