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| 01:00 Uhr

Lise und Atene vor dem Leiterwagen

Ein ganz besonderes Gespann trainiert Hansgeorg Löwe, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Gräfendorf, derzeit. Zum großen Festumzug möchte er zwei Kühe der Rasse „Alte Deutsche Schwarzbunte“ anspannen.


Schon vor 150 Jahren wurden diese Tiere von den Landwirten gezüchtet. Man schätzte daran Milch, Fleisch und auch die Zugkraft. Das schwarzbunte Niederungsrind war bis 1965 in Nord- und im nördlichen Mitteleuropa die am stärksten verbreitete Rinderrasse. In der DDR wurde Anfang der 70er Jahre mit dem Aufbau einer Genreserve des Schwarzbunten Rindes begonnen. Dieser Bestand konzentrierte sich in sieben Betrieben des Altkreises Herzberg. Dazu gehörten auch die Gräfendorfer. „Später, auf bundesweiten Ausstellungen lernten unsere Kühe dann auch noch das Schaulaufen“ , räumte der Chef ein.
Und so kam es dann auch, dass die Schwarzbunten im vergangenen Jahr zum Umzug in Langennaundorf eingespannt wurden. „Das war gar nicht so einfach, denn vorher musste richtig geübt werden“ , berichtete Anlagenleiter Marco Hartmann.
Zwei der 700 Gräfendorfer Kühe wurden für den Herzberger Umzug ausgesucht. Lise und Atene heißen die beiden „Damen“ . Sie müssen sich erst noch an das alte Kuhgeschirr gewöhnen, um den Leiterwagen zu ziehen. Vor kurzem hatte sie Hansgeorg Löwe für das Geschicklichkeitsfahren in Züllsdorf vor eine Kutsche gespannt. Die Gäste zeigten sich begeistert. Ob beim Umzug dann auch alles klappt, ist der Chef noch nicht ganz sicher. Vor allem die vielen Menschen und der große Trubel seien sehr ungewöhnlich für die Kühe. Auf jeden Fall aber werden die beiden Schwarzbunten vorher noch ordentlich gewaschen, geschoren und gestylt. (sn)