Verschwunden sind die Lichterketten und Schwibbögen. In den Geschäften wurde umdekoriert. Ja, und kaum einer in Wahrenbrück wird wohl heute seinen Weihnachtsbaum aus der Wohnstube an den Straßenrand bringen. Weihnachten ist vorbei.
Doch das Eigentliche von Weihnachten ist nicht vorbei. Ganz im Gegenteil, erst nach Weihnachten ist zu begreifen, was Besonderes und Einmaliges in Bethelehem geschehen war. Die Engel hatten es in der Heiligen Nacht verkündet: „Der Heiland und Retter ist euch geboren.“ Ob man dies aber schon an einem neugeborenen Kind entdecken konnte? Sicher, die Geburt eines Kindes ist immer etwas besonderes. Zurecht ist da Freude bei den Eltern, in der Familie. Aber, ein neugeborenes Kind ist doch auch eine Herausforderung. Es benötigt Fürsorge. Die Nächte werden kürzer. Da ist mehr Aufmerksamkeit und Arbeit notwendig. „Heiland und Retter“ - das meinten die Engel bezogen auf das, was Jesus im Laufe seines Lebens tun sollte. In Wort und Tat brachte er den Menschen Gott nahe. Ja, in seinem Leiden und Sterben schuf er eine Brücke zwischen Gott und den Menschen, die auch heute jeder betreten kann. Voraussetzung ist, diesen Jesus mit seinem Leben im Blick zu behalten.
Natürlich muss man sich von allem weihnachtlichen Beiwerk trennen. Wer aber dieses Eigentliche von Weihnachten entdecken möchte, sollte den Lebensweg Jesu weiter verfolgen. Der sollte nach dem Weg des Glaubens suchen. Nur so kann ich entdecken, dass dieser Jesus auch für mich „Retter und Heiland“ sein kann. Gesegneten Sonntag.

Michael Seifert ist Pfarrer
in Wahrenbrück.