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| 15:21 Uhr

Schlieben
Johann feiert in Schlieben eine tolle Party

Ulla Müller ist Namenspatin den plüschigen Schliebener Maskottchens. Sie suchte für den Stier den Namen Johannes aus.
Ulla Müller ist Namenspatin den plüschigen Schliebener Maskottchens. Sie suchte für den Stier den Namen Johannes aus. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Schlieben. Moienmarkt mit Namenstaufe, Moienwahl und vielen anderen tollen (selbstgemachten) Höhepunkten. Von Sylvia Kunze

Im Schliebener Land wird sich so mancher sagen: „Was für eine Wochenende!“ Und meint damit bei weitem nicht vordergründig das Wetter, das der Feiergemeinde beim Moienmarkt endlich wieder einmal das ersehnte regenfrei bescherte. Ein Wunsch, der übrigens auf der Liste von Cheforganisatorin Angela Unger vom Moienmarkt- und Kulturverein ganz oben auf der Liste stand. Gemeint ist vielmehr die Summe an schönen Erlebnissen, die der diesjährige Moienmarkt bereithielt - einschließlich des Besucherrekords am Samstagabend. Ein Moienmarkt, der in der Masse von dem lebt, was Schliebener selbst auf die Beine stellen.

Die offizielle Eröffnung am Freitagabend ließ noch auf sich warten, da ging im Caféhaus im Drandorfhof schon das erste Mal die Post ab. Hannlore und Horst Eigl durften mit ihrem Helferteam mehr als 100 Senioren bewirten. Zum vierten Mal haben sie während des Marktes das kleine Café betrieben, „und jedes Jahr kommen mehr Besucher und nehmen das Angebot noch besser an“, freut sich die langjährige Geschäftsfrau, die ja eigentlich schon in Rente gegangen ist, zum Stadtfest aber immer noch mal das macht, was ihr über Jahre beruflich großen Spaß bereitete.

Kurz füllte es sich auch schon in der Kellerstraße. Die vier Anbieter hatten sich auf den Ansturm in den lauschigen Sommernächten eingestellt. Im Moienkeller zum Beispiel hat sich die Mannschaft über zwei Jahre für so eine Feier fit gemacht. Ein eingespieltes Team schenkte den Gästen Jessener Wein ein. Das hatte schon so etwas wie Tradition.

Gleich nebenan schickt sich Keller Nr. 8 an, ebenfalls eine Tradition zu begründen. Das „Betreute Trinken“ wurde beim Start noch skeptisch von der reiferen Generation beäugt und als Jugendkeller abgestempelt. Aber das ist er bei Weitem nicht. Sissy Otto, die „Mutter“ der Truppe, weiß: „Auch bei uns trifft sich inzwischen Jung und Alt. Und die Letzten, die morgens den Keller verlassen, sind nicht die Jugendlichen.“ Weder vereinsmäßig noch gesponsert unterwegs haben sich hier Schliebener zusammengefunden, die an der Tradition der Weinkeller festhalten wollen und sich nichts mehr wünschen, als dass noch mehr Leben einzieht und weitere Keller zum Verweilen einladen. Dafür wird schon Monate vor dem Fest gewerkelt (z.B. an den zahlreichen roten Sitzmöbeln) und vorbereitet (unter anderen die DJs besorgt, die allabendlich im Keller auflegen).

Die gute Stimmung in der Kellerstraße spricht sich rum, sodass auch der Schliebener Weinbauverein und das Weingut Schauff als weitere Anbieter vor Ort besonders an den Abenden des Schliebener Stadtfestes ordentlich was zu tun bekamen. Beleg dafür war nicht nur deren schwindender Vorrat an Getränken, sondern auch die Moisebuch-Aktion, die in diesem Jahr erstmals den Moienmarkt begeitete. In dem kleinen Büchlein konnten sich die Gäste ihren Besuch bei den sieben gastronomischen Partnern (neben dem Caféhaus und den Weinkellern auch das Restaurant Dionisos und die Brandenburger Bierstraße) abstempeln lassen und dabei noch sammeln. Denn für fünf von sieben Stempeln gab es ein editiertes Weinglas mit auf den Weg nach Hause. „Das ist super angekommen“, ist von Angela Unger zu erfahren. Der Vorrat an diesen Gläsern nahm stetig ab.

Denn zu feiern gab es schließlich bei dem abwechslungsreichen Programm genug. Nicht zuletzt die neue Schliebener Moie Franziska Günther. Sie hatte sich in der vom Schliebener Männergesangverein ausgerichteten Wahl gegen ihre drei Bewerberinnen durchgesetzt. Ob Quizz, dirigieren oder tanzen - Franziska (man muss sich nicht einmal einen neuen Namen merken, denn auch ihre Vorgängerin hieß so) hat das am besten hinbekommen und darf nun für zwei Jahre das Schliebener Land repräsentieren, die Moienschärpe tragen und das neue Moien-Dienstmobil, vom Herzberger Autohaus Elfeldt zur Verfügung gestellt, nutzen.

Einer anderer „Besucher“ hat das Fest zwar nicht direkt mitverfolgt, stand aber genau so wie die neue Moie kurzzeitig im vollen Rampenlicht. Das Schliebener Maskottchen, ein Plüsch-Stier, erhielt seinen Namen. Johann heißt er nun, angelehnt an den Johannismarkt, wie der Moienmarkt ganz zu Beginn noch hieß. Namenspatin ist Ulla Müller. Ihr Vorschlag setzte sich aus einer Liste von mehr als 60 Vorschlägen durch. Logisch, dass die Bergaerin auch eines der ersten Exemplare als Dankeschön für ihre Idee überreicht bekam.

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Die Maxi-Playback-Show am Samstagabend war wieder der Renner, hier im Bild Marko Klingenberg als Andreas-Berg-Double.
Die Maxi-Playback-Show am Samstagabend war wieder der Renner, hier im Bild Marko Klingenberg als Andreas-Berg-Double. FOTO: LR / Dieter Müller
Die Falkenberger Tanzmäuse haben am Samstgnachmittag an der Stadtbühne für Stimmung gesorgt.
Die Falkenberger Tanzmäuse haben am Samstgnachmittag an der Stadtbühne für Stimmung gesorgt. FOTO: LR / Dieter Müller
Franziska Günther (r.) ist die neue Schliebener Moie und damit Nachfolgerin von Franziska Lehmann.
Franziska Günther (r.) ist die neue Schliebener Moie und damit Nachfolgerin von Franziska Lehmann. FOTO: LR / Dieter Müller