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Künstlerinnen suchen die historische Klammer

Ursula Bierther (links) im Gespräch vor einem ihrer drei "Bilderstürmer"-Arbeiten.
Ursula Bierther (links) im Gespräch vor einem ihrer drei "Bilderstürmer"-Arbeiten. FOTO: Jürgen Weser
Doberlug-Kirchhain. Die 11. Kunstausstellung "reFORMation" des Elbe-Elster-Kreises ist noch bis Anfang Juli im Schloss Doberlug zu sehen. Jürgen Weser

26 Künstler aus Elbe-Elster und Gastkünstler haben vielfältige Beiträge gestaltet. Die RUNDSCHAU stellt Künstler mit ihren Arbeiten vor und will damit zum Besuch der Ausstellung einladen. Das Pfingstwochenende bietet dafür eine gute Gelegenheit.

Zu den insgesamt 15 Ausstellern aus dem Elbe-Elster-Kreis gehören Ursula Bierther, Catrin Große, Iris Stöber und Elke Gründemann. Seit Jahren bereichern die Künstlerinnen mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln Elbe-Elster-Kunstausstellungen. In dieser Ausstellung reichen die Ausdrucksformen von Malerei über Installationen und skulpturaler Darstellung bis zu experimenteller Auseinandersetzung mit den durch die Reformation eingeleiteten Veränderungen, bei denen die Künstlerinnen jeweils die historische Klammer zum Jetzt suchen.

Durch collagenhafte Einbindungen von Zeichenfragmenten in ihre Malarbeiten weist die langjährige ehemalige Werenzhainer Atelierhofleiterin Ursula Bierther auf Bilderstürmerei im Zuge der Reformation hin, während die jetzige Atellierhofchefin Iris Stöber mit ihrem plastischen Piktogramm von der Dominanz der Kirchenbauten auf ihren Machtanspruch schließen lässt. "Jesus befreit vom Kreuz" zeigen Arbeiten von der Doberluger Künstlerin Catrin Große und sehr drastisch, "was Luther mit der Kirche tat" und mit den Menschen: positiv wie negativ. Schließlich lässt uns Elke Gründemann aus Lindena mit ihrem großen bunten Kreuz "Veränderungen" bildlich nachvollziehen.

Wenn sich Ausstellungsbesucher auch nicht mit allen Kunstobjekten anfreunden werden, sie wollen zum Nachdenken und zur Ausein andersetzung mit der Reformation und ihren Gegenwartsbezügen herausfordern und nicht nur bloß flüchtig konsumiert werden.