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| 16:38 Uhr

Wahlen zum Kreistag 2019
CDU, SPD und Linke verlieren 20 Prozent ihrer Stimmen

Elbe-Elster. Der neue Kreistag Elbe-Elster ist gewählt. Die CDU bleibt mit einem Viertel aller Stimmen die stärkste Kraft. Die AfD erringt gleich neun Sitze im neuen Gremium. Von Birgit Rudow

Nach den Wahlen zum Kreistag am Sonntag bekommt der Kreistag Elbe-Elster ein anderes Gesicht. CDU, SPD und Linke büßen gegenüber der Wahl 2014 sage und schreibe 20,7 Prozent ihrer Stimmen ein. Zwar bleibt die CDU mit 25 Prozent weiterhin stärkste Kraft im Kreis, doch ihre Verluste liegen bei 10,1 Prozent. Sie hat nur noch 13 statt bisher 18 Sitze in dem Gremium. Auf 12,4 Prozent kommt die SPD, 2014 waren es noch 16,6 Prozent. Ebenso viele Stimmen hatte die LINKE vor fünf Jahren für sich verbucht. Sie kam am Sonntag auf 10,2 Prozent. Gewinner ist die AfD. Mit 17,3 Prozent erringt sie neun Sitze und legt um 15,3 Prozent im Vergleich zu den letzten Wahlen zu.

Die LUN kommt auf 8,7 Prozent und verliert zwei Sitze. Leicht zulegen konnten die Grünen (3,7 Prozent), Herzberg zählt (2,1 Prozent) und die LWG (3 Prozent). Neu im Kreistag ist die UWG. Sie erzielte 6,7 Prozent und erhält somit drei Sitze. Die Wahlbeteiligung lag für die Kreistagswahlen diesmal bei 60,0 Prozent. Vor fünf Jahren waren es nur 50,69 Prozent.

Die meisten Stimmen konnten von allen Kandidaten Helfried Ehrling (AfD, 3938 Stimmen), Rainer Genilke (CDU, 3921), Peter Drenske (AfD, 3920) und Dr. Sebastian Rick (CDU, 3839) auf sich vereinigen.

Rainer Genilke (bisher Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag) sagte zu dem Wahlausgang, dass er sich freue, dass die CDU auch weiterhin die mit Abstand stärkste politische Kraft im Elbe-Elster-Kreis ist, auch, wenn sie mit einem Verlust von fünf Sitzen unter ihrem Potenzial und ihren Zielen geblieben sei. Jetzt werde die CDU auch mit einer kleineren Gruppe motiviert an die Kreistagsarbeit gehen, so Genilke. Bei der AfD sei er gespannt, wie sie sich in den Kreistag einbringen werde. Mit den anderen Partnern im Kreistag habe die CDU schon immer vertrauensvoll zusammengearbeitet. Das werde man auch in Zukunft so halten, sagt Rainer Genilke.

Lutz Kilian (SPD/im alten Kreistag  Vorsitzender der SPD/FDP-Fraktion) war nicht glücklich darüber, dass die SPD zwei Sitze verloren hat. „Darüber freuen wir uns natürlich nicht, aber der Wähler hat so entschieden und das müssen wir akzeptieren“, sagte er am Montag zur RUNDSCHAU. Die SPD wolle weiterhin eine gute Politik im Kreistag machen, so Kilian. Erfreut zeigte er sich über die gestiegene Wahlbeteiligung im Vergleich zu den letzten Kreistagswahlen.

Peter Drenske (AfD) sieht in den neun Sitzen für die AfD im neuen Elbe-Elster-Kreistag einen guten Start. „Das ist beachtlich, zumal die meisten Kandidaten unbekannt waren“, sagte er. Er sei gespannt, wie sich die anderen Parteien der AfD gegenüber im Kreistag verhalten. Seine Partei wolle sich bei basisorientierten Problemen einbringen. Sie habe schon im Vorfeld der Wahlen Akzente gesetzt, so Drenske.

Europawahl: Bei der Europawahl sieht das vorläufige Endergebnis im Landkreis folgendermaßen aus: AfD 24,7 Prozent, CDU 22,6 Prozent, SPD 15,8 Prozent, Linke 10,7 Prozent und Grüne 6,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,2 Prozent.

Am 3. Juni wird Elbe-Elster-Wahlleiter Dirk Gebhard das offizielle Wahlergebnis zu den Kreistagswahlen und zur Europawahl bekannt geben. Bis dahin sind alle Ergebnisse vorläufig. Am Wahltag habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben, so Dirk Gebhard.