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| 02:42 Uhr

Landwirte nutzen gutes Wetter

Region. Kein Landwirt der Region, der sich nicht schon mit Frühjahrsarbeiten beschäftigt. Dem Wetter sei Dank. Die Vegetation ist etwa zwei Wochen voraus, schätzen die Bauern ein. Sylvia Kunze

Von wegen "Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt". So mancher Landwirt hat sich in diesem Jahr angesichts des milden Winterwetters durchaus noch zeitiger den Feldern und Grünflächen gewidmet. "Wir sind schon Mitte Februar raus", erzählt Dorsten Höhne, Verantwortlicher für die Pflanzenproduktion in der Agrargenossenschaft Züllsdorf. Mit der Frühjahrsbestellung sei man in Züllsdorf deshalb weitgehend durch. Neu ist in diesem Jahr der Anbau einer Hafer-Leguminosen-Mischung, mit deren Ertrag später die Biogasanlage der Genossenschaft bestückt werden soll. Bis auf Sommergerste wächst bei uns alles. Und das recht gut. Die Vegetation hat wegen des frühlingshaften Wetters zwei Wochen Vorsprung", so Höhne. Sorgen habe die lange Trockenheit bereitet. "Auf unseren Sandkuppen merkt man schnell, wenn Regen fehlt. Da haben die Pflanzen schon fast gelitten. Aber nach dem wenigen Regen der zurückliegenden Tage sieht es schon wieder freundlicher aus", sagt der Pflanzenfachmann.

Ein Schwerpunkt der Arbeit in Züllsdorf ist momentan das Ausbessern des Grünlands. Höhne erklärt: "In den vorangegangenen feuchten Jahren haben die Flächen gelitten, besonders dort, wo der Untergrund nasser ist. Stellenweise sind da zum Beispiel tiefe Spuren reingefahren."

Trotz Trockenheit nasse Wiesen

Nasse Stellen ärgern auch die Verantwortlichen der Schliebener Agrar GmbH. "Man mag es angesichts der vielen trockenen Tage in diesem Frühjahr gar nicht glauben, aber wir haben einige Flächen, die derart nass sind, dass wir kaum raufkommen", berichtet Geschäftsführer Björn Förster. Er schreibt dies in erster Linie "mangelhafter Gewässerunterhaltung" zu. Das Grünland könne deshalb oftmals gar nicht als Weidefläche genutzt werden.

Deutlich positiver fällt seine Bilanz der diesjährigen Frühjahrsbestellung aus. "Weizen, Gerste, Raps und Roggen sind im Boden. Es geht alles sehr gut und unkompliziert voran", schätzt Förster ein. Deshalb sei man in Schlieben inzwischen schon beim Vorbereiten, genauer gesagt Düngen der Flächen, auf denen voraussichtlich ab Mitte April Mais gelegt werden soll. Danach will man sich dem Pflanzenschutz beim Raps widmen.

"Wir haben gerade wenig Grund zum Jammern", sagt Björn Förster, "wenn man von den politischen Rahmenbedingungen absieht. Was an Veränderungen aufgrund der neuen EU-Richtlinien auf uns zukommt, darüber herrscht momentan noch große Ungewissheit. Und das macht die Arbeit für uns Landwirte leider nicht einfacher."

Kein übermäßiges Wasser, kein ewig dauernder Frost - nach Einschätzung von Michael Leschke von der Herzberger Landwirtschaftlichen Vermögens- und Produktions GmbH ist der Start in das neue Jahr aus Bauernsicht "relativ normal".

Dank Frühling voll im Plan

"Es sieht gut aus. Wir wollen hoffen, dass es weiter so bleibt, denn momentan liegen wir voll im Plan", erzählt Leschke. Düngen und Saateinbringen gehören zu den Schwerpunktaufgaben in diesen Tagen. 410 Hektar von insgesamt 600 Hektar der GmbH sind Ackerland, der Rest Grünland. "Wenn es jetzt in den nächsten Tagen ab und zu regnet, dann wird auch alles gut wachsen", hofft der Landwirt.