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| 15:44 Uhr

Döbrichau/Beyern
Machen Pferde den Lößfurth-Weg kaputt?

Döbrichau/Beyern. Hans Jürgen Mittmann aus Döbrichau sorgt sich um dessen dauerhaft gute Beschaffenheit. Von Sylvia Kunze

Hans Jürgen Mittmann aus Döbrichau, Vorsitzender des dort ansässigen Heilkräuterwandervereins, schaut mit besonderem Blick auf den Weg von Döbrichau in Richtung Lößfurth und von dort weiter ins Brandenburgische nach Beyern, Löhsten und/oder Rehfeld. Vor zwei Jahren hat er bei Döbrichau beginnend in Richtung Beyern 24 Märchenfiguren aufgestellt. Im Vorjahr erfuhr der Weg zudem noch eine Aufwertung als Teilstrecke des Lutherwegs. Doch es zieht Ungemach auf.

Leider müsse man nun feststellen, dass der aufwendig sanierte Lutherweg auffallende Beschädigungen aufweise, die durch Pferde verursacht wurden. Pferde-Äpfel blieben monatelang liegen und tiefe Trittlöcher würden das Joggen, das Befahren mit dem Fahrrad, Rollator und Rollstuhl sowie das Wandern erschweren, moniert Mittmann.

Er wird ungehalten, wenn er daran denkt, dass selbst zwischenzeitliches Beseitigen der gröbsten Schäden durch den Verein inzwischen schon wieder zunichte gemacht worden sei. „Ich habe an die 20 Pferdebesitzer, die auf Brandenburger Seite rund um die Lößfurth wohnen, besucht und bin bei ihnen auf großes Verständnis gestoßen. Mittlerweile bin ich relativ überzeugt, dass es sich um einen sächsischen Pferdebesitzer handeln muss, der nicht nur mit einem Pferd, sondern mit einem Vierspänner den Weg nutzt.“

Was er generell kann, denn der Weg als solcher ist ein Wirtschaftsweg, „den kann nun mal jeder nutzen. Wir können nur an Reiter und Gespannfahrer appellieren, an den Wegesrand auszuweichen bzw. den Weg selbst verantwortungsbewusst zu nutzen. Ausweichflächen können wir ihnen leider nicht anbieten“, beschreibt Volker Möbius, im Falkenberger Bauamt für die Wälder zuständig, die Situation. Auch im Beilroder Rathaus ist das Problem bekannt. Bürgermeister René Vetter verspricht, mit den Pferdebesitzern das Gespräch zu suchen. „Wir setzen uns zusammen, wobei das Ergebnis jedoch derzeit offen ist“, so der Beilroder Bürgermeister, der um den sich verschlechternden Zustand des Weges weiß. Der aktuell aufgrund der Pflegemaßnahmen, die nach den letzten Sturmereignissen unerlässlich waren, übrigens noch mehr leidet. „Der zuständige Förster hat versprochen, dass er nach der Holzabfuhr wieder in Ordnung gebracht wird. Der Lutherweg soll schließlich ein schöner Lutherweg bleiben“, sagt Vetter.

Hans Jürgen Mittmann appelliert indessen an alle Reiter und Gespannführer, die diesen Weg passieren: „Steigt doch bitte mal ab und lauft den Weg selbst ab, dann werden ihr das Problem schnell erkennen. Lasst uns diesen Lutherweg erhalten, denn es wäre schade um die hohe Summe an Fördergeldern. Ob ein weiteres Förderprogramm für diesen Weg greift, ist fraglich.“ Als Ausweich böten sich ja naturbelassene Sandwege an, schlägt er vor.