| 02:39 Uhr

Herbstfest
Kunst als aktive Kommunikation

Die wilden Spielleute "Heydekraut" aus Fischwasser unterhielten am Samstag zum Herbstfest die Besucher.
Die wilden Spielleute "Heydekraut" aus Fischwasser unterhielten am Samstag zum Herbstfest die Besucher. FOTO: Dieter Müller/dmu1
Herzberg. Mit dem Herbstfest, das am Wochenende zum dritten Mal um das Bürgerzentrum stattgefunden hat, scheinen sich die Herzberger noch nicht so recht angefreundet zu haben. Der Markt, die Märchenaufführung oder die Lesungen in der Bibliothek hätten jedenfalls etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Birgit Rudow

Voller wurde es am Sonntag zu den Auftritten der "Schlagfertigen" und der Kita "Spatzennest".

Gebührend bedacht wurde hingegen die Eröffnung der Ausstellung "Am Anfang war das Wort" in der Galerie am Freitag. Erstmals haben der Kunstverein Kreis Soest und die Stadt Herzberg eine Ausstellung gemeinsam in Angriff genommen und deutschlandweit ausgeschrieben. "Wir haben 2016 zusammengesessen und überlegt, was wir zum Reformationsjubiläum machen können. Das ist uns dieser Leitspruch der Brandenburgischen Landeskirche im Reformationsjahr in die Hände gefallen", so die Vorsitzende des Soester Kunstvereins Inga Schubert-Hartmann. 41 Künstler aus ganz Deutschland haben sich um eine Teilnahme an der Ausstellung beworben. Ihre Arbeiten sind jetzt in der Galerie zu sehen, darunter auch Herzberger wie Barbara und Jörg Böning, Katrin Bautze oder Iris Stöber. Mit welch einer Vielfalt die Künstler das Motto verarbeitet haben, hätte sie überrascht, so Inga Schubert-Hartmann. Bei der Umsetzung des Themas sei es den Künstlern nicht um religiöses Überstülpen gegangen, auch wenn Luther und Katharina von Bora ab und an durchblitzten. Es gehe vor allem um Kunst als aktive Kommunikation und gesellschaftliche Provokation, sagte sie.

Das Leitthema hat auch die stellvertretende Herzberger Bürgermeisterin Gabi Lang, selbst in der Malerei zu Hause, in ihrer kleinen Rede sehr emotional aufgegriffen. Heute gehöre schon fast Mut dazu, miteinander zu reden, sagte sie und verwies auf die vielschichtige Wirkung von Worten. Die Ausstellung, so Gabi Lang, sei ein Feuerwerk von Gefühlen. Damit sprach sie einen bedeutenden Aspekt an, der viele dazu verleiten sollte, sich die Ausstellung anzusehen.

Viel miteinander geredet wurde auch zur Festveranstaltung im Rahmen des Herbstfestes, zu der Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU) Vertreter der Partnerstädte und Herzberger Vereine eingeladen hatte, die sich um die Städtepartnerschaft verdient gemacht haben.

Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde haben im Zelt das Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot" aufgeführt.
Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde haben im Zelt das Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot" aufgeführt. FOTO: dmu1
Inga Schubert-Hartmann (r.) sprach die Laudatio zur Eröffnung der Ausstellung "Am Anfang war das Wort".
Inga Schubert-Hartmann (r.) sprach die Laudatio zur Eröffnung der Ausstellung "Am Anfang war das Wort". FOTO: Rudow