Im Sommer 2011 hatte noch ein Ast wieder ausgetrieben. Auch dieser ist jetzt vollkommen kahl.

"Es gibt zwar noch eine theoretische Chance, dass das Gehölz wieder ausschlägt, doch ist diese sehr gering", bestätigt Landeswaldrevierförster Andreas Schultz die Beobachtungen. Unter der Baumrinde gebe es sogenannte "schlafende Augen", die nach Schadensereignissen wieder austreiben. Dieses Phänomen habe sich aber an der Schradeneiche bislang nicht gezeigt.

Lebensraum für TierartenTrotzdem soll das Baumrelikt erhalten bleiben. "Es dient zahlreichen Tierarten als Lebensraum", so Förster Schultz. Nicht zuletzt biete die Eiche auch für das menschliche Auge einen noch immer imposanten Eindruck. Von der Forstwirtschaft sind dort zunächst keine weiteren Sicherungsmaßnahmen vorgesehen. Bereits nach dem Brand wurde um den Baum ein Kreis aus Ästen und Reisig geschaffen, um Neugierige vom Stamm fernzuhalten. Dort könnten noch immer Äste abbrechen. "Wir werden die Situation auf jeden Fall im Auge behalten", sagt Andreas Schultz.

Brandursache unklarDie Schradeneiche war Mitte Mai 2011 in Flammen aufgegangen. Zur Brandursache existieren unterschiedliche Angaben. Laut der Unteren Naturschutzbehörde gab es keine eindeutigen Hinweise auf Brandstiftung. Stattdessen könnte ein Blitz die Flammen ausgelöst haben. Für diese These spricht ein lang gezogener Kanal an der Ostseite des Stammes. Der Ortrander Stadtarchivar und Schradenkenner Reinhard Kißro berichtet dagegen von einem, kurz nach dem Feuer an der Eiche aufgefundenen Grill, der möglicherweise ebenfalls den Brand verursacht haben könnte. Eine entsprechende Anzeige bei der Polizei ist nicht eingegangen.