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Hirschfeld
Hirschkäfer entern die Bühne

Das Märchen „Rotkäppchen“, vorgetragen von der Theatergruppe „Hirschkäfer“ aus Hirschfeld, hat in der kleinen Turnhalle neben der Schule wieder für viel Applaus gesorgt. Die Frauen würden sich über männliche Verstärkung freuen.
Das Märchen „Rotkäppchen“, vorgetragen von der Theatergruppe „Hirschkäfer“ aus Hirschfeld, hat in der kleinen Turnhalle neben der Schule wieder für viel Applaus gesorgt. Die Frauen würden sich über männliche Verstärkung freuen. FOTO: Mirko Sattler
Hirschfeld. Alljährlich sorgt Theatergruppe in Hirschfeld mit Stücken für Klein und Groß für Begeisterung. Von Mirko Sattler

Draußen ekliges Herbstwetter mit Regen und Temperaturen um die fünf Grad Celsius. Drinnen in der kleinen Turnhalle neben der Schule in Hirschfeld ist es dagegen mollig warm und herrscht tolle Stimmung. Immer mehr Hirschfelder, vor allem die kleinen Einwohner mit ihren Eltern, schauen vorbei. Extra für sie hat sich die Bühne in einen Märchenwald verwandelt. Ganz gespannt warten die kleinen und großen Hirschfelder auf das, was kommt. Und dann unter dem Applaus des Publikums öffnet sich der Vorhang.

Mindestens einmal im Jahr wird in der Schradenlandgemeinde Theater gespielt. Zwölf Mitglieder im Alter zwischen 18 und 52 Jahren leben dabei ihre Neigung des Verkleidens aus. „Wir sind allesamt Frauen. Männer sind bei uns herzlich willkommen, doch die zieren sich. Sie sind halt Mädchen“, scherzt Steffi Pfenning. Die 51-Jährige ist, wie sie selbst sagt, in der reinen Frauen­truppe für den Humor zuständig. Bei dem diesjährigen Spiel hat sie sich in einen Hasen verwandelt.

Vor mehr als zwölf Jahren hat sich die heutige Theatergruppe um Katrin Wirl gegründet. „Wir wollten damals einmal etwas Neues machen. Und so haben wir unsere künftigen Schulkinder mit einem Theaterstück überrascht. Die Eltern haben für die Kinder gespielt. Treibende Kraft war damals Heidi Kniese. Unser erstes Märchen war Schneewittchen“, erinnert sich die heute 45-Jährige, die die gesamte Truppe zusammenhält. „Ich habe die Schlüsselgewalt“, sagt sie scherzhaft.
Von den heutigen zwölf Laiendarstellern stammen sechs noch aus der Anfangszeit. Fast alle gängigen Grimmmärchen wie Schneekönig, Rumpelstilzchen, Goldene Gans, Frau Holle oder Schneeweißchen und Rosenrot wurden so schon vorgetragen.

„Wir suchen immer Märchen aus, in denen die Rollen gleich verteilt sind. Die diesjährige Rollenverteilung fand auf einem Kremser statt. Alle waren mit ihren Figuren einverstanden“, sagt Katrin Wirl, die 2017 in Rotkäppchen die Rolle der Mutter übernahm.

Während sich bei den Kindermärchen am Original orientiert wird, werden die Erwachsenenmärchen, die seit letztem Jahr mit im Repertoire sind, auf Hirschfelder Art dargeboten. „Unser erstes erwachsenes Märchen hieß Schneeflittchen, also Schneewittchen auf Hirschfelder Art. Dieses Märchen ist auf unserem Ort zugeschnitten. So gibt es darin zum Beispiel die Zwerge, die aus den Grödner Bergen kommen und in einem Gasthof im Ort sitzen. Doch was wäre ein Erwachsenenmärchen, ohne das Publikum einzubeziehen. In unseren Stücken binden wir unsere Zuschauer unter Freude voll mit ein“, verrät Iris Töpfer, die am vergangenen Sonntag die Märchenerzählerin war.

Seit dem Sommer wird für das alljährliche Märchen einmal monatlich geprobt. In der heißen Phase, ab drei Monate vor der Premiere, treffen sich die zwölf Damen einmal wöchentlich. Alles ordnungsgemäß unter einem Hut zu bekommen, ist nicht ganz einfach, wie sie sagen. Alle Laiendarsteller sind berufstätig. Neben den Proben müssen noch die Kostüme hergestellt und die Kulisse gebaut werden.

Nach gut 30 Minuten bedankten sich die kleinen Steppkes mit tobenden Applaus für das diesjährige Märchen Rotkäppchen.