Eine Gratwanderung ist es in der Tat, mit Schülern, Lehrern und Eltern das Problem Sucht und Drogen zu thematisieren. Die einen sagen, das betrifft uns nicht. Andere schreien nach Hilfe, weil es zwar für die Öffentlichkeit oft nicht sichtbar, dennoch immer aktueller wird.

Die Präventions- und Opferschutzbeauftragte der Polizei Karin Wende hat es sich zur Aufgabe gemacht, wenigstens einmal im Jahr eine Woche lang mit Jugendlichen der siebten bis neunten Klassen über die Themen Sucht, Gewalt und Rechtsextremismus zu diskutieren. Maren Lehnert von der Kreisverkehrswacht unterstützt sie vor Ort, indem sie den Heranwachsenden die Möglichkeit bietet, Rauschbrillen aufzusetzen und mit diesen zu laufen. Hierbei können die Schüler nachempfinden, welches Körpergefühl man zum Beispiel bei Nacht und ein Promille Alkohol im Blut hat.

Viele Lehrer nahmen das Angebot an und besuchten die Jugendausstellung im Rahmen des Biologie- oder LER-Unterrichts. Unter Anleitung erarbeiten sich die Schüler dann zum Beispiel, wie viele Arten von Sucht und welche Alternativen es zur Einnahme von Drogen gibt, wenn es im Leben mal nicht so läuft. Ebenso steht es mit Gewalt.

Am größten ist das Interesse der Schüler, wenn die Lehrer sich mit einbringen und die Problematik ernst nehmen", stellt Karin Wende fest und sagt weiter: "Das Juselhallen-Team um Anna Essa, selbst Diplompsychologin und Projektleiterin, ist sozial gut aufgestellt. Sie bringen hier alle ihre Erfahrungen mit ein und unterstützen mich in diesem Projekt ausgezeichnet. Überhaupt sind wir alle sehr positiv überrascht, wie gut die Jugendlichen hier mitmachen und sich einbringen. Der Gesprächsbedarf ist höher, als manch einer es vermuten würde." Die meisten, gerade der älteren Schüler kennen jemanden, der Drogen nimmt oder Opfer von Mobbing geworden ist. Meist wissen sie nicht so richtig, an wen sie sich dann wenden können. Manchmal haben sie oft auch selbst Angst, Opfer von Gewalt zu werden. Auch auf diesem Gebiet engagiert sich Karin Wende. Als Opferschutzbeauftragte bietet sie 14-tägig dienstags von 10-12 Uhr eine kostenlose Beratung an. Die nächste Wanderausstellung zum Thema "Toleranz und Gewalt" kann vom 25. September bis 11. Oktober in der Juselhalle besucht werden.