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Landrat: Vorschlag koppelt Südbrandenburg total ab

Elbe-Elster. Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) bezeichnet den Vorschlag für die Kreisneuzuschnitte als eine herbe Enttäuschung. Die geplante Verwaltungsstrukturreform werde ohne Rücksicht auf Verluste und Befindlichkeiten in den Regionen einfach durchgeboxt, ohne die Wünsche, Forderungen und Hinweise der Landkreise und kreisfreien Städte zu berücksichtigen, sagt er. red/gb/sk/ru

"Die oft beschriebenen Riesengebilde sind jetzt keine Hirngespinste mehr, sondern zum Greifen nah. Ich will mir gar nicht ausmalen, was das für ehrenamtliche Tätigkeiten bedeutet", so Heinrich-Jaschinski. Er sei auch verwundert darüber, wie beliebig auf Landesebene mit einem Kerngedanken im Leitbild umgegangen werde, der Landkreisen den Hauptstadtzugang ermöglichen sollte, sagt er. "Davon ist jetzt überhaupt gar keine Rede mehr. Der Vorschlag koppelt Südbrandenburg komplett ab und zementiert die Randlagenposition der dortigen Landkreise weiter", urteilt der Landrat. "Mich ärgert vor allem, dass nur über die Kreisebene diskutiert wird. Die Verwaltungsstrukturreform betrifft aber alle Verwaltungsebenen, von der Gemeinde bis zum Land. Eine umfangreiche Funktionalreform ist für mich absolut vorrangig", so der Landrat. Er kündigte an, dass sich der Kreistag am Montag ausführlich mit den Vorschlägen vom Land befassen wird.

Bei Gottfried Richter, Amtsdirektor Amt Kleine Elster und Mitglied des Präsidiums des Städte- und Gemeindebundes, schlagen bei diesem Kreiszuschnitt zwei Herzen in der Brust. Grundsätzlich seien größere Einheiten infrage zu stellen, sagt er. "Wenn sie aber nicht zu umgehen sind, dann halte ich den Lausitz-Kreis durchaus für besser, als eine Zuordnung von Elbe-Elster in Richtung Berlin. Die Lausitz ist eine eigenständige Region, sowohl geprägt durch die Kohle, als auch durch den sich entwickelnden Tourismus im Seenland", sagt er. Wenn es zu diesem Gebilde komme, müsse gesichert sein, dass Cottbus das flache Land nicht dominiert. "Unsere Bürger wohnen in Städten und Gemeinden und identifizieren sich nicht mit einem Landkreis. Politik spielt sich vor Ort ab. Die Kleinteiligkeit und ein hohes Maß politischer Mitbestimmung müssen unangetastet bleiben", sagt er.

Eine bessere Anbindung nach Berlin wäre für Stephan Bawey, Stadtverordneter in Falkenberg (Unabhängige Wählervereinigung), der richtige Weg gewesen. "Ob in dieser Variante allerdings der Ausbau der B 101 weiterhin präferiert wird, ist fraglich", sagt er. Die rot-rote Landesregierung habe somit gezeigt, was sie vom Süden Brandenburgs hält.

Joachim Pfützner, Vorsitzender der Kreistagsfraktion Die Linke/B90-Grüne, hält den Lausitz-Kreis-Vorschlag für einen nachvollziehbaren und sinnvollen Kompromiss. Die regionale Identität mit der Lausitz sei ein guter Ansatz, so Pfützner. Elbe-Elster sei der schwierigste Teil bei der Aufteilung gewesen. "Ein Zusammengehen mit Teltow-Fläming ist für mich nicht vertretbar gewesen. Der Zuschnitt dieses Gebildes war viel zu lang", sagt er.