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Im Interview: Weißstorchenbeauftragte Petra Wießner
Wie sehr leidet Adebar unter den frostigen Temperaturen?

Petra Wießner.
Petra Wießner. FOTO: Mona Claus
Herzberg. „Hallo liebe Rundschau, in Herzberg-Nord ist jeden Tag ein Storch vor dem Blöcken. Die Anwohner füttern ihn. Weiss nicht, ob das so gut ist. Nicht, dass der Storch krank wird“, wendet sich Diana Rößgen aus Herzberg an Rat suchend an die Heimatzeitung. Wer könnte besser darauf antworten als Petra Wießner, Weißstorchbeauftragte für die Region Bad Liebenwerda: Von Sylvia Kunze

„Hallo liebe Rundschau, in Herzberg-Nord ist jeden Tag ein Storch vor dem Blöcken. Die Anwohner füttern ihn. Weiß nicht, ob das so gut ist. Nicht, dass der Storch krank wird“, wendet sich Diana Rößgen aus Herzberg Rat suchend an die Heimatzeitung. Wer könnte besser darauf antworten als Petra Wießner, Weißstorchbeauftragte für die Region Bad Liebenwerda:

Frau Wießner, was denken Sie, wie fühlt sich Freund Adebar, der schon vor einigen Tagen in sein Herzberger Sommerquartier zurückgekehrt ist? Friert er?

Wießner: Nein, die Störche frieren nicht. Sie haben bei diesen winterlichen Bedingungen eher Probleme, Futter zu finden.

Also machen die Herzberger alles richtig, wenn sie das vorfristig angekommene Tier füttern?

Wießner: Na ja, ich weiß ja nicht, was sie füttern. Generell ist aktuell keine geschlossene Schneedecke. Deshalb müsste sich der Storch eigentlich allein versorgen und ein paar Mäuse fangen können.

Aber wenn er doch „bettelnd“ vor den Häusern auf und ab läuft...

Wießner: Dann geht im Notfall Katzenfutter. Daran gewöhnen sich Störche recht schnell, und das nehmen sie dann auch an. Ich glaube ja nicht, dass jemand Eintagsküken übrig hat und die füttern könnte. Normale Speisen, wie wir sie zu uns nehmen, sind für die Vögel aber tabu. Sie sind zu stark gewürzt.

Wie viele Störche sind überhaupt schon zurückgekehrt?

Wießner: Ich weiß nur noch von einem anderen. Der Storch, der in Alt-Belgern heimisch ist, ist ebenfalls schon wieder da. Es ist auch wirklich der Alt-Belgerner. Er ist beringt und schon abgelesen. Im Internet ist zu lesen, dass in Westdeutschland schon viele Störche angekommen sind, die meist in Spanien oder Frankreich überwintern. Die weiter nach Osten fliegenden brauchen erfahrungsgemäß länger, weil sie eine längere Zugroute bewältigen müssen. Sie überwintern in Südafrika.

Was glauben Sie, warum nehmen so viele Menschen so intensiven Anteil an diesen Vögeln?

Wießner: Ich denke, das ist so, weil sie als Frühlingsboten gelten. Wer fiebert nicht dem Frühling entgegen? Auch die Storcheneltern, also die Menschen, die in den Orten nach den Vögeln schauen, ihnen auf ihren Grundstücken Platz bieten, warten schon wieder sehnsüchtig auf deren Rückkehr.

Ist man in der Region gut auf die Rückkehrer vorbereitet?

Wießner: Ich denke schon. Das Wetter hindert uns jetzt zwar daran, noch ein paar geplante Maßnahmen anzugehen, aber generell ist die Region vorbereitet.

Maßnahmen welcher Art?

Wießner: Wir wollten zum Beispiel noch Nester in Maasdorf und in Elsterwerda in der Gartenstadt abtragen. Sie sind über die Jahre schon sehr hoch geworden.

Das Gespräch mit Petra Wießner führte Sylvia Kunze.