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| 01:10 Uhr

Lohn für Mühen bei Jahrhundertflut

Region.. Noch immer sind die Spuren der Jahrhundertflut von Elbe und Mulde sichtbar. Auch die Freiwilligen Feuerwehren werden mit den Folgen des Hochwassers noch lange zu kämpfen haben. Als die Not am größten war, standen die Kameraden der Bevölkerung zur Seite, um zu retten und den Neubeginn nach dem Rückgang der Wassermassen voran zu treiben. Auch das Engagement der Jugendfeuerwehren war enorm. Als Dank für ihren Einsatz lud die Jugendfeuerwehr Elbe-Elster am Wochenende sächsischen Wehrnachwuchs zum Sommerlager nach Stolzenhain. Von Bert Jachmann

Es fehlt nicht nur an technischem Gerät, das den Ortswehren weggespült wurde. Vor allem bei der Arbeit im Nachwuchsbereich mangelt es an freien Plätzen, auf denen der notwendige Übungsbetrieb stattfinden kann. Besonders hart getroffen hat es den sächsischen Landkreis Döbeln, im Gebiet zwischen Elbe und Mulde. „Wir werden in den nächsten vier bis fünf Jahren keine Möglichkeiten haben, Veranstaltungen zu organisieren“ , sagt Lutz Hesse, Kreisjungendfeuerwehrwart in Döbeln. Deshalb sind vorerst die Sommerlager der Jugendwehren im Kreis Döbeln unmöglich umzusetzen.
Als die Vorstandsmitglieder der Kreisjugendfeuerwehr Elbe-Elster von diesen Zuständen erfuhren, war für sie klar, dass den Kameraden in Sachsen geholfen werden muss. „Allerdings wollten wir kein Geld spenden, das dann in dunkle Kanäle fließt“ , sagte Martin Traube, Jugendfeuerwehrwart im Elbe-Elster-Kreis. In Absprache mit den sächsischen Kollegen und unterstützt vom Kreisfeuerwehrverband, wurde ein Sommerlager in Elbe-Elster arrangiert, zu dem alle Nachwuchslöschmannschaften aus dem geschädigten Gebiet eingeladen wurden.
Mehr als 220 Teilnehmer im Alter zwischen zehn und 17 Jahren fanden sich am Waldbad in Stolzenhain ein. Zwei Höhepunkte standen auf dem Programm. Zum einen die „Nonsensolympiade“ , die den Elbe-Elsteranern bereits zum alljährlichen Kreisjugendfeuerwehrtreffen viel Gaudi bereitet; zum anderen eine Nachtwanderung. In beiden Aktionen wurden Elemente der löschtechnischen Ausbildung integriert. Anders als bei den bisherigen Treffen, traten die Jugendmannschaften allerdings nicht gegeneinander an, sondern wurden vermischt, um sich unter Namen wie „Alleskönner“ , „Lahme Enten“ , „Wüstenfüchse“ und auch „Wilde Schwäne“ in neuen Teams zusammen zu finden. „Auf diese Weise wollen wir den Sinn für Teamfähigkeit schärfen. Es geht nicht darum als Jugendfeuerwehr zu gewinnen, sondern als Mannschaft“ , erklärte Martin Traube. An sieben Stationen sammelten die Mannschaften ihre Punkte. Konditionelle und geistige Fähigkeiten spielten dabei eine Rolle. Muskelkraft war beispielsweise beim Fahrzeugziehen vonnöten, Schnelligkeit hingegen beim Hindernislauf, den die Mädchen und Jungen mit Leiter zu absolvieren hatten. Bei herbstlichen Temperaturen kostete das Wettschwimmen schon Überwindung. Aber die Nachwuchslöschmeister bewiesen Ehrgeiz. Genau wie vor einem Jahr, als sie beim Hochwassereinsatz zur Stelle waren. „Ob beim Sandsäcke füllen oder bei der Schlammberäumung, die Jugend war immer dabei“ , so der sächsische Kreisjugendwart. Um so bedauerlicher ist es für ihn, dass schon Wochen nach der Flut, vieles vergessen war. „Die Unterstützung der Bevölkerung war nur kurzfristig und auch der erwartete Mitgliederzuwachs in unseren Reihen blieb aus“ , so Lutz Hesse.
Sieger bei der „Nonsensolympiade“ wurde das Team „Stiefelballet“ mit Teilnehmern aus Ostrau und Wiesenthal. Als die „Lahmen Enten“ sammelten Döbelner und Roßweiner Mitstreiter bei der Nachtwanderung die meisten Punkte. Im Rahmen des Sommerlagers legten 170 der anwesenden Jungendfeuerwehrler ihre Prüfung zum Erhalt der „Jugendflamme“ , einem deutschen Leistungsabzeichen, in den Stufen eins und zwei ab.