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Kuhrmann und Braumann sind im Doppelpack zu sehen

Dietrich Braumann lebt sich in Farben und Formen aus.
Dietrich Braumann lebt sich in Farben und Formen aus. FOTO: Ufer
Herzberg. Am Samstag wurde in der Galerie des Herzberger Bürgerzentrums eine neue Ausstellung eröffnet. Dass so viele Gäste zur Vernissage gekommen sind, hatte nicht nur mit der Neugier auf die ausgestellten Bilder zu tun, sondern auch mit der Wiedersehensfreude auf gute Bekannte. Ronald Ufer

Das sind der Jessener Klaus Kuhrmann und der Wittenberger Dietrich Braumann. Zum dritten Mal zeigen sie ihre Arbeiten (nach einigen Einzelauftritten) gemeinsam in Herzberg. "Es stellt sich in der neuen Galerie sehr gut aus", sagt Klaus Kuhrmann. Was aber natürlich nicht der Hauptgrund für die erneute Doppelpräsens ist.

Dietrich Braumann (Jahrgang 1937) und Klaus Kuhrmann (Jahrgang 38) sind seit vielen Jahren gute Freunde. Sie stellen nicht nur gemeinsam aus, sie arbeiten auch gemeinsam. Im Sommer sind sie fast jede Woche unterwegs in der Aue zwischen Elbe und Elster. Packen Feldstaffelei, Leinwand, Farben (und meist auch ein Fläschchen Sekt) ein und suchen sich in der Natur ein reizvolles Plätzchen. Das kann auch schon mal mitten im Dorf sein. Sie mögen die Urwitzigkeit der Leute. Inmitten der Natur lässt sich die Stimmung am besten einfangen, sagt Dietrich Braumann. Gemalt wird im Stehen, immer mit etwas Abstand zur Staffelei. Da könne er sich voll ausleben in Farben und Formen. Die Bilder seien ehrlich, so der Wittenberger Kunstmaler. Im Gegensatz zum Holzbildhauer Klaus Kuhrmann, der das künstlerische Handwerk vom Vater mitbekommen hat, ist Dietrich Braumann kein gelernter Profi. Der Diplomingenieur für chemische Verfahrenstechnik war im Stickstoffwerk Piesteritz tätig. Er hat sich vor der Wende in einem Malzirkel unter Anleitung professioneller Künstler mit der Malerei beschäftigt. Nach der Wende hat sich in Wittenberg der Mal- und Grafikverein gegründet, den Dietrich Braumann 20 Jahre geleitet hat. 2011 hat er den Vorsitz abgegeben.

Klaus Kuhrmann ist seit 1970 selbstständig. "Ich arbeite heute noch von früh bis abends", sagt er. Waren es früher viele Auftragswerke, zum Beispiel Skulpturen für Betriebe, Kommunen oder Einrichtungen, so sind es heute vor allem Arbeiten für private Kunden. Seit sich Kuhrmann und Braumann vor etwa zehn Jahren bei einem Atelierbesuch kennengelernt haben, malt der Holzbildhauer auch wieder. "Das habe ich früher nur in der Jugend gemacht, aber der Dietrich hat mich angesteckt", meint er.

In den Ausstellungsräumen der Galerie unter dem Dach des Bürgerzentrums hat jeder seinen Platz. Klaus Kuhrmann zeigt seine Arbeiten, die fast alle in diesem und im vergangenen Jahr entstanden sind, unter dem Titel "Lebensbegegnungen". Dabei setzt er sich mit kleinen und großen Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft auseinander, manchmal bis zum Sarkasmus. Ganz ohne Holz geht es dann aber doch nicht. Einige Skulpturen lockern die Ausstellung auf.

Dietrich Braumann hat seine Exposition "1-2-3-Allerlei" genannt. "Es ist ein Überblick über das, was ich mache", sagt er. In einem Raum zeigt er abstrakte Malerei, im zweiten Landschaften und Stillleben und im dritten Fotografien, in denen Bewegungsunschärfe bewusst eingesetzt ist.

Beide Künstler denken nicht daran, Pinsel und Farbe zur Seite zu legen. "Das Malen bringt uns Freude. Warum sollen wir aufhören?", sagt Dietrich Braumann. Deswegen ist es vielleicht noch nicht die letzte Ausstellung in Herzberg von Kuhrmann und Braumann im Doppelpack.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Herzberger Bibliothek geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten bitte im Kulturamt in der ersten Etage im Bürgerzentrum melden.