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Reformationsjubiläum
Deftiger Gulasch und noch deftigere Reden

Mit ihren Querflöten umrahmten Marie-Therese Stosch (l.) und Sarah Hellriegel die Tischreden des Reformators Martin Luther. Lutz Antoni trug sie vor.
Mit ihren Querflöten umrahmten Marie-Therese Stosch (l.) und Sarah Hellriegel die Tischreden des Reformators Martin Luther. Lutz Antoni trug sie vor. FOTO: Rico Meißner
Uebigau. Kurz vor Jahresausklang erinnerte die Uebigauer Bibliothek an den großen Reformator Martin Luther – mit dessen Tischreden. Von Rico Meißner

Theologie, der Tod, das Verhältnis von Mann und Frau, der Papst, Deutschland und seine Städte und das Ewige Leben. Das waren nur einige der Themen, die Martin Luther, in die Rolle schlüpfte Lutz Antoni, am Freitagabend im Uebigauer Schloss seinen Zuhörern zum besten gab. Als ihn Organisatorin Karin Petri mit dem Satz ankündigte, er werde nun die Tischreden des Reformators darbieten, konterte Antoni trocken: „Nicht die, ich habe nur ein paar mitgebracht.“

Zumindest sind es Aussagen, die Luther zugeordnet werden. Komplett nachprüfen lässt sich der Wortlaut natürlich nicht. Darunter sind Aphorismen, wie etwa „wisse viel, rede wenig und mache dafür mehr“ oder bekanntere wie „wer den Pfennig nicht achtet, der wird keines Guldens Herr“. Auch ein Schmähgedicht auf den Papst war im Repertoire, etwa mit „Papst, dein Reich komme in die Hölle“.

Antoni warnte seine Zuhörer zuvor mit einem Schmunzeln: „Eventuell anwesende Katholiken sollten sich jetzt die Ohren zuhalten. Und bitte daran denken, dass ist 500 Jahre alt, das ist nicht von mir.“ Auch Städte Deutschlands bekamen ihr Fett weg. So soll er Erfurt als „Stall voller Säue“ bezeichnet haben, für Leipzig gelte, „wer nicht mit im Handel ist, kann Leipzig nicht genießen“ und die Wittenberger lebten „am Ende der zivilisierten Welt“.

Musikalisch untermalt wurde die im Rahmen „Kulturreise Elbe-Elster“ geförderte Veranstaltung mit Stücken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, beispielsweise von Othmayr und Arbeau. Verantwortlich dafür waren Sarah Hellriegel und Marie-Therese Stosch, die mit ihren Querflöten so einen Hauch Spätmittelalter ins Schloss zauberten. „Die Stücke sind für Blockflöten geschrieben, aber wir passen sie ein wenig an, damit es schöner klingt“, erklärte Therese Stosch in der Pause, in der deftige Gulaschsuppe und Brot gereicht wurden.

Auch wenn die Veranstaltung nicht direkt Teil der diesjährigen „Kalendertürchen“-Aktion der Bibliothek war, fügte sie sich doch gut ein. Karin Petri hatte und hat sich, wie schon in den vergangenen Jahren, viel einfallen lassen. Rund um das Thema Weihnachten sind die Schule in Wahrenbrück und die Kitas Uebigau, Wahrenbrück und Wildgrube eingebunden. Märchen, Geschichten und Gedichte rund um das Thema, aber auch Rätselfragen machten einen Großteil aus. Süßigkeiten und altersgerechte Bücher waren Belohnung dabei. Eine Sache freut Karin Petri besonders: „Zum diesjährigen Motto „Buchstaben“ hatten wir die Idee, die Kinder an Gebäuden und anderswo Buchstaben suchen zu lassen, um daraus abschließend das Wort „Adventskalender“ zu bilden. Leider hat aber das Wetter nicht mitgespielt. Doch sie haben  eine Alternative entwickelt.“ Mit gesammelten Naturmaterialien wurden die Buchstaben letztlich gestaltet. Das Ergebnis soll demnächst an der Bibliotheksdecke hängen.

In dieser Woche steht noch unter anderem Basteln auf dem Programm. Am Dienstag gibt es eine weihnachtliche Abschlussveranstaltung mit den Kindern der Kita „Eichhörnchen“ und am Mittwoch folgen Geschichten vom Förster rund um das Thema „Tiere im Winter.“ Natürlich inklusive dazugehörigem Winterspaziergang.