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| 02:44 Uhr

Leben und Wohnen im Alter

In heimischer Umgebung alt werden können — das ist der Wunsch vieler Bürger der Region. Aber welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden? Wo klemmt noch die Säge? Wie können Hindernisse beseitigt werden? Die Stadt Falkenberg will sich bewusst und intensiv solchen Fragen stellen.
In heimischer Umgebung alt werden können — das ist der Wunsch vieler Bürger der Region. Aber welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden? Wo klemmt noch die Säge? Wie können Hindernisse beseitigt werden? Die Stadt Falkenberg will sich bewusst und intensiv solchen Fragen stellen. FOTO: Fotolia
Falkenberg. Die Stadt Falkenberg will ein Pilotprojekt zur Entwicklung einer altersfreundlichen, ländlichen Gemeinde starten. Sie erhält dabei wissenschaftliche und fachliche Begleitung. Sylvia Kunze

Der demografische Wandel ist seit Jahren in aller Munde. Fachleute warnen, dass er in den ländlichen Gebieten noch schwerwiegender ausfallen werde als in den großen Städten. Das Szenario ist unzählige Male beschrieben: Die Zahl älterer Menschen steigt stetig an und dadurch auch jene der Hochbetagten, der Menschen, die mit Einschränkungen den Alltag bewältigen müssen und der Pflegebedürftigen. Ihnen allen so lange wie möglich ein Leben im häuslichen bzw. zumindest im gewohnten Umfeld zu ermöglichen, gerät immer mehr in den Blick hiesiger Kommunalpolitiker.

Die Stadt Falkenberg will sich dem Thema jetzt intensiv widmen. Im zurückliegenden Ausschuss für Soziales ist das Pilotprojekt "Leben und Wohnen im Alter" vorgestellt worden. Dessen Ziel soll es sein, Falkenberg zu einer altersfreundlichen, ländlichen Gemeinde zu entwickeln. Nach einer Analyse von Stärken und Schwächen sollen darauf aufbauend ein konkretes Maßnahmen- und Versorgungskonzept erarbeitet und erste Vorhaben umgesetzt werden. Themenfelder sind dabei: öffentliche Räume und Gebäude, Mobilität und Transport, altersgerechtes Wohnen, Respekt und Integration, gesellschaftliche Teilnahme, Kommunikation und Information, ehrenamtliches Engagement und Beschäftigung sowie öffentliche Dienstleistungen und Pflege.

Bürgermeister Herold Quick musste nicht lange dafür die Werbetrommel rühren. "Wir sind in manchen Belangen schon sehr gut unterwegs", schätzte er ein. "Aber nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden könnte", schickte er sofort hinterher. Argumente, die die Abgeordneten überzeugten, waren neben der wissenschaftlichen und praktischen Begleitung, die das Pilotprojekt von Fachleuten erfährt, vor allem auch die in Aussicht gestellte Nachhaltigkeit und ein finanzieller Mehrwert, den man sich verspricht.

Auf Ebene des Landkreises war Annemarie Gundermann, Leiterin der Stabstelle Sozialplanung/Daseinsvorsorge, schon seit einiger Zeit unterwegs, um Kommunen in EE dieses Projekt schmackhaft zu machen. Bisher vergeblich. Falkenberg ist die erste Stadt, die sich darauf einlassen und im Kommunalverbund der Kurstadtregion gesammelte Erfahrungen weitergeben möchte. Eigens unter dem Aspekt waren auch Vertreter aus den anderen drei Kurstadtregion-Städten eingeladen. Für den in Bad Liebenwerda tätigen Abgeordneten Reiko Mahler liegt es auf der Hand: "Eine Kommune allein kann das nicht leisten", sagte er mit Blick auf eine geplante Fragebogenaktion, deren Auswertung und das Ableiten und Abarbeiten von Aufgaben vor Ort.

So sahen das auch die Mitglieder des Falkenberger Ausschusses, die alle ihre Zustimmung erteilten, das Projekt anzugehen. Inzwischen haben auch die Mitglieder des städtischen Hauptausschusses ihr "Ja" gegeben. Und es ist nicht davon auszugehen, dass die Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Woche eine andere Meinung vertritt.

Bereits in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses will Barbara Erjauz von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus - Senftenberg, Fachbereich Pflegewissenschaft und klinische Pflege, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, einen Fragebogen vorlegen.