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| 19:04 Uhr

Sommernachtstraum
Kunst setzt sich in Szene

Inmitten der Natur, die Leselampe in Sichtweite, lud Nadine Thaler von der Mediathek Herzberg die Besucher zu einer kleinen Bücherstunde ein.
Inmitten der Natur, die Leselampe in Sichtweite, lud Nadine Thaler von der Mediathek Herzberg die Besucher zu einer kleinen Bücherstunde ein. FOTO: Sven Gückel
Herzberg. Begeisterte Besucher bei der dritten Grochwitzer Schlössernacht am Freitagabend. Von Sven Gückel

Lang war die Pause und hoch waren die Erwartungen. Nach vier Jahren Pause lud der Kunstkreis Herzberg mit Unterstützung vieler Helfer am Freitagabend zur dritten Schlössernacht auf Schloss Grochwitz ein. Der Offerte folgten mehrere Hundert Besucher aus Herzberg und Umgebung. Als Dr. Günther Unterkofler das Schloss Grochwitz von der Stadt Herzberg erwarb, gab er auch die Verpflichtung ab, es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Als Kunstliebhaber Ausstellungen, Lesungen und Konzerte wurden seither im Schloss organisiert, ebenso wie drei Schlossnächte. „Nach der gelungenen Premiere 2014 stand für uns schnell fest, dass wir dies wiederholen wollen”, betonte die Vorsitzende des Kunstkreises, Gabi Lang. Den angestrebten Zweijahresrhythmus ließen berufliche Verpflichtungen der Kunstkreismitglieder nicht zu, weshalb Unterkofler selbst die zweite Veranstaltung vorbereitete. Jetzt, 2018, oblag die Verantwortung wieder beim Kunstkreis. Dieser hatte sich zum Ziel gesetzt, einen lebendigen Sommertraum im Schloss wahr werden zu lassen. Kunstschaffende der Stadt zeigten ihre Bilder oder aus Holz gefertigten Werke, die Herzberg Comedians gaben Parodien zum Besten. Nadine Thaler, Mitarbeiterin der Mediathek, las im Schlosspark aus Büchern vor, während Robbi Fuchs seinen Klangschalen Töne entlockte oder die erst vor wenigen Wochen gegründete Doctor´s Blues Band das Publikum auf der Schlossterrasse mit jazzig-souligen Liedern unterhielt. Den Auftakt des Events gaben die „Schlagfertigen“, deren Klängen eine kampflustige Szene aus “Romeo und Julia” folgte, dargeboten von Mitgliedern des Kunstkreises.
„Unser Anspruch war es, etwas von Bürgern für Bürger zu machen”, betonte Unterkofler, der selbst dem Kunstkreis angehört. Herzberg habe viel Kulturelles zu bieten, das weit über das bekannte Angebot hinausgehe. „Ich würde mir wünschen, wenn man das noch mehr in die Öffentlichkeit tragen könnte. Von solchen Veranstaltungen lebt unsere Stadt”, ergänzte Bürgermeister Karsten Eule-Prütz. Deutlich hat er dem Kunstkreis daher signalisiert, dass die Stadt das Event auch in den Folgejahren unterstützt. Eine Zusage, die Conny Mailick wohlwollend vernahm, welche federführend das Konzept für die dritte Schlössernacht erarbeitet hatte.
Entgegen der oftmals üblichen Form, wollte der Kunstkreis keine festgelegte Programmabfolge bieten. „Das Schlossareal und der Park bieten reichlich Platz, den es zu nutzen galt”, erläuterte Gabi Lang. Jedem Künstler oder Akteur bot sich daher der nötige Freiraum zur Entfaltung. Zwar waren die „Wanderbewegungen” des Publikums für manchen Darbietenden etwas gewöhnungsbedürftig, dafür hielt der Abend aber zeitgleich immer mehrere Stationen bereit, an denen Unterhaltung der unterschiedlichsten Art geboten wurde.
Sehr zur Freude der Organisatoren folgten viele Gäste der Aufforderung, kostümiert auf dem Fest zu erscheinen. „Das zeigt, dass die Besucher sich nicht nur ungezwungen unterhalten lassen wollten, sondern dafür auch den nötigen Spaß mitbrachten”, zollte Mailick ihren Respekt.
Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung war eine von den Rolandos dargebotene Feuershow. In zwei Jahren soll es die vierte Schlössernacht geben.

Mitglieder des Kunstkreises, im Bild Christian Poser, Dr. Heike Drobner-Dechering und und Kathrin Ziehe (v.l.), stellten zu Beginn der Veranstaltung eine Szene aus Romeo und Julia nach.
Mitglieder des Kunstkreises, im Bild Christian Poser, Dr. Heike Drobner-Dechering und und Kathrin Ziehe (v.l.), stellten zu Beginn der Veranstaltung eine Szene aus Romeo und Julia nach. FOTO: Sven Gückel